Die Hodentorsion ist eine akute Stieldrehung von Hoden und Nebenhoden mit Unterbrechung der Blutzirkulation und hämorrhagischer Infarzierung. Die Ursache ist meist unklar. Häufig tritt diese Erkrankung im Säuglings- oder Kindesalter auf. Sie kann jedoch auch bei Jugendlichen und Erwachsenen vorkommen.
Symptome
Eine Hodentorsion macht sich durch plötzlich auftretende, gelegentlich auch schleichende Schmerzen bemerkbar und wird häufig mit einer
Epididymitis verwechselt. Anstelle des früher angewandte
Prehn-Zeichens zur Unterscheidung einer Torsion von einer Epididymitis (wird bei einer Torsion den Hoden angehoben, bleibt der Schmerz unverändert, bei einer Entzündung lässt er nach) wird heute vor allem die
Sonographie benutzt.
Der Schmerz kann auch in Bauch und Leistengegend ausstrahlen. Der
Hodensack ist an der entsprechenden Seite gerötet und der Hoden ist angeschwollen und steht evtl. hoch. Gerade im Säuglingsalter kann die Erkrankung auch schmerzlos und unerkannt ablaufen.
Therapie
Die Hodentorsion ist immer ein Notfall. Ärztliche Hilfe ist schnell erforderlich, da die Torsion schon nach vier bis sechs Stunden bleibende Schäden hervorrufen kann.
Durch eine Operation (Detorquierung und
Orchidopexie) kann man den Hoden retten oder ihn gegebenenfalls entfernen, wenn er schon infarziert ist. Durch den Verlust des Hodens können die Spermienproduktion und die Hormonproduktion eingeschränkt werden. Die Zeugungsfähigkeit und die ausreichende Hormonproduktion sind mit nur einem Hoden jedoch meist noch gegeben.
Testicular torsion | Torsion du testicule | Torsio testis
Urologie | Kinderchirurgie