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Hochdruckregister sind Orgelregister (sowohl Lippen- als auch Zungenregister), die mit erhöhtem Winddruck (bis 300 mm Wassersäule oder z. T. sogar mehr) angeblasen werden, wodurch sie deutlich lauter klingen als normale Orgelregister (der sonst übliche Winddruck liegt bei einem Orgelregister zwischen 50-100 mm Wassersäule).

Hochdruckregister kamen als technische Neuerung im Orgelbau des 19. Jahrhunderts auf und wurden zum Beispiel von Aristide Cavaillé-Coll gebaut. Im französischen, englischen und amerikanischen Orgelbau sind sie verbreiteter als im deutschen. Dem Namen nach erkennt man Hochdruckregister häufig daran, dass ihr erster Namensbestandteil das Wort "Stentor-" ist (z. B. Stentorflöte, Stentorgambe, Stentor Diapason), benannt nach der griechischen Sagengestalt Stentor, einem Kämpfer im Trojanischen Krieg, der angeblich so laut sprechen bzw. rufen konnte wie fünfzig Männer auf einmal. Typische Bezeichnungen von Hochdruckregistern, die aus Zungenpfeifen bestehen, sind Tuba mirabilis und Royal Trumpet.

Hochdruckregister müssen, wenn sie aus Lippenpfeifen bestehen, besonders breite Labien haben, damit der hohe Winddruck auch in entsprechende Lautstärke umgesetzt werden kann. Manchmal haben Hochdruckregister auch zwei Labien an gegenüberliegenden Seiten, d. h. an der Vorder- und Rückseite der Pfeife (z. B. bei dem 1906 von der Firma E. F. Walcker & Co. erfundenen Synthematophon). Der deutsche Orgelbauer Wilhelm Theodor Friedrich Weigle (1850-1906) erfand 1901 eine besondere Art Hochdruckregister, die sogenannten Seraphonstimmen, bei denen die beiden Labien an der Vorderseite der Pfeife einander benachbart sind und im rechten oder einem stumpfen Winkel aufeinanderstoßen.

Orgel

 

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