Hohnstein ist eine Kleinstadt im Landkreis Sächsische Schweiz, im Regierungsbezirk Dresden, in Sachsen und nimmt mit 6.500 ha und 10 zugehörigen Orten flächenmäßig den ersten Platz rechtselbisch im Landkreis Sächsische Schweiz ein. Die Stadt liegt auf einer Hochfläche oberhalb des Polenztales.
Geografie
Geografische Lage
Hohnstein und seine angegliederten Ortsteile liegen auf oder nördlich der sogenannten Lausitzer Überschiebung, die die Grenze zwischen dem eigentlichen
Elbsandsteingebirge und dem aus
Granit aufgebauten Westlausitzer Berg- und Hügelland bildet und somit am Rande des
Nationalparks Sächsische Schweiz mit Ausnahme von Waitzdorf).
Stadtgliederung
Die Stadt hat rund 4.000 Einwohner und seit
1994 neben
Hohnstein selbst die Ortsteile
Cunnersdorf,
Ehrenberg,
Goßdorf mit
Kohlmühle und
Waitzdorf,
Lohsdorf,
Rathewalde mit
Hohburkersdorf und
Zeschnig, sowie
Ulbersdorf, die über eigene Wappen verfügen.
Hohnstein
Cunnersdorf
Cunnersdorf auf 245 m Höhe drei Kilometer nordöstlich von Hohnstein gelegen, ist eine alte deutsche Gründung aus den Zeiten der
Ostkolonisation im 12. und 13. Jahrhundert. Der Ort wurde
1223 als zu
Böhmen gehörig erwähnt,
1443 kam er wieder zu
Sachsen und wurde Amtsdorf. Nach der vollständigen Zerstörung durch den
Dreißigjährigen Krieg entstand entlang des Dorfbaches ein
Waldhufendorf.
Ehrenberg
Ehrenberg, ebenfalls ein Waldhufendorf im südöstlichen Anschluss an Cunnersdorf, erstreckt sich über nahezu drei Kilometer entlang des Ehrenberger Baches bis fast zu dessen Mündung in den Schwarzbach. Die fränkische Gründung stammt wie sein nördlicher Nachbar aus dem 12./13. Jahrhundert.
Goßdorf
Goßdorf liegt fünf Kilometer südöstlich von Hohnstein auf dem Weg nach
Bad Schandau und ist nochmal dreigeteilt in Goßdorf, Kohlmühle mit Haltestelle an der Bahnlinie Bad Schandau -
Sebnitz (
Sebnitztalbahn) und Waitzdorf.
Waitzdorf
Waitzdorf liegt auf der Waitzdorfer Randebenheit bei 330 m oberhalb des Tiefen Grundes. Das abgelegene Waldhufendorf beherbergt nur wenige Einwohner. Höchste Erhebung ist der zweigipfelige
Granitberg (Anatexit) der Waitzdorfer Höhe mit der 423,5 m hohen waldfreien Nordwestkuppe und die überwiegend bewaldete Südwestkuppe von 414 m Höhe. Eine besondere Attraktion sind die
Gallowayrinder, die auf den Ortswiesen weiden.
Lohsdorf
Lohsdorf liegt in einem Seitengrunde des Schwarzbachtales. Die Flur des Reihendorfes zieht sich in langen Streifen (Waldhufen) von den Gehöften hinter dem Dorfbach nach Südwesten 1,5 km hin. Der Lohsdorfer Ortsteil "Sorge" bildet eine Häuserreihe, die sich am linken Ufer an den Steilhang anlehnt. Der Schwarzbach entspringt in 430 m Meereshöhe am Westhang des Ungers. Im Oberlauf nördlich Lohsdorfs ist das Schwarzbachtal sanft in die Hochfläche eingesenkt und bildet ein Wiesental. Auf einem heute (ehemaligen Bahndamm) gestalteten Wanderweg, der sich von Ehrenberg über Lohsdorf bis in dieses herrliche Tal hinzieht, kann man abseits vom bewegten Straßenverkehr Ruhe und Erholung finden. Zum Beispiel in den Höhenzügen der unmittelbaren Umgebung. Von deren höchster Erhebung, dem Gickelsberg (414 m), hat man eine schöne Aussicht in die Sächsische Schweiz.
Rathewalde
Das
Reihendorf Rathewalde in der Talwanne des Grünbaches liegt am oberen Ausgang des
Amselgrundes rund zwei Kilometer westlich von Hohnstein.
Erbgericht, Lindenhof und Hutenhof zeugen mit ihrer Größe noch von den reichen alten Bauerngeschlechtern. Der staatlich anerkannte
Erholungsort Rathewalde besitzt ein Freibad, seit 1995 ein Erlebnisbad und ist Ausgangs- und Zwischenpunkt vielfältiger Wanderstrecken. Der Rathewalder Fußweg (Markierung weiß-orange-weiß) führt zur
Bastei. Der Weg durch den Amselgrund leitete nach der Eröffnung der Dampfschifffahrtslinie auf der
Elbe die Ära des Tourismus ein. Weitere Ziele sind die
Schwedenlöcher, der Steinerne Tisch, die Rathewalder Höhe mit Denkmal und ihrem Pappelbestand und der Hohburkersdorfer Rundblick. Die Gemarkung Rathewaldes ist Teil der flachwelligen Rathewalder Randebenheit, auf der sich Elbefluss
schotter der Früh
elsterkaltzeit und
pleistozäne Kies
moränenreste finden lasse. Der größte Teil ist von
weichselkaltzeitlichem
Lößlehm bedeckt.
Ulbersdorf
Das Waldhufendorf Ulbersdorf mit seinen 550 Einwohnern auf 260 m Höhe liegt rund zehn Kilometer östlich von Hohnstein, nur kurz (2 km) vor Sebnitz in einem rechten
Sebnitzseitental. Ulbersdorf wurde 1432 erstmalig erwähnt. Hinter der Dorfkirche des 17. Jahrhunderts zeugen Wällen und Gräben beim sogenannten Schneckenberg von einer frühdeutschen
Wasserburg. Erhalten ist noch das
Schloss eines ehemaligen
Rittergutes aus dem 16. Jahrhundert mit Umbauten des 18. und 19. Jahrhunderts. Dazu sind noch ein Reihe
Fachwerk- und
Umgebindehäuser zu sehen. Am südlichen Ortsrand ist die Haltestation der Sebnitztalbahn. Am Ortsrand der Große Hutberg mit 335 m Höhe.
Geschichte
Erstmals erwähnt wurde der Ort 1333 im Zusammenhang mit der weit eher erbauten
Burg Hohnstein (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Burg bei Neustadt in Thüringen). Wahrscheinlich erhielt Hohnstein 1444 das Stadtrecht. Hohnstein wurde 1724 von einem verheerenden Stadtbrand heimgesucht. Ungefähr die Hälfte aller Häuser brannte nieder.
Um die wirtschaftliche und touristische Erschließung Hohnsteins zu verbessern, ist 1897 eine Kleinbahn von Kohlmühle nach Hohnstein gebaut worden. Leider musste 1951 der Betrieb eingestellt werden.
Anfang des 20. Jahrhunderts gewann der Fremdenverkehr an Bedeutung, jedoch schon seit 1850 besuchten erste Besucher der Sächsischen Schweiz den Ort.
Wappen
Blasonierung: Goldener oder gelber Schild; schwarzer linksblickender Hund, darüber ein dreiblättriges grünes Kleeblatt.
Bedeutung: Die Bedeutung des Hundes ist nicht klar, möglicherweise stammt er von Hund-stein. Der Hund erscheint bereits auf dem ältesten bekannten Wappen der Stadt aus dem 16. Jahrhundert. Dort ist auch bereits das Kleeblatt zu sehen, dessen Bedeutung ebenfalls unklar ist. Spätere Versionen zeigten das Wappen wiederum nur mit Hund.
Tourismus
Hohnstein liegt direkt am
Nationalpark Sächsische Schweiz. Insbesondere die
Burg Hohnstein, die auch den Grund für die Gründung Hohnsteins darstellt, ist heute eine Attraktion und als Naturfreundehaus Ausgangspunkt für Wander- und Klettertouren im Nationalpark. Im Polenztal sind die
Märzenbecherwiesen im Frühjahr ein beliebter Anziehungspunkt.
Nach dem Ort und der Burg Hohnstein ist auch die Puppenbühne Hohnsteiner Kasper benannt, der 1928 in der Burg erste Aufführungen hatte und später in einem von der Stadt gestellten Kasperhaus residierte.
Partnerstädte
Söhne und Töchter der Stadt
Weblinks
Ort in Sachsen
Hohnstein