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Hinwil
 

Hinwil ist eine politische Gemeinde und Hauptort des gleichnamigen Bezirks des Kantons Zürich in der Schweiz.

Wappen


Blasonierung
Halb gespalten und geteilt von Silber und Blau über Gold

Geographie


Die Gemeinde liegt auf dem Land und doch nahe der Stadt Zürich. Mit einer Fläche von 22.31 km² und 9600 Einwohnerinnen und Einwohnern in über 4600 Haushaltungen gehört Hinwil zu den grösseren Gemeinden des Kantons Zürich. Hinwil wird vom Bachtel (1'115 m ü. M.) überragt.

Hinwil.JPG

Geschichte


Der erste schriftlich erwähnte Name von Hinwil lautet „Hunichinwilare“ und stammt aus dem Jahr 745. Es handelt sich um eine Schenkungsurkunde eines „Landbert“ an das Kloster St.Gallen. Wahrscheinlich stand damals in der Gegend vom heutigen Dorfhügel ein kleiner alamannischer Weiler. Bei Restaurierungsarbeiten im Jahr 1968 wurden im Innern der reformierten Kirche Mauerreste aus römischer Zeit gefunden. Die Reste eines Hypokaustum liessen auf eine römische Villa schliessen, die Gegend des heutigen Hinwil war demnach schon in der Antike bewohnt.

Die ehemalige Uerikon-Bauma-Bahn (1899–1969) führte durch den Bahnhof Hinwil. Die Verbindung vom Tösstal an den Zürichsee wurde damals wichtige Verkehrsachse gesehen. Heute wird die Strecke Hinwil–Bauma noch für einen geringen Güterverkehr, sowie von der Museumsbahn des Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland (DVZO) genutzt.

Politik


Der Gemeindepräsident von Hinwil ist Walter Bachofen (2006).

Zur Gemeinde gehören sechs Aussenwachten Girenbad, Hadlikon, Ringwil, Unterbach, Unterholz und Wernetshausen, sowie die Weiler Bossikon und Erlosen. Diese Aussenwachten waren früher zum Teil eigenständige Gemeinden, weshalb die meisten auch heute noch ein Wappen führen.

Hinwil ist Bezirkshauptort des Bezirkes Hinwil.

Verkehr


Die Gemeinde ist seit dem 3. Mai 1876 mit der Eröffnung der Bahnstrecke Effretikon–Hinwil durch die Eisenbahngesellschaft Effretikon–Wetzikon–Hinweil (1876–1886) durch den Bahnhof Hinwil an das schweizerische Eisenbahnnetz angeschlossen. Die Bahngesellschaft ging am 1. Januar 1886 an die Schweizerische Nordostbahn (NOB).

Am 1. Juni 1901 wurde die Uerikon-Bauma-Bahn eröffnet und durch den schon bestehenden Bahnhof geführt.

Die Uerikon-Bauma-Bahn wurde 1969 von den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) übernommen und für den Personenverkehr stillgelegt. Der Abschnitt Hinwil–Bäretswil–Bauma blieb erhalten und wird seit 1978 von der Museumsbahn Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland (DVZO) befahren. Auf dem Streckenabschnitt Hinwil–Bäretswil verkehren noch unregelmäsig Güterzüge.

Im Süden der Gemeinde im Gebiet Betzholz befindet sich der gleichnamige Kreisverkehr (Kreisel Betzholz). Er ist Teil des Autobahnanschlusses Hinwil der kantonalen Autobahn A53 (Oberlandautobahn), die zur Zeit am Kreisel endet. In den Kreisel münden ausserdem die kantonale Autostrasse A52 (Forchautostrasse) und die Zufahrtsstrasse nach Hinwil. Innerhalb des grossen "Kreisel" befinden sich die vorbereitete Trasse der A53 (Richtung Uster) und der Stützpunkt Betzholz der kantonalen Verkehrspolizei.

Wirtschaft


Das Industriequartier in Hinwil ist die Heimbasis des Formel 1-Rennstalls BMW Sauber F1. Im Industriequartier finden sich diverse Firmen, wie beispielsweise Belimo, Temperit und Ferag, die auch ausserhalb Hinwils bekannt sind. Eine der bekanntesten Hinwiler Firmen war Bührer Traktoren, die schweizweit ein renommiertes Ansehen hatte. Die Industrie wird auch in Hinwil zunehmend vom der Dienstleistungssektor verdrängt, so sind heute verschiedene grosse Einkaufszentren wichtige Arbeitgeber in der Region.

Hinwil beherbergt darüberhinaus einzelne Infrastrukturanlagen des Zürcher Oberlands: die Kehrichtverwertung Zürcher Oberland (KEZO), ein Zweckverband von 39 Oberländer Gemeinden, die gemeinsam ein von sechs Kehrichtverbrennungsanlagen im Kanton betreibt; die Prüfstelle Hinwil, eine von zwei untergeordneten Prüfstellen des kantonalen Strassenverkehrsamts; der Verkehrsstützpunkt Betzholz, einer von fünf Stützpunkten der Abteilung Verkehrspolizei der Kantonspolizei. Der Bund unterhält ausserdem den Armee-Motorfahrzeugpark (AMP) Hinwil. Die Kläranlage Bossikon-Hinwil befindet sich im Industriequartier.

Im Gemeindezentrum gibt es ein lebendiges Kleingewerbe, das die Bedürfnisse des Alltags bestens befriedigt, und zahlreiche Spezialdienstleistungen zur Verfügung stellt.

Sehenswürdigkeiten


Zwölfistein

Der „Zwölfistein“ ist ein 3–4 Meter grosser Nagelfluh-Findling, der sich etwas oberhalb von Wernetshausen in der Gemeinde Hinwil befindet. Der Sage nach soll sich der Zwölfistein jede Nacht, wenn die Glocken des Basler Münsters (nach anderen der Hinwiler Kirche) Mitternacht schlagen, bei jedem Schlag einmal drehen.

Ruine Bernegg

Die Ruine Bernegg befindet sich oberhalb des Wildbachtobels bei Wernetshausen. Die einstige Burg wurde im Hochmittelalter von den Rittern von Bernegg bewohnt, welche die Burg aber 1273 wegen Geldmangel veräussern und bis auf die Grundmauern schleifen mussten. Heute ist noch ein Burgstall zu sehen. Die Überreste wurde anfangs des 20. Jahrhunderts im Auftrag der Antiquarischen Gesellschaft Hinwil restauriert.

Bachtel

Ein beliebtes Ausflugsziel ist der 1115 Meter hohe Hausberg von Hinwil. Vom 30 Meter hohen Bachtelturm hat man einen Ausblick über das Zürcher Oberland bis in die Alpen.

Weblinks


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