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Hochschulrankings bewerten die Qualität von Forschung und Lehre an Hochschulen sowie der Fakultätsentwicklung anhand verschiedener Kriterien. Einige Rankings stellen Ranglisten mit einzelnen Rangplätzen auf, andere teilen Hochschulen in verschiedene Ranggruppen ein. Hochschulrankings dienen als Informationsquelle für Abiturienten, Studierende, Hochschulen, Arbeitgeber, Ministerien und sonstige Interessierte.

Überblick


Ursprünglich insbesondere in den USA populär geworden, haben sich seit Anfang der 1990er Jahre Hochschulrankings auch in Deutschland etabliert. In Deutschland wurden Rankings unter anderem vom Spiegel, Focus, Handelsblatt, Karriere, Wirtschaftswoche, Capital und dem FAZ Hochschulanzeiger veröffentlicht. Daneben gibt es noch weltweite Rankings wie das The Times Higher Education Supplement World Ranking oder das Ranking der Universität Shanghai.

Hochschulranking zielen üblicherweise darauf ab, qualitative Unterschiede zwischen einzelnen Fächern oder Fächergruppen verschiedener Hochschulen darzustellen. Auf Basis dieser Daten sollen unter anderem Entscheidungshilfen für verschiedene Interessengruppen (z.B. Studienanfänger, Unternehmen, politische Akteure) entwickelt werden.

CHE Hochschulranking


Das umfangreichste und detaillierteste Ranking für Universitäten und Fachhochschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz veröffentlicht das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) seit 1998 jedes Jahr, seit 2005 in Kooperation mit der Wochenzeitung DIE ZEIT, davor in Kooperation mit der Zeitschrift stern. Es richtet sich vor allem an Studienwillige denen die Auswahl einer passenden Hochschule erleichtert werden soll, zielt aber auch darauf ab, durch eine höhere Transparenz und den damit verbundenen Leistungsdruck den Wettbewerb zwischen den einzelnen Hochschulen bzw. Instituten zu intensivieren.

Das CHE-HochschulRanking berücksichtigt insgesamt 35 Fächer und spricht damit mehr als drei Viertel aller Studienanfänger an. Neben Fakten zu Studium, Lehre, Ausstattung und Forschung enthält das Ranking Urteile von über 250.000 Studierenden über die Studienbedingungen an ihrer Hochschule sowie die Reputation der Fachbereich unter den Professoren der einzelnen Fächer. Die bis zu 34 Kriterien je Fach werden weder zu einem Gesamtpunktwert verrechnet, noch werden einzelne Rangplätze vergeben. Durch die Vielzahl der Kriterien und die Einteilung in Ranggruppen entsteht so ein multidimensionales Rating, bei dem die Nutzer selbst die für sie wichtigen Kriterien festlegen können, und das die Stärken und Schwächen eines Fachbereichs aufzeigt.

Kritik


In die Kritik geraten sind die Hochschulrankings aufgrund problematischer Erhebungsmethoden und stark divergierender Ergebnisse zwischen den unterschiedlichen Rangfolgen.

Rankings, bei denen Studenten an den entsprechenden Hochschulstandorten über ihre Zufriedenheit befragt werden (was meist nur ein Kriterium unter mehreren in Rankings ist), vergleichen laut Kritikern nicht so sehr die absolute Qualität des Studienangebotes, sondern nur das Verhältnis von Erwartungshaltungen der Studentinnen und Studenten einerseits zum Angebot andererseits. Fachbereiche, deren Studierende hohe Ansprüche aufweisen (die nicht zuletzt wiederum durch das Angebot mitbestimmt werden) können so schlechter abschneiden als Fachbereiche, wo Studentinnen und Studenten geringere Erwartungen haben, die aber erfüllt werden.

Prinzipielle Probleme statistischer Erhebungen wie geringe Rücklaufquoten oder eine schlechte Vergleichbarkeit der untersuchten Fächer (wg. unterschiedlicher Strukturen, Ausrichtungen oder Studienkonzepten) haben ebenfalls wiederholt für Widerspruch einzelner Interessengruppen und Professoren gesorgt. Studierende könnten so eine Strategie verfolgen, durch systematisch gute Bewertungen bei Befragungen ihren Studienababschluss aufzuwerten und ihren Fachbereich oder ihre Universität durch die Mitwirken in Rankings gut abschneiden zu lassen. Rankings die Online-Umfragen durchführen, wie das Spiegel oder Karriere-Ranking, sind dafür extrem anfällig, da bei diesen auch eine automatisierte Manipulation ohne Probleme möglich ist.

Angezweifelt wird insbesondere auch die Aussagekraft sogenannter Personalerrankings, in denen Personalchefs Hochschulen bewerten sollen. In ihnen werden vielfach nicht tatsächliche Leistungen der Fächer sondern persönliche Sympatien für Studienorte bewertet, was unter anderem durch Untersuchungen belegt wurde, in denen Fächer "renommierter" Hochschulen in Befragungen der Personaler selbst dann sehr gut abschnitten, wenn diese an den genannten Hochschulen gar nicht unterrichtet wurden.

Speziell für das CHE-Ranking weisen Kritiker schließlich auf mehrere Schwächen hin. So habe das Kriterium "Empfehlung von Professoren für ein Studium" nur eine geringe Aussagekraft, da zweifelhaft sei, ob externe Professoren tatsächlich ein qualifiziertes Urteil zum Studium einer anderen Hochschule äußern könnten. Des weiteren würden forschenden Preisträger beim Forschungsranking nicht berücksichtigt und einige kleine Fächer überhaupt nicht berücksichtigt, weswegen das Ergebnis der Untersuchung verfälscht werde. Außerdem läßt das CHE aus Datenschutzgründen die Umfrageunterlagen durch die Hochschulen oder Universitäten verteilen. Dies ermöglicht beliebige Manipulationen durch die Hochschulen oder Universitäten.

Ein weiterer Kritikpunkt der viele Rankings betrifft ist die unterschiedlichste Zuordnung von Fachgebieten und Fachbereichen. Ein Fachgebiet kann an einer Hochschule oder Universität in vielen Fachbereichen angesiedelt sein. Umgekehrt kann ein Fachbereich viele Fachgebiete beinhalten. Das CHE-Ranking, z.B., geht nur von einem Fachbereich aus und unterstellt ihm ein Fachgebiet, was aufgrund der eingehend beschriebenen Situation in der Realität willkürlich ist. Zum Beispiel kann ein Fachgebieten das primär nicht einem technisch/naturwissenschaftlichen Fachbereich zugeordnet ist, aber unter diesen fällt wesentlich mehr Forschungsgelder, Patente und Promotionen aufweisen, was natürlich nicht mit der Realität übereinstimmt, dieser aber im Vergleich zu anderen Fachgebieten Universitäten/Hochschulen wesentlich besser dasteht. Das Problem der eindeutigen Abgrenzung konnte bisher nicht zufriedenstellend in keinem Ranking gelöst werden.

Im Gegensatz hierzu bewertet das Educational Policy Institute das CHE-Ranking in einem Vergleich von 19 internationaler Uni-Ranglisten als "nicht weniger als brillant". Anders als Ranglisten mit oft fragwürdigen Indikatoren ziehe das deutsche Ranking die Hochschulen aktiv in die Erstellung ein und erreiche so "eine hohe Datenqualität auf Institutsebene". Auch die European University Association stellte 2005 fest: "Das vom CHE benutzte System zur Bewertung von Hochschulen ist vermutlich das beste verfügbare Modell in der Welt der Hochschulbildung" (vgl. Artikel der ZEIT im Anhang, die das CHE-Ranking allerdings auch vermarktet).

Weblinks


Wissenschaftspolitik

College and university rankings | Palmarès universitaire | 大學排名

 

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