Abdg1.jpgLochergut.jpg Das Stadtbild von Zürich ist nicht von Hochhäusern geprägt. Auf Stadtgebiet gibt es lediglich rund 20 Bauten über 50 m Höhe. Dadurch erhalten die wenigen existierenden Hochhäuser eine besondere Bedeutung und Wirkung im Stadtbild.
Im Kanton Zürich gelten Bauten über 25 m als Hochhaus.
Zuerich_Wipkingen_Turm_KGH.jpg Während in amerikanischen Städten bereits gegen das Ende des 19. Jahrhunderts Hochhäuser errichtet wurden, sollte diese Entwicklung in Zürich erst in den 1930er Jahren einsetzen. Lange Zeit waren Häuser mit mehr als sechs Stockwerken in Zürich verboten, weil die Leitern der Feuerwehr nicht weiter reichten.
Der Bau des Kirchgemeindehauses Wipkingen 1930–1932 durch Hans Vogelsanger und Albert Maurer war für Zürich daher ein Novum. Allerdings zählt ein Hochhaus für die Kirche nur bedingt als Hochhaus, schliesslich wurden Kirchen schon immer hoch gebaut. Kurze Zeit später entstand 1934/35 das kantonale Verwaltungsgebäude Walche der Gebrüder Pfister – als staatliches Gebäude ebenfalls nur aus architektonischer Sicht ein Hochhaus. Beide Gebäude, das Kirchgemeindehaus Wipkingen wie der Walcheturm, liegen zudem an Berghängen. Dadurch wirken die ohnehin nicht sehr hohen Gebäude noch kleiner.
Bis in die 60er Jahre wurden in Zürich fast keine weiteren Hochhäuser errichtet. Dafür setzte ab diesem Zeitpunkt ein eigentlicher Hochhaus-Boom ein. Das Wohnen im Hochhaus galt als modern, und eine Wohnung in einem Hochhaus war eine Art Statussymbol. Nach der Fertigstellung der Wohnsiedlung Lochergut im Jahre 1966 berichteten die Medien über das Wohnen im Hochhaus. Einige Jahre später wurden die Hardau-Hochhäuser fertiggestellt. Die Begeisterung für Hochhäuser liess in den folgenden Jahren immer mehr nach. Die Hardau verslumte regelrecht.
Das Hochhaus zur Schanzenbrücke war eines der letzten, die bewilligt wurden, bevor eine vom Volk angenommene Initiative 1984 dem Hochhausbau in der Innenstadt ein Ende setzte. Gegen das Jahr 2000 wurde das Verbot immer mehr gelockert. Eine Trendwende trat ein: Es wurden wieder neue Hochhäuser geplant und gebaut.
Zur Zeit sind in Zürich West und im Leutschenbachquartier etwa ein Dutzend Hochhäuser in Planung.
Im Jahre 1988 brach im obersten Teil des Hotels ein Grossbrand aus, welcher etliche Todesopfer forderte.
Der Vorteil des Hotels ist seine Nähe zum Flughafen: Der Zug benötigt lediglich vier Minuten für diese Strecke.
Der bekannteste Mieter im Lochergut war Max Frisch, welcher im obersten Stockwerk eine Wohnung besass.
Die Fassade ist vollständig in dunklem Glas gehalten, was dem Gebäude das typische Erscheinungsbild eines Obsidians verleiht. Zusammen mit dem Turm des IBM-Neubaus auf der gegenüberliegenden Seite der Gleisanlage der SBB bilden die Hochhäuser ein Stadttor zu Zürich von Westen her.
Das Haus stand ganz im Zeichen des als fortschrittlich geltenden Automobils: Im Erdgeschoss befinden sich seit je eine Tankstelle, eine Silberkugel-Schnellimbiss sowie eine Filiale der Schweizerischen Kreditanstalt. Das Dach des Sockelbaus ist über zwei freitragende spiralförmige Rampen als Parkgelegenheit nutzbar. Diese Konstruktion ohne Stützen galt damals als kühn. Jedoch musste sie nachträglich leicht abgestützt werden, weil beim Befahren unangenehme Schwingungen auftraten. Die Autos auf dem Dach sind durch filigrane Betonelemente halb gedeckt. Die Betondächer erinnern entfernt an Palmenblätter, was zum Namen des Hauses passt.
Im ersten Untergeschoss befindet sich eine Einstellgarage mit Waschboxen. Die Waschboxen liegen unter dem Vorplatz zum Eingang, wo ein Brunnen von Erwin Rehmann steht. Dieser Brunnen besitzt einen transparenten Boden und dient so als Oberlicht für die Waschboxen.
Der Name Hochhaus zur Palme stammt vom Vorgängerbau, einer 1837 vom Architekten Hans Conrad Stadler fertiggestellten Villa mit grossem und reich bewachsenem Garten. Als Caspar Baumann diese 1862 Conrad Escher vom Glas (1833–1919), einem dessen Brüder und dessen beider Schwägern abkaufte, übertug er den Namen seines vormaligen Wohnsitzes in Horgen auf die neuerworbene Liegenschaft, die fortan also zur Palme hiess. Offenbar wurde Conrad Eschers Schwestern die Abwicklung eines Verkaufes nicht zugetraut oder ihr Ererbtes ging direkt an die Ehemänner über.
Der Anstoss zum Abbruch der Villa und zum Neubau eines Geschäftshauses kam von Walter Baumann, einem Urenkel Caspars. Dieser beauftragte das Büro Häfeli Moser Steiger mit der Ausarbeitung der Pläne und sicherte sich die finanzielle Unterstützung der damaligen Schweizerischen Kreditanstalt, heute Credit Suisse. Auch heute noch wird ein Grossteil des Gebäudes von der Bank belegt. 1956 waren die Pläne baureif, doch es sollte drei Jahre dauern, bis mit dem Aushub begonnen werden konnte. Die Denkmalpflege wehrte sich gegen den Abbruch der alten Villa, da seinerzeit eine ganze Reihe von historischen Gebäuden abgebrochen wurde und die alte Palme der zweitletzte bestehende Bau von Hans Conrad Stadler in Zürich war. Nicht zuletzt dank dem 1956 eingeführten Hochhausparagrafen wurde die Baubewilligung schlieslich erteilt. Die Einweihung fand am 18. April 1964 statt.
Zuerich zur Palme perspektivisch.jpg Häfeli, Moser und Steiger erhielten für das Gebäude international Anerkennung. Sie sollen mit diesem Bau das Hochhaus teilweise neu erfunden haben. Andere erkennen in dem Bau die Schrift von Frank Lloyd Wright, bei dem Moser zeitweise arbeitete. Versagt blieb ihnen die Anerkennung von offizieller Seite in Zürich selbst. Es ist zu vermuten, dass die Auszeichnung für gute Bauten im Zusammenhang mit dem Einspruch der Denkmalpflege verweigert wurde.
Das inklusive Liftaufbauten 50 m hohe Gebäude musste inzwischen umfassend saniert und renoviert werden. Abschätzungen über die Grösse der installierten Öltanks (316'000 l auf 15'500 m² Mietfläche) deuten auf einen sehr hohen Energieverbrauch, so dass sich Massnahmen zur Steigerung der Energieffizienz und zur Entfernung des damals üblichen Asbests aufgedrängt haben dürften. Dieser Aufwand übersteigt die Baukosten von seinerzeit 21 Mio. CHF mittlerweile beträchtlich.
Ilya Kabakov-Der gefallene Kronleuchter.jpg Seit 1996 befindet sich im Foyer eine Installation von Ilya Kabakov mit dem Namen Der gefallene Kronleuchter. Es handelt sich um einen goldenen Lüster, welcher verbogen in der Mitte des Eingangs am Boden liegt. An der Decke hängt eine gerissene Schnur. Die Installation spielt mit dem Kontrast zwischen alt und neu, der Kronleuchter könnte aus der alten Villa stammen, wurde aber eigens gefertigt. Dazu passt, dass der Lüster leise gläserne Klänge von sich gibt. Ein Relikt der alten Villa mit ihrer Geschichte weint in der neuen Umgebung leise vor sich hin. Die Reaktion der Passanten „das darf nicht sein“ und „wie kommt der unpassende Leuchter hierhin“ ist das eigentliche Kunstwerk.
Über die Palme sind verschiedene Publikationen erschienen, zwei davon dienten als Quelle zu vorligendem Text:
Das Haus bildet für sich allein eine Einheit. Durch die glänzende Aluminiumfassade dominiert es weniger aufdringliche Bauten wie das Hochhaus zur Schanze optisch.
Die beiden Häuser am Letzigraben sind die ersten Wohnhochhäuser in Zürich. Nur das Kirchgemeindezentrum Wipkingen und der Walcheturm (städtische Verwaltung) sind ältere Hochhäuser. Daher handelt es sich aus Sicht des Denkmalschutzes um ein Schutzobjekt kommunaler Bedeutung.
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Hochhäuser in Zürich".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world