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Das Hochstift Paderborn ist ein noch heute gebräuchlicher Begriff für den weltlichen Herrschaftsbereich der Fürstbischöfe von Paderborn. Als Fürstbistum Paderborn war das Hochstift bis 1802 ein eigenständiger Staat, die Bischöfe ein geistlicher Reichsstand innerhalb des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation.

Geografie


Mit dem Begriff Hochstift Paderborn wird landläufig die Region der nordrhein-westfälischen Landkreise Paderborn und Höxter bezeichnet. Diese liegt beiderseits des Eggegebirges zwischen Senne und Warburger Börde, zwischen Weser und Sauerland. Essentho, Meerhof, Oesdorf und Westheim des früheren Amtes Wünnenberg im ehemaligen Kreis Büren sind heute Teil des Hochsauerlandkreises. Historisch ist das Hochstift mit dem Fürstbistum Paderborn gleichzusetzen, unter Ausschluss der Fürstabtei Corvey.

Geschichte


Aus dem Bistum entwickelt sich im Laufe der Jahrhunderte das Territorium Fürstbistum Paderborn, das erst in der Neueren Neuzeit durch preußische Besetzung 1802 aufgelöst wird. Von einer Landeshoheit bzw. Staatlichkeit des Fürstbistums kann somit nur vom Hochmittelalter bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts gesprochen werden.

Bistumsgründung als karolingischer Willensakt

Das Bistum Paderborn wird nach 799 durch Papst Leo III. und den damaligen fränkischen König Karl den Großen in Paderborn errichtet. Allerdings lässt sich die Gründung nicht an einem einzigen Datum festmachen. Mehrere Jahre zuvor wurde die Bistumsgründung durch die Franken vorbereitet. Der Gründung dienten seit 798 Enteignungen altsächsischen Eigentums. Im Jahre 799 floh Papst Leo III. vor römischen Unruhen zu Karl nach Paderborn. Die Verhandlungen zwischen Karl und Leo in am neuen Bistumssitz Paderborn hatten weltgeschichtliche Bedeutung, da sie die Wiederbegründung des weströmischen Kaisertums zum Inhalt hatten. Nur ein Jahr später ließ sich Karl in Rom zum neuen römischen Kaiser krönen.

In den ersten Jahren war das Bistum noch nicht eigenständig. Es unterstand noch dem Bistum Würzburg. Die Karolinger nutzten aber schon das junge Bistum als ihren wichtigsten Bischofsort im eroberten Sachsen.

Eine erste territoriale Aufwertung erfuhr das Bistum durch die Verleihung der Immunität, die adelige Gerichtsbefugnisse im Gebiet ausschloss. Karl der Dicke übertrug 855 dem Domklerus das Recht der freien Bischofswahl.

Die Ausbildung des Territoriums

Im 10. Jahrhundert stand das Gebiet des heutigen Hochstiftes unter der ständigen Auseinandersetzung zwischen dem fränkischen Adelsgeschlecht der Konradiner und dem (ost-)sächsischen Geschlecht der Liudolfinger.

Der Untergang des Fürstbistums

Der Reichsdeputationshauptschluss besiegelte die Annexion auch staatsrechtlich. Bis zu diesem Zeitpunkt gehörte das Hochstift zum Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis.

Das Hochstift heute


Kirchenrechtlich bezeichnet die Seelsorgeregion Hochstift heute einen Gemeindeverband des römisch-katholischen Erzbistums Paderborn mit den kirchlichen Dekanaten Brakel-Steinheim, Büren, Corvey, Delbrück, Paderborn und Warburg.

Das heutige Dekanat der römisch-katholischen Kirche Corvey (östlicher Teil des Kreises Höxter) gehört historisch nicht zum Fürstbistum Paderborn, sondern bildete einen eigenen Staat.

Erst in den vergangen Jahrzehnten ist der Begriff Hochstift wieder zu einem Bestandteil der regionalen Identität in Paderborn und Höxter geworden. Beispiele hierfür sind:

Literatur


  • Brandt, Hans Jürgen / Hengst, Karl: Geschichte des Erzbistums Paderborn, Paderborn 1997
  • Drewes, Josef (Hg.): Das Hochstift Paderborn: Portrait einer Region, Paderborn u.a. 1997 (2.Aufl.)
  • Keinemann, Friedrich: Das Hochstift Paderborn am Ausgang des 18. Jahrhunderts, * 1996
  • Hohmann, Friedrich Gerhard: Das Hochstift Paderborn, ein Ständestaat, Paderborn 1975
  • Hohmann, Friedrich Gerhard:
    Karten, Pläne, Ansichten 1550-1800 aus dem Paderborner und dem Corveyer Land
    Paderborn 1996
  • Roerkohl, Anne: Geschichte des Hochstifts Paderborn, Münster 1997
  • Schoppmeyer, Heinrich: Der Ursprung der Landstände im Hochstift Paderborn, Paderborn 1986
  • Schoppmeyer, Heinrich: Geschichte des Hochstifts Paderborn und des Paderborner Landes, in: Drewes, Josef (Hg.): Das Hochstift Paderborn: Portrait einer Region, Paderborn u.a. 1997 (2.Aufl.), S. 9-30.

Weblinks


Quellen


Siehe auch: Erzbistum Paderborn, Liste der Bischöfe von Paderborn, Liste der katholischen Bistümer, Paderborn

Geistliches Fürstentum | Paderborn

Bishopric of Paderborn

 

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