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Die Historien von Herodot sind ein mehrere Bücher umfassendes Geschichtswerk, geschrieben im 5. Jahrhundert v. Chr..

Die Historien verschaffen einen Überblick über die historischen Vorgänge der (zur Zeit Herodots) vergangenen ca. 220 Jahre, in denen u. a. die Perserkriege stattfanden - eine Zeitspanne also, die für das Volk der Hellenen absolut entscheidend war, und von jenen auch so wahrgenommen wurde.

Herodot selbst war einer der privilegierten Griechen, die sich in einer beginnenden aufstrebenden Epoche (nach dem so genannten dunklen Zeitalter der Hungersnöte, Seuchen und Auswanderungen) mithilfe der erst kürzlich eingeführten einheitlichen Schrift die Aufgabe stellten, alle mündlichen Überlieferungen und Erzählungen - mit Ausnahme von religiösen Mythen und Sagen - niederzuschreiben und über die im großen Stil verfügbaren Schriftträger Papyros und Pergament zu verbreiten. Sie wollten im kollektiven Gedächtnis der "jungen Nation" erhalten, mit welchen Tugenden und auch günstigem Schicksal diese dem Sturm aus Asien standhielt.

Dafür sammelte Herodot, Sohn einer wohlhabenden Familie in Halikarnassos (heute Bodrum, Türkei) über viele Jahre alles, was ihm Händler, Soldaten, Abenteurer aus allen Ländern oder auch befreundete Chronisten zutrugen und rekonstruierte auf dieser Basis so komplexe strategische Vorgänge wie den Kriegszug des Xerxes oder die berühmte Schlacht bei Salamis - aus der Sicht des Xerxes wie auch der Griechen. Ähnlich wie Hekataios bereiste Herodot, nach eigenen Angaben, viele der fernen Länder selbst, von denen er berichtet.

In seinen Historien unterlaufen ihm manchmal Fehler und Irrtümer (falsche Strecken- oder Zahlenangaben, falsche Ortsbestimmungen oder -namen), öfter aber gelingen ihm sehr eindringliche Schilderungen selbst kleiner Randbegebenheiten im großen Geschehen. Über die Frage, welchen Wert die Historien als Quelle haben, ist in der Forschung bis heute keine Einigung erzielt worden.

Als einer der ersten abendländischen Geschichtsschreiber schafft er es nicht immer, sachlich und objektiv zu sein - ist er doch Angehöriger der heldenhaften griechischen Volksstämme, deren Triumphe und Niederlagen er sicherlich auch emotional teilte. Andererseits bemühte sich Herodot, bei voneinander abweichenden Angaben oder Quellen beide Seiten darzustellen und sich eines Urteils über die Richtigkeit zu enthalten. So bündelt sich in den Historien Herodots ein Universum an geschichtlichen Tatsachen, teilweise gewürzt mit tendenziösen bzw. patriotischen Anmerkungen, etwas Aberglauben, und vor allem Respekt vor den Großen seiner Zeit - namentlich Xerxes I., den übermächtigen Feind. Diese Erzählweise rief die Kritik des Thukydides hervor, der als Reformator der Geschichtsschreibung gelten wollte, indem er "nur von dem berichtet, was wirklich geschehen ist".

Werkausgabe und Literatur s. Herodot

Inhalt der Historien:


Literatur (Altgriechisch) Chronik (Literatur)

Historiën | Histories (Herodotus)

 

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