Mit dem Hitler-Ludendorff-Putsch am 8. und 9. November 1923 versuchten Adolf Hitler, Erich Ludendorff und weitere Nationalsozialisten, die Regierungsmacht an sich zu reißen.
Gustav von Kahr versuchte gemeinsam mit Otto von Lossow und Hanns von Seisser seine republikfeindlichen Pläne in Angriff zu nehmen. Von der „bayerischen Ordnungszelle“ aus sollte in Berlin eine nationale Diktatur ausgerufen werden. Nach dem Abbruch der Ruhrkämpfe im September 1923 erklärte die antidemokratisch gesinnte bayerische Landesregierung den Ausnahmezustand für Bayern. Außerdem erwog sie, militärisch gegen die Reichsregierung vorzugehen.
Zum Eklat kam es am 18. Oktober. Reichswehrminister Otto Geßler forderte nach einem Hetzartikel gegen Friedrich Ebert und den Chef der Heeresleitung, Hans von Seeckt, das Verbot der NSDAP, das der Kommandeur der bayerischen Reichswehrdivision, Otto von Lossow, durchsetzen sollte. Dieser weigerte sich jedoch, dem Befehl nachzukommen und wurde daraufhin seines Amtes enthoben. Daraufhin unterstellte er die bayerische Division seinem alleinigen Kommando und vereidigte sie auf Bayern und seine Regierung. Damit war der offene Bruch mit dem Reich vollzogen.
Nach dem Vorbild der italienischen Faschisten um Mussolini sollten die in Bayern stehenden Reichswehrverbände zusammen mit antidemokratischen Wehrverbänden nach Berlin marschieren und dort die Macht im Deutschen Reich übernehmen. Gedacht war, dass das gesamte Volk mitziehen werde. Es kam jedoch nie soweit.
Am Morgen des 9. November 1923 marschierte eine teilweise bewaffnete Menschenmenge unter Führung Hitlers und General Ludendorffs zur Feldherrenhalle in München, wo der Vormarsch durch die bayerische Landespolizei blutig gestoppt wurde.
Im Gefecht ließen vier Polizisten und ein Passant ihr Leben. Fünfzehn Putschisten wurden erschossen. Ludendorff wird am gleichen Tag verhaftet, Hitler wenige Tage später. Die NSDAP wurde im ganzen Reich verboten und Hitler vom Bayerischen Volksgericht unter Vorsitz Georg Neithardts wegen Hochverrats zu fünf Jahren Festungshaft verurteilt. In der Festung Landsberg diktierte Hitler seinem damaligen Mithäftling Rudolf Heß Teile des ersten Bandes seines Buches Mein Kampf in die Feder. Ende 1924 wurde Hitler bereits vorzeitig aus der Haft entlassen.
Im Rahmen der Gedenkfeiern kam es zu zwei Attentaten auf Hitler: 1938 durch den Schweizer Maurice Bavaud und 1939 durch den Handwerker Georg Elser, die beide fehlschlugen. Während der Feier im Alten Rathaus in München am 9.November 1938 gab Joseph Goebbels den Befehl zur Reichspogromnacht, in der ca. 400 Menschen jüdischer Abstammung ermordet, 1406 Synagogen zerstört wurden und in deren Anschluss es zu den ersten Massendeportationen kam.
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