| Wappen | Karte |
|---|---|
| Wappen-Hilden.jpg | Lage der Stadt Hilden in Deutschland.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | NRW |
| Regierungsbezirk: | Düsseldorf |
| Kreis: | Mettmann |
| Geografische Lage: | |
| Höhe: | 50 m ü. NN |
| Fläche: | 25,96 km² |
| Einwohner: | 56.524 (31. Dezember 2004) |
| Bevölkerungsdichte: | 2177 Einwohner je km² |
| Postleitzahl: | 40721,40723,40724 |
| Vorwahl: | 0 2103 |
| Kfz-Kennzeichen: | ME |
| Gemeindeschlüssel: | 05 1 58 016 |
| Stadtgliederung: | 5 Stadtteile |
| Hausanschrift der Stadtverwaltung: | Am Rathaus 1, 40721 Hilden |
| Website: | www.hilden.de |
| E-Mail-Adresse: | info@hilden.de |
| Politik | |
| Bürgermeister: | Günter Scheib (SPD) |
Hilden hat ein in sich stark geschlossenes Stadtgebiet. Vororte oder eingemeindete Gebiete gibt es nicht, die Bevölkerungsdichte ist daher relativ hoch. Das größte unbebaute Gebiet ist der Hildener Stadtwald im Nordosten. Da sich die Stadt sternförmig in die Haupthimmelsrichtungen ausgedehnt hat, spricht man gemeinhin von Mitte, Nord, Süd, Ost und West, wenn man seine Wohngegend benennen möchte. Die teilweise in Registern geführten landschaftlichen Bezeichnungen (Meide, Karnap, Trotzhilden etc.) waren nie mehr als Flurnamen oder Einzelhöfe und werden daher meist nicht in der Bedeutung von Stadtteilen verwendet.
In der Zeit der Reformation traten die meisten Hildener Bürger zum Calvinismus über. Noch heute übersteigt die Zahl der Protestanten diejenige der Katholiken, was für das Rheinland ein relativ ungewöhnlicher Fall ist. Hier zeigten sich deutliche Einflüsse aus dem mehrheitlich protestantisch orientierten Bergischen Land, zu dem es gleichwohl nie offiziell gehörte.
Einen gewaltigen Schub an Einwohnern und wirtschaftlicher Bedeutung erhielt Hilden mit der Industrialisierung. Entlang der Itter, die Hilden durchzieht, siedelte sich schon früh Textilindustrie an. Später folgten Lederindustrie und Metallverarbeitung, schließlich auch chemische Industrie und Stahlbau (Mannesmann-Röhrenwerke). Der Aufschwung führte dazu, dass Hilden bereits 1861 Stadtrechte erlangte. Es folgten der Bau von Straßenbahnlinien, die Einrichtung öffentlicher Beleuchtung und des Krankenhauses. 1900 zog die Stadtverwaltung in ein großzügiges Rathaus um und Hilden bekam sein Stadtwappen, das bis heute unverändert geblieben ist.
Die rasante Industrialisierung führte zu verstärkter Zuwanderung, so dass sich neben dem alteingesessenen Bürgertum zunehmend ein breites industrielles Proletariat bildete. In den zwanziger Jahren, als Hilden auf über 20.000 Einwohner angewachsen war, zeigte sich eine Dreiteilung in gänzlich verschiedene und unversöhnlich gegenüber stehende politische Lager: Die Arbeiterschicht war kommunistisch geprägt und verschaffte der KPD regelmäßig Wahlergebnisse von über 30 Prozent. Ein weiteres Drittel wählte Zentrum, während das restliche Drittel in viele verschiedene Strömungen aufgespalten war. Die SPD wurde nach der Abspaltung der USPD im ersten Weltkrieg bei den ersten Reichstagswahlen mit einem reichsweiten negativen Rekordergebnis bedacht und zur Ein-Prozent-Partei degradiert. Später pendelte sie sich zwischen acht und zehn Prozent ein. Erstaunlich hohe Ergebnisse erzielten rechtsliberale Splittergruppierungen, wie zum Beispiel die Wirtschaftspartei.
Während der Weltwirtschaftskrise spitzte sich das politische Klima zu. Die NSDAP erhielt zwar deutlich geringere Stimmenanteile als im Reichsdurchschnitt, lieferte sich aber mit den kommunistischen Gruppierungen regelmäßige Straßenschlachten, für die sogar Gesinnungsgenossen beider Seiten aus umliegenden Gemeinden heran gekarrt wurden. Diese "Blutsonntage" forderten regelmäßig Verletzte und sogar Tote auf beiden Seiten und unter den Polizeikräften. Als schließlich die nationalsozialistische Machtergreifung folgte, tobten sich die SA-Trupps in Hilden besonders brutal aus. Ein besonders schändliches Fanal erfolgte in der Reichspogromnacht vom 9. November 1938, als in Hilden nicht nur die Synagoge brannte, sondern die SA auch gezielte Jagd auf jüdische Bürger betrieb. Während die Zahl der Todesopfer im gesamten Reich etwa 100 betrug, kam Hilden allein auf sieben, übertroffen nur noch vom weitaus größeren Innsbruck. Damit hält Hilden als Stadt den traurigen Rekord der meisten Todesopfer relativ bezogen auf die Einwohnerzahl. Erst in den achtziger Jahren rang sich der Stadtrat zu einem Gedenkstein an die Opfer dieses Blutrausches durch. Während des zweiten Weltkriegs lebten rd. 3.000 Zwangsarbeiter in der Stadt. Im Jahr 2000 beschloss der Rat der Stadt, über die gesetzliche Regelung zur Entschädigung von Zwangsarbeitern hinaus, zusätzliche Gelder zur Verfügung zu stellen, unter anderem auch zur wissenschaftlichen Aufarbeitung der Geschehnisse.
Von Bombenangriffen im zweiten Weltkrieg blieb Hilden relativ verschont. Unmittelbar nach Kriegsende strömten verstärkt Heimatvertriebene, vor allem aus Schlesien, in die Stadt, so dass die Bevölkerung in kürzester Zeit auf über 30.000 schnellte und große Wohnungsnot herrschte. Ein jahrzehntelanger Bauboom entstand in Folge dieser und späterer Zuwanderungen, während deren sich die bebaute Fläche erheblich nach Norden und Süden, in den siebziger Jahren dann nach Osten ausdehnte. Ungehemmte Bau- und Verkehrsplanung bis in die achtziger Jahre hinein haben allerdings auch das innerstädtische Bild, das den Krieg gut überstanden hatte, zu weiten Teilen unwiederbringlich zerstört. Von Hausbesetzungen begleitete vehemente Bürgerproteste haben nur einzelne wenige Bauten vor dem Abriss bewahren können. Auch die damalige Apfelstraße, die von zahlreichen gründerzeitlichen Bauten gesäumt war, verschwand beim Bau der Berliner Straße, heute einer der Hauptverkehrsadern. Verschont blieb der innerste Stadtkern, wo heute die letzten Fachwerkhäuser stehen und die verbliebenen Altbauten in den neunziger Jahren eine gewisse Aufwertung erfuhren.
Der 46-köpfige Stadtrat (1999: 52 Sitze) setzt sich so zusammen:
| Partei | 1999 | Sitze | 2004 | Sitze |
|---|---|---|---|---|
| Christlich-Demokratische Union (CDU) | 44,7 % | 23 | 40,2 % | 18 |
| Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) | 34,2 % | 18 | 34,5 % | 16 |
| Bündnis90/Die Grünen (Grüne) | 4,3 % | 2 | 6,9 % | 3 |
| Bürgeraktion Hilden (BA) | 4,9 % | 3 | 8,1 % | 4 |
| Freie Demokratische Partei (FDP) | 5,8 % | 3 | 6,4 % | 3 |
| Die Unabhängigen Hilden (dUH) | 6,2 % | 3 | 3,9 % | 2 |
Im Rat gibt es keine formelle Koalition. SPD und CDU bilden aber in zentralen Fragen zusammen Mehrheiten.
Außerdem ist bereits seit Sommer 2000 das so genannte Jugendparlament etabliert, das sich aus gewählten Vertretern der Schulen aus den Klassen 7 bis 12 zusammensetzt.
Die hauptamtliche Verwaltungsspitze bilden: Bürgermeister Günter Scheib SPD, 1. Beigeordneter und Kämmerer Horst Thiele SPD, Beigeordneter Max Rech SPD, Beigeordneter Norbert Danscheidt CDU und Beigeordneter Reinhard Gatzke.
Sehenswert ist auch zur Weihnachtszeit das "Hildener Weihnachtshaus", das Eigenheim eines ortsansässigen Unternehmers, welches zur Weihnachtszeit mit einer Lichtinstallation im amerikanischen Stil aufwändig geschmückt wird.
Außerdem verfügt Hilden über ein Freibad und ein Multifunktionsbad mit Wellness- und Saunabereich. Gelegenheit zur sportlichen Betätigung bieten die insgesamt 53 Sportvereine, das Tenniszentrum des Ex-Profis Wilhelm Bungert, die Bezirkssportanlage und einige privat betriebene Sport- und Fitnesszentren.
Erfolgreichste Fußballmannschaft ist der SV Hilden-Nord, der zwar nur in der Verbandsliga Niederrhein spielt, aber in DFB-Pokalspielen schon für einige Überraschungen gesorgt hat. Vielen Hildenern ist noch das legendäre Spiel in Erinnerung, als unter Aufbietung aller Kräfte der SC Freiburg besiegt wurde. Auf eine mehr als hundertjährige Geschichte kann der VfB Hilden 03 zurückblicken, der zwischen 2003 und 2005 den Durchmarsch von der Bezirks- in die Verbandsliga schaffte.
Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche bietet Hilden mit dem Jugendtreff "Area 51" im Norden, sowie dem Jugendtreff "Jueck" in der Stadtmitte. Im Süden findet sich der Jugendtreff am Weidenweg ("JAW"). Kinder und jüngere Jugendliche finden Anlaufstellen im "Kinder- und Jugendtreff St. Konrad" (Hilden Süd), im "Jugendclub Mühle" (Hilden Ost) sowie in der "Kid's Corner St. Jakobus" (Stadtmitte), außerdem am Abenteuerspielplatz, dessen Träger die "Freizeitgemeinschaft Behinderte und Nichtbehinderte e.V." ist.
Öffentlicher Personennahverkehr: Hilden liegt im Bereich des VRR und ist mit der S-Bahn-Linie S 7 Solingen-Ohligs - Düsseldorf Flughafen Terminal sowie mehreren Buslinien der Rheinbahn erreichbar. Der Straßenbahnbetrieb (es gab zwei Linien von Düsseldorf-Benrath über Hilden nach Wuppertal-Vohwinkel sowie nach Solingen-Ohligs, die von der Rheinischen Bahngesellschaft betrieben wurden) wurde bereits 1962 eingestellt.
Weiterhin verfügt Hilden über ein sehr stark ausgebautes Fahrradweg-Netz. Ebenso sind in der Stadt reine Fahrradstraßen vorhanden. Aufgrund der engen Bauweisen und der gegenwärtigen starken Nutzung der Straßen, auch durch Güterverkehr, führen die oft auf den Straßen eingezeichneten Fahrradwege zur extremen Verlangsamung des Verkehrs und erhöhen nicht unbeträchtlich das Unfallrisiko. Die Straßen weisen teilweise nach Abzug der Breite des eingezeichneten Fahrradweges eine geringere Breite auf als die eines Lkw > 3,5 Tonnen beträgt. Seit Jahren hält die Politik der Stadt aber dennoch an dem stetigen Ausbau des Fahrradweg-Netzes fest. Zusätzlich verfügt Hilden über eine Vielzahl von Fahrradständern mit massiver Verankerung und sogar über durch die Stadt mietbare Schließanlagen für Fahrräder an Sammelpunkten des öffentlichen Personennahverkehr, so z.B. am Hauptbahnhof von Hilden.
Zudem bewirbt das Hildener Stadtmarketing intensiv den Handelsstandort Hilden. Insbesondere der Einzelhandel ist intensiv gefördert worden, so dass der Ruf der Einkaufsstadt Hilden Nachfrage aus allen angrenzenden Kommunen anzieht. Auch der Großhandel hat in Hilden eine lange Standorttradition. Aufgrund der extrem verkehrsgünstigen Lage hat sich in der Nähe der Autobahnauffahrten eine Vielzahl von Speditions- und Transportunternehmen angesiedelt.
Öffentliche Institutionen runden das Bild ab: So ist Hilden Standort eines Finanzamtes und einer landeseigenen Verwaltungsfachschule. In der Kaserne ist u.a. das Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr stationiert.
Zu den in Hilden ansässigen Unternehmen gehören der Verlag Deutsche Polizeiliteratur, 3M, ICI und Qiagen, JMT und ProACTIV, sowie viele Betriebe aus dem Technologie- und Logistik-Sektor.
Das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium und die Wilhelmine-Fliedner-Realschule bilden zusammen das Evangelische Schulzentrum Hilden.
Desweitern hat Hilden folgende Grundschulen: