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Hochdorf an der Enz ist ein Ortsteil der Gemeinde Eberdingen. Der Ort liegt rund 18 km westlich von Ludwigsburg im Landkreis Ludwigsburg.

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Am Rande des Ortes befindet sich ein gewaltiges "keltisches" Hügelgrab, das wieder aufgeschüttet wurde. Mit einer Höhe von rund acht Metern und einem Durchmesser von mehr als 40 Metern zählt es zu den größten seiner Art. Hier wurde um 500 vor Christus ein "Fürst" der Hallstattkultur mit großem Aufwand und reichen Grabbeigaben bestattet. Die Lage der Grabstätte wurde mit Bedacht gewählt: Vom Hügel aus hat man Richtung Osten einen freien Blick auf den Hohenasperg, den damaligen Fürstensitz. Bild:Keltengrabhuegel Hochdorf.jpg|Keltisches Hügelgrab (rekonstruiert) Bild:HochdorfAusblick.jpg|Ausblick vom Grabhügel Richtung Osten zum Hohenasperg Bild:HochdorfKeltenmuseum.jpg|Keltenmuseum Bild:Hochdorf keltenmuseum0815.jpg|Rekonstruktion des Keltengrabs im Museum Das architektonisch interessant gestaltete Keltenmuseum Hochdorf zeigt hervorragende Repliken der Funde aus diesem Hügelgrab (die Originale befinden sich im Württembergischen Landesmuseum, Stuttgart). Neben der beeindruckenden Rekonstruktion der Grabkammer gibt es eine Darstellung der hallstattzeitlichen Handwerkstechniken sowie einen umfassenden Überblick über die intensive eisenzeitliche Besiedlung der Region Ludwigsburg, in der über 150 Fundstellen aus dieser Zeit entdeckt wurden. Zusätzlich werden im Wechsel Sonderausstellungen über artverwandte Themen im Museum gezeigt.

Der Tote war mit reichlich Beigaben ausgestattet. Zu seiner persönlichen Habe zählen ein Hut aus Birkenrinde, ein Goldhalsring und -armband, fünf Perlen aus Bernstein, Schlangenfibeln aus Bronze und Gold, Gürtelblech aus Gold, ein Bronze/Eisen-Dolch mit Goldbelag, Köcher mit Eisen- (13x) und Bronze- (1x) Pfeilspitzen, einem Täschchen mit Nagelschneider, Rasiermesser, Kamm und Angelhaken sowie goldene Schuhbeschläge. Weiterhin ein umfangreiches Trinkservice mit neun Trinkhörnern die mit Goldbändern verziert waren, ein importierter Bronzekessel und eine goldene Trink- und Schöpfschale sowie, auf dem vierrädrigen Wagen aufgestapelt, das Speisegeschirr mit drei Bronzebecken und neun Tellern. Auf dem Wagen, der mit verzierten Eisenblechen beschlagen war, fanden sich außerdem eine Axt, eine Lanze und ein Eisenmesser. Das spektakulärste Fundstück jedoch ist die 2,75 m lange Bronzeliege, die von 8 weiblichen Figuren mit einem Rad zwischen den Beinen getragen wurde. Die Rückenlehne ist mit figürlichen Darstellungen verziert, die drei Schwerttänzerpaare und zwei Wagendarstellungen, auf der jeweils eine Figur steht, zeigen. Das Grab war mit Textilien ausgeschlagen und wahrscheinlich waren die meisten Objekte ursprünglich in Textilien eingepackt. Die Goldbeschläge dienten ausschließlich der Präsentation des Bestatteten und wurden eigens für die Bestattung hergestellt.

Literatur


Jörg Biel, Der Keltenfürst von Hochdorf, Stuttgart 1985, ISBN 3-8062-0425-X

Weblink


Keltenmuseum Hochdorf

Ort in Baden-Württemberg | Archäologischer Fundplatz in Baden-Württemberg | Kelten | Museum in Baden-Württemberg

Sépulture de Hochdorf

 

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