Vossbruch hohlweg.jpg]] Hulvej.JPG]] Hohlwege sind Wege, die sich durch jahrhundertlange Nutzung mit Vieh und Fuhrwerken sowie abfließendes Regenwasser in das umgebende Gelände eingeschnitten haben. Sie treten nicht nur in den Lößlandschaften der Erde auf, sondern auch in Gebieten mit starker Waldnutzung auf weichen Substraten, wie in Buntsandsteingebieten.
An den Flanken der Hohlwege siedeln sich Stauden und Gehölze an, die vielen Kleintieren als Unterschlupf und Nahrung dienen. Darum locken die Hohlwege abends und nachts Fledermäuse an, die hier Jagd auf Nachtfalter und andere Insekten machen. Hohlwege sind für landwirtschaftliche Gebiete und Wälder oft eine ökologische Bereicherung.
Durch menschliche Nutzung entstanden, droht den Hohlwegen durch den Menschen heute auch Gefahr. Dazu kommt die Bodenerosion. Bauschutt, Gartenabfälle werden eingebracht, die Hohlwege sind nicht mehr benutzbar, verwuchern und rutschen zu. Deswegen arbeiten Bürger und Behörden häufig zusammen, um Hohlwege als Bodendenkmale zu erhalten.
Durch ihr hohes Alter sind sie auch von kulturhistorischer und archäologischer Bedeutung für die Frühgeschichte einer Landschaft. Viele Hohlwege stammen schon aus der Römerzeit. Hohlwege boten Banditen ideale Bedingungen für einen Überfall auf Reisende aus dem Hinterhalt und schnellen Rückzug.
Um einige Hohlwege ranken sich Legenden. Bei Uelsen in Niedersachsen gibt es den Liekweg, einen Hohlweg zum Friedhof, der an einem Bauernhof vorbeiführt. Nach der Einführung des Christentums überprüfte der dort wohnende Schulze die Särge der Trauergesellschaften. Die heidnischen Vorfahren hatten ihre Leichen verbrannt und die Asche in selbstgefertigten Ton-Urnen bestattet. Das war nach der Einführung des Christentums nicht mehr gestattet.
Der Schweizer Wilhelm Tell soll im November 1307 den Landvogt Gessler zu Altdorf aus sicherem Versteck an einem Hohlweg (Zitat aus dem Theaterstück Wilhelm Tell von Friedrich Schiller: "Durch diese hohle Gasse muss er kommen...") bei Küssnacht mit der Armbrust erschossen haben.
Auch im Sauerland befinden sich zahlreiche hunderte Jahre alte Hohlwege, die sich durch Forstwirtschaft und Bergbau teilweise 4-5 Meter tief in die Erde gearbeitet haben.