Der Hoffnungslauf ist ein Begriff aus der Leichtathletik und dem Bahnradsport. Es handelt sich um eine Methode zur Ermittlung des Siegers in Turnieren (hpts. Sprinterturniere im Bahnradsport) in Kombination mit einem K.o.-System. Um das frühe Ausscheiden von leistungsfähigen Fahrern durch zufälliges Aufeinandertreffen zweier guter Fahrer zu vermeiden, erhalten so die ausgeschiedenen Fahrer eine „zweite Chance“: Durch einen Sieg im Hoffnungslauf können sie wieder in das Turnier eintreten.
Die zweite Chance
Minimierung des Aufwandes für die zweite Chance
Grundsätzlich ist es nach den Regeln beispielsweise des
Bundes Deutscher Radfahrer möglich, jedem Fahrer zwei Chancen auf dem Wege von Hoffnungsläufen einzuräumen. Um das Turnier nicht allzu sehr aufzublähen, kommt allerdings bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen das unten (
Rad-Sprint-Turniere bei Olympia und Weltmeisterschaften) beschriebene System zur Anwendung.
Zur Erhöhung der „Gerechtigkeit“ werden die Paarungen der einzelne Runden so zusammengestellt, dass stets der Schnellste der vorherigen Runde gegen den nach der Zeit langsamsten, der Zweitschnellste gegen den Zweitlangsamsten usw. fährt.
Leichtathletik: Zweite Chance über die gelaufene Zeit
So auch in der Leichtathletik: Dort kommen Hoffnungsläufe in der Regel schon seit Jahren nicht mehr zur Anwendung. Statt dessen praktiziert man ein anderes System: Zusätzlich zu den direkt durch Platzierung für die nächste Runde qualifizierten Läufern/Läuferinnen werden die Läufe der jeweils nächsten Runde mit den Nächst-Zeitschnellsten bis zur Sollzahl von 8 (oder 9) Teilnehmern aufgefüllt. Halbfinale und Finale werden dann z.B. so ausgetragen: 16 Läufer nehmen an zwei Halbfinals teil; die drei Ersten beider Läufe qualifizieren sich direkt. Von den zunächst ausgeschiedenen 10 Läufern kommen die beiden Zeitschnellsten zusätzlich ins Finale.
Rad-Sprint-Turniere bei Olympia und Weltmeisterschaften
- Das Turnier beginnt mit der Zeit-Qualifikation über 200 m mit fliegendem Start: Die 18 Zeitschnellsten qualifizieren sich.
- 1. Runde: 9 Läufe á 2 Fahrer (kurz: 9 x 2), die 9 Sieger qualifizieren sich direkt für das Achtelfinale.
- 1. Hoffnungslaufrunde (3 x 3): Die drei Sieger qualifizieren sich für das Achtelfinale, alle anderen scheiden endgültig aus.
- Achtelfinale (6 x 2): Die 6 Sieger qualifizieren sich direkt für das Viertelfinale.
- Hoffnungsläufe des Achtelfinals (2 x 3): Die zwei Sieger qualifizieren sich für das Viertelfinale, alle anderen scheiden aus.
- Viertelfinale (4 x 2): Die vier Sieger qualifizieren sich für das Halbfinale. Ab dem Viertelfinale gibt es keine Hoffnungsläufe mehr. Die vier unterlegenen Fahrer des Viertelfinales bestreiten einen Viererlauf um die Plätze 5. bis 8. Die vier Sieger ermitteln unter sich im reinen K.o.-System den Sieger und die Plätze, um den 3. Platz findet ein Lauf zwischen den Unterlegenen des Halbfinals statt.
Radsport