Cruise Ships in Juneau Alaska.jpg, Alaska]] Prinsendam_1.jpg Die Holland-America Line (HAL) ist eine niederländisch/US-amerikanische Reederei mit Hauptsitz in Seattle und Miami. Die Reederei betrieb einen erfolgreichen Transatlantik-Liniendienst und ist seit den 1970er Jahren im Kreuzfahrtgeschäft engagiert.
Der Hauptdienst war die Linie Rotterdam-New York mit Zwischenstopps in Southampton oder Plymouth. Die ersten von der Reederei eingesetzten Schiffe waren die mit je 1705 BRT vermessenen Schwesterschiffe Rotterdam (I) und Maasdam (I). Mit dieser Größe waren sie selbst für die damalige Zeit recht klein doch das sollte sich bald ändern. 1874 folgten mit den Dampfern P.Caland und W.A. Scholten größere Neubauten (je 2540 BRT). Geschwindigkeit spielte für die Reederei nur unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten eine Rolle und die Reederei genoss bald einen sehr guten Ruf unter den Passagieren für ihre Standards bei Sicherheit, Service und Pünktlichkeit.
In den 1880er Jahren hatte die Reederei eine ungewöhnlich Häufung an Schiffsunglücken zu verkraften, der Untergang der W.A. Scholten, 1887 nach eine Kollision, war dabei der schwerwiegendste. In dieser Zeit deckte die Reederei die im Schiffsbestand entstandenen Lücken durch Second-Hand-Tonnage aus. Mit Indienststellung der Rotterdam (III, 8189 BRT) 1897, erfuhren die Schiffe der Reederei mit jedem Neubau eine Tonnagesteigerung - 1898 Statendam (I, 10491 BRT), 1900 Potsdam (12606 BRT), 1906 Nieuw Amsterdam (I, 16967) und 1908 Rotterdam (IV, 24149 BRT) - dabei entwickelte sich eine langjährige Partnerschaft mit der Werft von Harland & Wolff in Belfast.
Ab 1901 stieg die Reederei in das Frachtgeschäft ein, und zwar auf der Line Rotterdam-New York die ab 1909 um die Häfen von Philadelphia und Baltimore ergänzt wurde. 1912 wurde auch eine Route in die Karibik, genauer zu den Häfen im Golf von Mexiko eingerichtet (Veracruz, Tampico und New Orleans). Für die Frachtschiffe führte die HAL eine eigene Namensgebung ein, alle endeten "....dijk", ab 1950 dann auf "....dyk".
1914 sollte der Höhepunkt des Neubauprogramms für die Nordatlantik-Passagierdienste, die mit 32120 BRT vermessene Statendam (II), in Betrieb gehen. Doch der bald einbrechende 1. Weltkrieg machte einen Einsatz unmöglich, noch bei der Werft von Harland & Wolff in der Endausrüstung wurde sie von der Royal Navy als Truppentransporter requiriert und als H.M.S. Justicia übernommen. 1917 versank die Justicia an der schottischen Küste durch Torpedos des deutschen U-Bootes UB 64 getroffen. Dennoch kam die Holland-Amerika Lijn aufgrund der Neutralität der Niederlande ohne weitere Schiffsverluste durch den Krieg.
Bei Kriegsende richtete die Reederei einige neue Liniendienste ein, so von Rotterdam aus, über dem neu eröffneten Panama-Kanal nach Los Angeles-San Francisco und Vancouver sowie über dem Suez-Kanal nach Niederländisch-Ostindien (dem heutigen Indonesien). Auf diesen Routen wurden hauptsächlich Frachtschiffe eingesetzt.
Als Ersatz für die torpedierte Statendam nahm die HAL 1922 bzw. 1923 die bei Harland & Wolff gebauten Schwesterschiffe Volendam und Veendam in Dienst (je 15450 BRT). 1929 folgte noch die deutlich größere neue Statendam die mit 29511 BRT vermessen war. Erst 1938 kam dann ein wirklicher Ersatz in Dienst, die 36287 BRT große Nieuw Amsterdam, neues Flaggschiff der Reederei und das bis dahin größte Schiff unter niederländischer Flagge. Die Nieuw Amsterdam gilt bis heute als einer der schönsten Transatlantik-Liner. Der 2. Weltkrieg unterbrach diese positive Entwicklung, und die Niederlande wurden durch Deutschland besetzt. Der größte Teil der HAL-Flotte konnte zu den Alliierten entkommen, ein schwerer Verlust war aber die Statendam, die 1940 in Rotterdam versenkt wurde.
Nach dem Krieg stieg die Reederei wieder in die alten Liniendienste ein und gab in den 1950er Jahren Neubauten in Auftrag so 1951 bzw. 1952 Ryndam (II) und Maasdam (IV, je 15024 BRT), 1957 Statendam (24294 BRT) und 1959 den letzten Neubau für diesen Service, die Rotterdam (V, 38645 BRT). Die Situation begann sich zu verändern, das Flugzeug nahm dem Schiff mehr und mehr die Passagiere weg. Die Holland-Amerika Lijn gab aber nicht auf, sondern versuchte nun im neuen Markt der Kreuzfahrten Fuß zu fassen.
1966 wurde die Statendam aus dem Liniendienst genommen und nur noch auf Kreuzfahrten geschickt, 1969 folgten auch die Rotterdam und die Nieuw Amsterdam. Die Liniendienste wurden eingestellt, auch die Frachterdienste wurden nicht aufrecht gehalten, die Umstellung auf dem Container war der Reederei zu teuer und bis Mitte der 1970er Jahre waren alle Liniendienste eingestellt. So wurde aus der Holland-Amerika Lijn eine reine Kreuzfahrtreederei.
Der Standort in den Niederlanden wurde nun zu teuer, auch war man vom Einsatzort der Schiffe, Karibik und Pazifik, recht weit entfernt, so dass der Hauptsitz erst auf die Niederländischen Antillen nach Willemstad später dann nach Seattle in die USA verlegt wurde. Die Hauptklientel waren jetzt US-Amerikaner, was letztendlich auch der Grund zur Umbenennung der Reederei in die anglisierte Variante Holland-America Line war. Die Reederei kämpfte sich durch die schwierigen 70er Jahre und mit Beginn der 80er Jahre besserte sich die Situation dann deutlich.
1983 und 1984 kamen für die HAL erstmals wieder große Neubauten in Dienst, Nieuw Amsterdam (III) und Noordam (III, je 33.930 BRZ). Beide Schiffe waren ausschließlich für Kreuzfahrten bestimmt. 1988 erwarb man die Windstar Sail Cruises, doch hatte man sich damit etwas übernommen. Auf dem Unternehmen lastete ein mehrerer Hundert Millionen USD schwerer Schuldenberg und im November des selben Jahres wurde die Holland-America Line durch ihre direkte Konkurrentin, der Carnival Cruise Line, für etwa 900 Millionen USD aufgekauft (625 Mill. Kaufpreis + Verbindlichkeiten), und somit war ein großer Name für die Schifffahrt gerettet.
Heute nimmt die Holland-America Line innerhalb des Carnival-Konzerns, die Stellung einer Premium-Marke ein, spezialisiert auf die finanziell besser gestellte Mittelschicht, einer in der US-Gesellschaft heiß umworbenen Gruppe von Menschen mit ihren Vor- und Nachteilen. Durch umfangreiche Neubauten bewies Carnival auch recht schnell ein deutliches Interesse dem geschichtsträchtigen HAL-Namen am Leben zu erhalten, kein Wunder lässt sich damit doch sehr gut und viel Geld verdienen. Seit 1998 ist der Großteil der Flotte und die folgenden Neubauten mit Heimathafen in Rotterdam registriert, was einer kleinen Sensation gleich kommt, da die meisten Schiffe der Welt heute meist unter den Billigflaggen fahren. Haupteinsatzorte für die Schiffe sind aktuell, die Karibik, die US-Pazifikküste und Alaska.
| Jahr | Name | Tonnage | Werft | Status/Schicksal | - | 1873 | Rotterdam (I) | 1705 BRT | Henderson, Colhoun & Co. Ltd., Glasgow | 1883 an der ndl. Küste gesunken | - | 1873 | Maasdam (I) | 1705 BRT | Henderson, Colhoun & Co. Ltd., Glasgow | 1884 auf See verschollen | - | 1874 | P. Caland | 2540 BRT | R. Napier & Sons Ltd., Glasgow | 1897 verkauft | - | 1874 | W. A. Scholten | 2540 BRT | R. Napier & Sons Ltd., Glasgow | 1887 im Ärmelkanal nach Kollision gesunken | - | 1877 (1874) | Schiedam | 2236 BRT | A. McMillan & Co. Ltd., Dumbarton | 1874: ex San Marco / 1877 an HAL / 1897 verkauft | - | 1880 | Amsterdam (I) | 2949 BRT | A. McMillan & Co. Ltd., Dumbarton | 1884 bei Sable Island gesunken | - | 1881 | Edam (I) | 2950 BRT | A. McMillan & Co. Ltd., Dumbarton | 1882 nach Kollision gesunken | - | 1881 | Zaandam (I) | 3063 BRT | k.A. | 1897 verkauft | - | 1882 | Leerdam (I) | 2796 BRT | Fijnoord N.V., Rotterdam | 1889 nach Kollision gesunken | - | 1883 | Edam (II) | 3130 BRT | k.A. | 1895 im Ärmelkanal nach Kollision gesunken | - | 1886 (1878) | Rotterdam (II) | 3607 BRT | Harland & Wolff Ltd., Belfast | 1878: ex British Empire / 1886 an HAL / 1895: Edam (III) / 1902 außer Dienst | - | 1887 (1879) | Amsterdam (II) | 3607 BRT | Harland & Wolff Ltd., Belfast | 1879: ex British Crown / 1887 an HAL / 1905 außer Dienst | - | 1888 (1871) | Veendam (I) | 4036 BRT | Harland & Wolff Ltd., Belfast | 1871: ex Baltic, White Star Line / 1888 an HAL / 1898 gesunken | - | 1890 (1871) | Maasdam (II) | 4036 BRT | Harland & Wolff Ltd., Belfast | 1871 ex Republic, White Star Line / 1890 an HAL / 1902 außer Dienst | - | 1889 (1880) | Obdam | 3588 BRT | Harland & Wolff Ltd., Belfast | 1880: ex British Queen / 1889 an HAL / 1898 verkauft | - | 1890 (1881) | Spaarndam (I) | 4539 BRT | Harland & Wolff Ltd., Belfast | 1881: ex Arabic, White Star Line / 1890 an HAL / 1901 außer Dienst | - | 1897 | Rotterdam (III) | 8189 BRT | Harland & Wolff Ltd., Belfast | 1906 an DFDS verkauft und in C.F. Tietgen umbenannt | - | 1898 | Statendam (I) | 10.491 BRT | Harland & Wolff Ltd., Belfast | 1911 an Allan Line verkauft und in Scotian umbenannt | - | 1900 | Potsdam | 12.606 BRT | Blohm & Voss AG, Hamburg | 1915 an Svenska-Amerika Linjen verkauft und in Stockholm umbenannt | - | 1901 | Ryndam (I) | 12.531 BRT | Harland & Wolff Ltd., Belfast | 1929 außer Dienst | - | 1902 | Noordam (I) | 12.531 BRT | Harland & Wolff Ltd., Belfast | 1923 an Svenska-Amerika Linjen verkauft und in Drottningholm umbenannt | - | 1906 | Nieuw Amsterdam (I) | 16.967 BRT | Harland & Wolff Ltd., Belfast | 1932 außer Dienst | - | 1908 | Roterdam (IV) | 24.149 BRT | Harland & Wolff Ltd., Belfast | 1940 außer Dienst | - | 1914 | Statendam (II) | 32.120 BRT | Harland & Wolff Ltd., Belfast | 1914 an Royal Navy abgegeben / 1917 torpediert und gesunken | - | 1920 | Maasdam (III) | 8871 BRT | De Nieuwe Waterweg N.V., Schiedam | 1941 torpediert und gesunken | - | 1921 | Leerdam (II) | 8871 BRT | De Schelde N.V., Vlissingen | 1954 verkauft | - | 1921 | Edam (IV) | 8871 BRT | De Nieuwe Waterweg N.V., Schiedam | 1954 verkauft | - | 1922 | Spaarndam (II) | 8871 BRT | De Schelde N.V., Vlissingen | 1939 nach Minentreffer gesunken | - | 1922 | Volendam (I) | 15.450 BRT | Harland & Wolff Ltd., Belfast | 1952 außer Dienst | - | 1923 | Veendam (II) | 15.450 BRT | Harland & Wolff Ltd., Belfast | 1953 außer Dienst | - | 1929 | Statendam (III) | 29.511 BRT | Harland & Wolff Ltd., Belfast | 1940 in Rotterdam selbst versenkt | - | 1938 | Nieuw Amsterdam (II) | 36.287 BRT | Rotterdamsche D.D. Mij. N.V., Rotterdam | 1974 außer Dienst | - | 1938 | Noordam (II) | 10.909 BRT | P. Smit jr. N.V., Rotterdam | 1963 verkauft | - | 1939 | Zaandam (II) | 10.909 BRT | Wilton-Fijnoord N.V., Rotterdam | 1942 torpediert und gesunken | - | 1946 | Westerdam (I) | 12.149 BRT | Wilton-Fijnoord N.V., Rotterdam | 1965 außer Dienst | - | 1951 | Ryndam (II) | 15.024 BRT | Wilton-Fijnoord N.V., Rotterdam | 1968 verkauft | - | 1952 | Maasdam (IV) | 15.024 BRT | Wilton-Fijnoord N.V., Rotterdam | 1969 verkauft | - | 1957 | Statendam (IV) | 24.294 BRT | Wilton-Fijnoord N.V., Rotterdam | 1982 verkauft | - | 1959 | Rotterdam (V) | 38.645 BRT | Rotterdamsche D.D. Mij. N.V., Rotterdam | 1997 verkauft | - | 1972 (1958) | Volendam (III) | 23.372 BRT | Ingalls Shipyards Inc., Pascagoula | 1958: ex Argentina, Moore & McCormick Line / 1972 an HAL / 1983 verkauft | - | 1972 (1958) | Veendam (III) | 23.372 BRT | Ingalls Shipyards Inc., Pascagoula | 1958: ex Brazil, Moore & McCormick Line / 1972 an HAL / 1984 verkauft | - | 1973 | Prinsendam (I) | 8566 BRT | De Merwede N.V., Schiedam | 1980 ausgebrannt | - | 1983 | Nieuw Amsterdam (III) | 33.930 BRZ | Chantiers de l'Atlantique S.A., St. Nazaire | 2004 an Thomson Cruises verkauft und in Thomson Spirit umbenannt | - | 1984 | Noordam (III) | 33.930 BRZ | Chantiers de l'Atlantique S.A., St. Nazaire | 2004 an Thomson Cruises verkauft und in Thomson Celebration umbenannt | - | 1988 (1986) | Westerdam (II) | 53.872 BRZ | Jos. L. Meyer-Werft GmbH, Papenburg | 1986: ex Homeric, Home Line / 1988 an HAL / 2002 an Costa Crociere verkauft | - | 1993 | Statendam (V) | 55.451 BRZ | Fincantieri Navali S.p.A., Monfalcone | in Dienst | - | 1993 | Maasdam (V) | 55.451 BRZ | Fincantieri Navali S.p.A., Monfalcone | in Dienst | - | 1994 | Ryndam (III) | 55.451 BRZ | Fincantieri Navali S.p.A., Monfalcone | in Dienst | - | 1996 | Veendam (IV) | 55.451 BRZ | Fincantieri Navali S.p.A., Monfalcone | in Dienst | - | 1997 | Rotterdam (VI) | 60.906 BRZ | Fincantieri Navali S.p.A., Monfalcone | in Dienst | - | 1999 | Volendam (IV) | 60.906 BRZ | Fincantieri Navali S.p.A., Monfalcone | in Dienst | - | 2000 | Zaandam (III) | 60.906 BRZ | Fincantieri Navali S.p.A., Monfalcone | in Dienst | - | 2000 | Amsterdam (III) | 60.906 BRZ | Fincantieri Navali S.p.A., Monfalcone | in Dienst | - | 2002 (1988) | Prinsendam (II) | 37.845 BRZ | Wärtsila AB, Helsinki | 1988: ex Royal Viking Sun, Royal Viking Line / 2002 an HAL / in Dienst | - | 2003 | Zuiderdam | 84.000 BRZ | Fincantieri Navali S.p.A., Monfalcone | in Dienst | - | 2003 | Oosterdam | 84.000 BRZ | Fincantieri Navali S.p.A., Monfalcone | in Dienst | - | 2004 | Westerdam (III) | 84000 BRZ | Fincantieri Navali S.p.A., Monfalcone | in Dienst | - | 2005 | Noordam (IV) | 84.000 BRZ | Fincantieri Navali S.p.A., Monfalcone | in Dienst | - |
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Holland-America Line".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world