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S_tagblattturm_1930.jpg Stuttgart 1933]] Cafe Moskau.JPG | Neckarhochhäuser_Mannheim.jpg Im deutschsprachigen Raum bezeichnet der Begriff Hochhaus ursprünglich alle Gebäude, die eine bestimmte, in der jeweiligen Landesbauordnung festgelegte Gebäudehöhe überschreiten, auch wenn sie nicht die typische Gestalt (und die übergroße Höhe) eines Wolkenkratzers haben. Der Begriff ist deshalb nicht bedeutungsgleich mit dem Begriff Wolkenkratzer.

Definition


Nach der in den meisten Landesbauordnungen verwendeten Definition ist ein Gebäude ein Hochhaus, wenn der Fußboden mindestens eines Aufenthaltsraumes mehr als 22 Meter über der Geländeoberfläche liegt. Der Sinn dieser Definition liegt im Brandschutz. Die meisten Feuerwehrdrehleitern können Personen aus Räumen retten, deren Fußboden bis zu 23 Meter über dem Gelände liegt. Für Gebäude, die diese Höhe überschreiten - also genau die Hochhäuser - müssen besondere Brandschutzvorkehrungen getroffen werden, wie zum Beispiel besonders abgetrennte Fluchttreppenhäuser.

Dem Begriff „Wolkenkratzer“ (englisch: "skyscraper") erheblich näher kommt der Begriff „Turmhaus“, der in den 1920er Jahren im deutschen Sprachraum gebräuchlich war.

Geschichte


Geburtsstunde des Hochhauses

Als sich in Chicago, in den USA, zwischen 1880 und 1890 die Einwohnerzahl auf über eine Million verdoppelte, vervielfachten sich auch die Grundstückspreise in der Innenstadt. Kostete 1 im Jahr 1880 noch 130 US-Dollar, versiebenfachte er sich bis zum Jahr 1890 fast bis auf 900 US-Dollar pro m². Um rentabel zu wirtschaften, begannen Grundstückseigner, ihre Grundfläche maximal zu nutzen – was bedeutete, höher zu bauen. Dank neuer Erfindungen wie elektrischer Aufzugsanlagen, feuerfesterer Baustoffe, aber vor allem durch die Entwicklung des Skelettbaus und Stahlskelettbaus im Gebäudebau, wurde dies möglich.

Das Home Insurance Building von 1885 (1931 abgerissen) war das erste Bauwerk, das die neuen technischen Errungenschaften vereinte und gilt mit seinen zehn Etagen als das erste Hochhaus der Welt. Das 1889 von Dankmar Adler und Louis Sullivan errichtete Auditorium Building wies zudem - neben seiner fast perfekten Akustik - als Neuheit eine Klimaanlage auf. Zwischen 1890 und 1894 wurde das Reliance Building erbaut, welches als Vorläufer der gläsernen Vorhangwandkonstruktion gilt, die später den „internationalen Stil“ bestimmen sollte. Es gilt als Meisterwerk der Ersten Chicagoer Schule.

Deutschland

Das erste solitäre Hochhaus Deutschlands ist das 1915 bis 1916 nach Plänen des Architekten Friedrich Pützer errichtete Turmhaus der Carl Zeiss AG in Jena. Es erreichte mit 11 Stockwerken eine Höhe von 43 Metern. Mit seinen rasterartig angeordneten Fenstern besitzt es eine an amerikanischen Vorbildern orientierte Fassade. Die ehemaligen Zeiss-Produktionsstätte wird heute, nach umfassender Sanierung, für Büros, Appartements und Arztpraxen genutzt.

Das erste Bürohochhaus, wenn auch von deutlich geringerer Höhe ist das siebenstöckige Industriehaus in Düsseldorf am Wehrhahn, erbaut 1921 bis 1923 nach Plänen der Architekten Hans Tietmann und Karl Haake.

Ein weiteres frühes Hochhaus ist das Wilhelm-Marx-Haus, das 1922 bis 1924 nach Plänen des Architekten Wilhelm Kreis ebenfalls in Düsseldorf errichtet wurde. Es hat eine Höhe von 57 Metern bei 13 Stockwerken.

Das 1925 von Jacob Koerfer in Köln errichtete Hansahochhaus war mit seiner Höhe von 65 Metern bei 17 Stockwerken zum Zeitpunkt der Fertigstellung das höchste Haus Europas.

Der Tagblatt-Turm von 1928 in Stuttgart mit seinen 16 Etagen bei 61 Metern Höhe gilt als das erste in Sichtbeton ausgeführte Hochhaus Deutschlands, entworfen vom Architekten Ernst Otto Oßwald.

Das 1928 fertiggestellte Anzeigerhochhaus in Hannover des Architekten Fritz Höger hat eine Höhe von 50 Meter bei 12 Stockwerken.

Ein weiteres frühes Hochhaus ist das in Eisenbeton und als Stahl-Skelettbau errichtete Hochhaus am Albertplatz in Dresden-Neustadt, das 1929 nach Plänen des Architekten Herrmann Paulick fertiggestellt wurde.

Wiederum für die Firma Carl Zeiss entstand in den Jahren 1935 bis 1936 das Ernst-Abbe-Hochhaus in Jena. Heute ist das Gebäude nach umfassender Sanierung Sitz der Jenoptik-Konzernverwaltung. Es handelt sich um ein Hochhaus mit 16 Stockwerken und einer Höhe von 66,29 Meter. Das Ernst-Abbe-Hochhaus wurde von der Dyckerhoff & Widmann AG unter der Leitung von Johann Braun nach Plänen der Architekten Hans Hertlein und Georg Steinmetz errichtet.

Nach der Form wird zwischen Punkthochhäusern mit eher quadratischer Grundfläche und Scheibenhochhäusern mit längsrechteckiger Grundfläche unterschieden.

Städte mit den meisten Hochhäusern


Die Städte mit den meisten Hochhäusern
(Gebäude mit mehr als 12 Stockwerken oder höher als 40 m; inkl. Kirchen und Türme) Quelle: emporis (Stand: Frühjahr 2006)

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Rang Stadt Land Anzahl Weiterführende Informationen
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1 Hong Kong China 7.549
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2 New York City USA 5.478
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3 Singapur Singapur 3.619
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4 São Paulo Brasilien 3.549
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5 Seoul Südkorea 2.842
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6 Tokio Japan 2.496
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7 Istanbul Türkei 2.122
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8 Rio de Janeiro Brasilien 1.989
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9 Toronto Kanada 1.645
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10 Buenos Aires Argentinien 1.528
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11 London Großbritannien 1.303
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12 Madrid Spanien 1.144
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13 Chicago USA 1.046
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14 Sydney Australien 829
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15 Peking China 825
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... Berlin Deutschland 326 41 angekündigt, weitere 2 in Bau
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... Frankfurt Deutschland 280 50 angekündigt, weitere 10 bereits in Bau; siehe auch Liste der Hochhäuser in Frankfurt am Main
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... Wien Österreich 88 7 angekündigt, weitere 2 in Bau
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... Basel Schweiz 32 2 angekündigt, weitere 2 in Bau
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... Zürich Schweiz 23 7 weitere angekündigt; siehe auch Hochhäuser in Zürich

Siehe auch


Bauform | Stadtbaugeschichte | Hohes Gebäude

High-rise | Flat | 高层建筑

 

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