Hirschhorn (Neckar) ist eine kleine Stadt im Süden von Hessen und trägt den Beinamen 'Perle des Neckartals'. Hirschhorn ist anerkannter Erholungs- und Luftkurort und liegt im Naturpark Bergstraße-Odenwald.
Hirschhorn_um_1900.jpg
Geografie
Geografische Lage
Hirschhorn liegt an einer Doppelschleife des
Neckars ungefähr 19 km östlich von
Heidelberg. Der Neckar hat sich hier in die bewaldeten Höhen des
Odenwaldes (siehe auch
Odenwald) eingegraben. Bis auf den Stadtteil Ersheim erstreckt sich Hirschhorn auf der rechten Neckarseite, somit nördlich des Flusses. Ersheim bildet das einzige Gebiet des Bundeslands Hessen, welches südlich des Neckars liegt. In Hirschhorn vereinigen sich zwei rechte Neckarzuflüsse, der Ulfenbach und der Finkenbach, zum Laxbach, welcher in den Neckar mündet.
Nachbargemeinden und -kreise
Hirschhorn grenzt im Norden an die Gemeinde
Heddesbach und die Stadt
Eberbach (Stadtteil Brombach) (beide
Rhein-Neckar-Kreis in
Baden-Württemberg), und die Gemeinde
Rothenberg (
Odenwaldkreis), im Osten an die Stadt Eberbach, im Süden an die Gemeinde
Schönbrunn (Rhein-Neckar-Kreis) und die Stadt
Neckarsteinach, sowie im Westen an das gemeindefreie Gebiet
Michelbuch und die Städte Neckarsteinach und
Schönau (Rhein-Neckar-Kreis).
Stadtgliederung
Hirschhorn besteht aus folgenden Stadtteilen :
- Hirschhorn
- Ersheim, gelegen auf der Landspitze in der Neckarschleife am südlichen Ufer
- Langenthal im Ulfenbachtal
- Unter-Hainbrunn
- Igelsbach, genauer: die südwestliche Hälfte der Ortschaft "Hessisch Igelsbach" die nordöstliche Hälfte gehört zu Eberbach (Baden).
Geschichte
- Ältetste Funde belegen, daß die Gegend um die Hirschhorner Neckarschleife bereits vor 6.000 Jahren von Menschen bewohnt war.
- 773 Stiftungen an das Kloster Lorsch, Erwähnung von Ersheim (Lorscher Urkunden, Nr. 2624).
- um 1200 Erbauung von Burg Hirschhorn.
- 1336 - 1361 Engelhard I. erlangt durch Pfandschaften und Reichslehen Einfluss (vom Mainzer Erzstift Bensheim und Heppenheim, von der Pfalzgrafschaft bei Rhein u. a. Mosbach und Meckesheim).
- 1364 - 1383 Engelhard II. führt diverse Fehden und fällt unter die Reichsacht. Der Einfluss der Herren von Hirschhorn schwindet.
- 1391 Hirschhorn (Hirtzhorn) wird mit einer Stadtmauer umgeben und erhält von König Wenzel das Stadtrecht, zu Händen der Brüder Hans V. und Albrecht und Eberhard von Hirschhorn. Die Dörfer Ersheim, Ramsau, Krautlach und Weidenau werden bald darauf aufgegeben. Deren Bürger suchen den Schutz der befestigten Anlage.
- um 1400 Hans V. von Hirschhorn wird mit Reichsaufgaben betraut und gründet die Karmeliterkirche unterhalb der Burg.
- 1404 König Ruprecht I. (HRR) gewährt das Recht einen Wochenmarkt abzuhalten.
- 1406 Für den 25. Juli wird erstmals ein urkundlicher Nachweis für das Stadtsiegel erbracht.
- 1528 Die Ritter von Hischhorn treten zum protestantischen Glauben über. Streitigkeiten zwischen den Herren von Hirschhorn und dem Karmeliterkloster.
- 1556 verheerender Stadtbrand, der besonders das sogenannte Hinterstädtchen fast völlig vernichtet.
- 1565 Hochwasser mit Eisgang reißt Teile der Stadtmauer nieder.
- 16. Jahrhundert Auflösung des Dorfs Ersheim.
- 1632 Das Geschlecht Hirschhorn stirbt aus; die Burg fällt an das Erzbistum Mainz, das die Stadt an den Kölner Hofbeamten Rudolf Raitz von Frentz weiter verpfändet, der die Bevölkerung, ohnehin durch den Dreißigjähriger Krieg schwer in Mitleidenschaft gezogen, rücksichtslos ausbeutet und verarmen lässt.
- 1635 Eine Pestepidemie führt zu hohem Bevölkerungsrückgang.
- 1700 Ende der Verpfändung, Kurmainz übt seine Herrschaft selbst aus und die Stadt erholt sich allmählich.
- 1803 kommt Hirschhorn an das Großherzogtum Hessen-Darmstadt.
- 1821 Hirschhorn wird bis 1832 eigener Landratssitz.
- 1841 Beginn der Neckar-Dampfschiffahrt bringt weiteren Aufschwung.
- 1849 Kampfhandlungen zwischen der Hanauer Turnerwehr, badischen Freischärlern und Bundestruppen in der Stadt und um Hirschhorn herum im Rahmen der Badischen Revolution.
- 1865 Eingliederung in den Kreis Heppenheim/Bergstraße erfolgte.
- 1878 Die Kettenschifffahrt löste die unrentable Treidelschifffahrt ab, machte aber deren Berufsstand arbeitslos.
- 1879 Die Neckartalbahn nimmt den Betrieb auf, verbindet Hirschhorn mit Heidelberg und Mosbach.
- 1933 Einweihung der Neckarstaustufe mit Schleuse und der Neckarbrücke, die Hirschhorn mit Ersheim verbindet.
- 1945 und später erhöhen Flüchtlinge des Zweiten Weltkrieges, hauptsächlich aus dem Sudetenland die Bevölkerungszahl.
- 1957-1983 Erschließung des Neubaugebietes in Ersheim.
- 1959 Die Hirschhorner Staustufe wird zur Doppelschleuse ausgebaut.
- 1960 Hischhorn wird zum Luftkurort ernannt.
- 1970 Fertigstellung des Schulerweiterungsbaus
- 1972 Gemeinde Langenthal wird Stadtteil von Hirschhorn
- 1976 Beginn der Bauarbeiten am Projekt "Brücke-Tunnel-Brücke"
- 1980 Bau der Kläranlage.
- 1982 Das Projekt "Brücke-Tunnel-Brücke" wird dem Verkehr übergeben. Der Verkehr der Bundesstraße 37 fließt seither nicht mehr durch die Stadt.
- 1983 Sporthalle Jahnstraße wird eingeweiht.
- 1993 Jahrhunderhochwasser am Neckar mit etlichen Zerstörungen.
Religionen
Die Bevölkerung ist fast zu gleichen Teilen evangelisch und katholisch. Eine kleinere muslimische Gruppe sowie Neuapostolische Mitbürger wohnen in Hirschhorn.
Politik
Stadtverordnetenversammlung
Bei der Kommunalwahl am 26. März 2006 ergab sich folgende Sitzverteilung:
| CDU | 7 Sitze
|
| Profil Hirschhorn | 5 Sitze
|
| SPD | 5 Sitze
|
Bürgermeister
Bürgermeisterin Ute Stenger (parteilos) wurde in der Stichwahl am 20. März 2005 mit 54,9 % der Stimmen wiedergewählt. Der Gegenkandidat Wolfgang Schilling (CDU) kam auf 45,1 % der Stimmen.
Wappen
Das Stadtwappen zeigt einen springenden Hirsch.
Städtepartnerschaften
Flag of France.svg Es besteht eine Städtepartnerschaft mit der französischen Stadt
Château-Landon (1981)
Kultur und Sehenswürdigkeiten
- Die Burg Hirschhorn erstreckt sich auf einem Bergsporn oberhalb des Städtchens; heute wird die Burg als Schlosshotel genutzt.
- Reste der Stadtmauer mit Kirchturm als Mitteltor an der Hauptstraße
- Ehemalige Karmeliter-Klosterkirche Mariä Verkündigung, geweiht 1406 mit St. Anna Kapelle von 1513.
- Pfarrkirche zur Unbefleckten Empfängnis Maria von 1628 bis 1630 mit Stadtturm (Mitteltor) von 1392 als Kirchturm.
- Evangelische Kirche an der Mündung der Grabengasse zum Neckar, 1892 geweiht.
- Ersheimer Kapelle, offiziell Katholische Friedhofskirche St. Nazarius und Celsus, urkundlich 773 im Lorscher Codex erwähnt, älteste Kirche des Neckartals auf der Spornspitze am Südufer gelegen.
- alte Fachwerkhäuser in der Altstadt.
- Schleuse am Neckar mit Brückenfunktion.
Museen
Das Langbeinmuseum beherbergt die "Naturalien- und Altertümersammlung" des Hirschhorner Gastwirtes Carl Langbein (
1816 bis
1881) an der Alleestraße Ecke Grabengasse im Haus des Gastes, dem ehemaligen Forstamtsgebäude.
In diesem befindet sich auch eine kleine Touristen-Information und hier beginnen die an den Samstagen zwischen Mai und September stattfindenden geführten Stadt-/Schlossrundgänge.
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
S-Bahn RheinNeckar Netzplan Neckartal.png]]
Hirschhorn liegt an der „Neckartalbahn“ (Heidelberg–Mosbach), die seit 2003 von der S-Bahn RheinNeckar halbstündlich bedient wird.
Bei Hirschhorn kürzt die Bundesstraße 37 über zwei Brücken und einen Tunnel die große Flussschleife des Neckars ab. Die Westbrücke führt in einer Kurve über den Fluss.
Öffentliche Einrichtungen
- Zulassungsstelle des Kreises Bergstraße bis 2007 (danach für 10 Jahre in Neckarsteinach)
Staatliche Einrichtungen
- Außenstelle des Arbeitsamtes Darmstadt
Bildungseinrichtungen
- Neckartalschule Hirschhorn (Grundschule)
Freizeit- und Sportanlagen
- Sporthalle und Sportplatz Jahnstraße
- Sporthalle der Grundschule
- Campingplatz mit Freibad
- Neckartalradweg
Weblinks
Ort in Hessen
Hirschhorn (Neckar)