HighCom ist ein analoges Rauschunterdrückungssystem, das die Firma Telefunken in den 1970er Jahren entwickelte. Es war ab 1978 in höherwertigen Kassettenrekordern erhältlich und erzielte eine erheblich bessere Rauschunterdrückung als das damals verbreitete Dolby B-Verfahren (max. 20 dB bei HighCom verglichen mit max. 9 dB bei Dolby B).
Die bessere Rauschunterdrückung beruhte auf der Auslegung als Breitband-Kompander (Kompander: Fachwort für Rauschunterdrückungssystem, eine Zusammensetzung aus den Worten "Kompressor" und "Expander", womit die Funktionsweise eines solchen Systems angedeutet wird: Kompression des Audiosignals bei der Aufnahme und Expansion bei der Wiedergabe führen zu dem erwünschten Effekt). Das bedeutet: Bei HighCom wurden alle Frequenzen des hörbaren Spektrums in die Rauschunterdrückung einbezogen, nicht nur die hohen Frequenzen wie bei Dolby B.
Tatsächlich waren HighCom-Aufnahmen in leisen Passagen hörbar rauschfreier als herkömmliche Aufnahmen. Allerdings war bei kritischen Musikstücken (Klaviermusik, Soloinstrumente ohne Begleitung) oftmals ein starkes "Rauschpumpen" zu hören, da mit der Dynamik-Expansion bei der Wiedergabe auch das Rauschen des Kassettenbandes wechselnd laut hörbar wird, weil es in den genannten Fällen nicht von dem Nutzsignal verdeckt wird.
Noch stärker war dieser Effekt bei dem von der Firma Technics entwickelten Rauschunterdrückungssystem dbx zu hören.
In den ersten Jahren gab es eine regelrechte HighCom-Euphorie, versprach das neue System doch erstmals praktisch rauschfreie Tonaufnahmen auf die damals verbreitete und eben ziemlich bandrauschende Compact-Cassette. Die bekannte WDR-Fernsehsendung Hobbythek brachte in den frühen 1980er Jahren sogar einen "HobbyCom"-Bausatz heraus, ein mit Original-Telefunken-Platinen ausgerüstetes kleines Do-it-yourself-Gerät zum Dazwischenschalten, mit dem herkömmliche Kassettenrekorder in den Genuss der HighCom-Rauschunterdrückung kamen.
Auch wenn zwischenzeitlich viele Hersteller Kassettengeräte mit HighCom auf den Markt brachten, konnte HighCom sich nicht durchsetzen.
Mögliche Gründe dafür:
3. Ein weiterer Grund aus heutiger Sicht: Bei älteren HighCom-Aufnahmen, deren Magnetisierung durch die Lagerung gelitten hat, werden diese Fehler durch die starke Entzerrung verstärkt.
Die letzten HighCom-Kassettenrekorder wurden etwa Ende 1986 verkauft.