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Hochspannungsleitung.JPG Hochspannungsleitungen sind Stromleitungen und dienen zur Übertragung von elektrischer Energie über große Distanz. Dazu werden Spannungen über 10.000 V verwendet, um die Leitungsverluste trotz kleiner Leiterquerschnitte möglichst gering zu halten und mit der Hochspannungstechnik die Übertragungskosten zu optimieren.

Aufbau


Die Hochspannungsleitungen werden üblicherweise mit Dreiphasen-Wechselstrom Drehstrom betrieben. Dies hat zwar Vorteile bei der Transformierbarkeit, bringt jedoch auch höhere Verluste durch den Skin-Effekt und kapazitive wie induktive Effekte mit sich. Das Hochtransformieren auf hohe Spannungen ist notwendig, um den Strom klein zu halten, damit man geringere Leitungsquerschnitte verwenden kann. Außerdem fließen, bei nahezu gleicher Belastung der drei Außenleiter, durch die Phasenverschiebung nur noch geringe Ausgleichströme, die über das Erdreich abgeleitet werden. Des Weiteren kann man mit Dreiphasen-Wechselstrom eine Drehbewegung übertragen, mit der sehr leistungsfähige Asynchronmotoren betrieben werden können. Weiterhin wendet man in Sonderfällen (lange Übertragungsstrecke, Seekabel) auch Verfahren zur Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) mit Spannungen zwischen 100 und 1.000 kV an. Im Unterschied zu Drehstromsystemen gibt es bei HGÜ-Systemen keine Normspannungen. Mehrfach realisiert wurden +/- 500 kV (also 1000 kV zwischen Hin- und Rückleiter).

Beispielrechnung


Gegeben: Leitungswiderstand R Übertragene Leistung Pnutz

I = \frac{P_{nutz}}{U}
P_{verl} = I^2 \cdot R = \frac{P_{nutz}^2 \cdot R}{U^2}

d.h. die Verlustleistung nimmt bei gleicher Wirkleistung quadratisch mit der Spannung ab. Allerdings wird der Aufwand für die Isolation mit zunehmender Spannung größer. Die Übertragungsverluste betragen etwa 6 % je 100 km bei einer 110-kV-Leitung und lassen sich mit 800 kV Höchstspannungsleitungen auf etwa 0,5 % je 100 km reduzieren.

Hochspannungen in Deutschland


Übliche Spannungen in Deutschland sind:

  • Mittelspannung
    • 10 kV / 20 kV
    • 15 kV / 30 kV (in Ostdeutschland und vor allem in Südsachsen, meist im Rückbau)
    • 15 kV Oberleitung Bahn (mit 16 2/3 Hz)

  • Hochspannung

  • Höchstspannung
    • 220 kV (Überlandleitungen)
    • 380 kV
    • 800 kV (wird in Deutschland nicht angewandt)

Die HGÜ Baltic-Cable arbeitet mit 450 kV, die HGÜ Kontek mit 400 kV.

Hochspannung in der Schweiz


Die in der Schweiz üblichen Spannungsebenen sind 380, 220, 110 und 50 kV. Heute ist die Stromversorgung landesweit mit Höchstspannungsleitungen von 380 kV gewährleistet. Als die Stadt Zürich begann, Elektrizität aus Graubünden zu beziehen, bedurfte es einer neuen Hochspannungsleitung von rund 120 Kilometern. Man hatte noch keine Erfahrung im Stromtransport über so grosse Distanzen. Heute ist diese Energiestrasse den ganzen Weg für 380 kV ausgelegt. In den 1950er- und 1960er-Jahren erstellten die Nordostschweizerischen Kraftwerke ihre baugleichen 380-kV-Leitungen Bonaduz–Breite (bei Nürensdorf), Tavanasa–Breite (genannt Vorableitung), Breite–Beznau und Beznau–Laufenburg. Die Masten wurden für die heutigen Verhältnisse zu niedrig gebaut. Schon in den späten 1960er- und den 1970er-Jahren war man bemüht, möglichst hohe Masten zu bauen, um die Auswirkungen des Elektrosmogs auf ein Minimum zu reduzieren. Die folgenden Unternehmungen besitzen 380-kV-Leitungen: Nordostschweizerische Kraftwerke (NOK), Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (EWZ), Kraftwerke Brusio (KWB), Engadiner Kraftwerke (EKW), Kraftwerke Vorderrhein (KVR), Centralschweizerische Kraftwerke (CKW), Aare-Tessin AG für Elektrizität (Atel), Bernische Kraftwerke (BKW), Energie Ouest Suisse (EOS).

Hochspannungsleitungen in Österreich


Äuch in Österreich wird das Hochspannungsnetz aus den Spannungsebenen 380 kV, 220 kV und 110 kV gebildet. Das 380 kV Netz ist in Österreich nicht durchgängig ausgebaut sondern in mehrere Segmente aufgeteilt die untereinander über 220 kV Strecken verbunden sind. Ein Grossteil des überregionalen Stromtransportes innerhalb Österreich erfolgt daher über 220 kV und 110 kV Leitungen. Der westliche Teil des 380 kV Netzes in Vorarlberg und Westtirol dient vor allem dem Stromaustausch zwischen den benachbarten Staaten Deutschland, Italien und der Schweiz. Im Osten verläuft eine 380 kV Leitung durch Oberösterreich, Niederösterreich, Wien und dem Burgenland, wobei ein südlicher, derzeit noch nicht vollständig ausgebauter Ast in südlichen Burgenland endet. Dieser Teil des 380 kV Netzes dient neben der Stromversorgung des Ballungsraumes um Wien auch dem Stromaustausch zwischen der Tschechien, Ungarn und künftig Slowenien im Süden. Die Bundeshauptstadt Wien besitzt als oberste Spannungsebene ein 380 kV Netz in Kombination mit einem feinmaschinigen 110 kV Verteilungsnetz im städtischen Bereich. Die 220 kV Ebene kommt in der Bundeshauptstadt nicht zur Anwendung. Im Frühjahr 2006 würde im Norden von Wien eine Hochspannungsleitung in Betrieb genommen, welche mit 400 kV betrieben wird und vor allem der Versorgung der nordöstlichen Randbezirke Wiens dient.

Hochspannungsleitungen in Österreich

Siehe auch


Elektrische Energie

High tension line | Ligne à haute tension

 

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