Stereoanlage, HiFi-Anlage oder schlicht Anlage bezeichnet Geräte zur Musikbeschallung in Wohnungen oder Partyräumen. Für größere Veranstaltungen verwendet man Beschallungsanlagen.
Bis in die 1980er Jahre waren Stereoanlagen technikbedingt so groß, dass sie gleichzeitig auch eigene (manchmal dekorative) Möbelstücke waren. Sie waren außerdem vergleichsweise teuer, so dass die eigene Stereoanlage eine der ersten großen Anschaffungen im Leben vieler Teenager war und ein Statussymbol darstellte. Bis in diese Zeit bestand eine typische Anlage aus einem Plattenspieler, einem UKW-Rundfunkempfänger, einem Verstärker, einem Kassettendeck (seltener: Tonbandgerät) und einem Paar Lautsprecher. CD-Player sind seit Mitte der 80er Jahre ubiquitär. Seit Videorekorder und Fernsehgeräte stereotauglich wurden, sind auch sie mit der HiFi-Anlage "zusammengewachsen".
Seit den 1990er Jahren kamen in kurzer Folge weitere (meist digitale) Tonträger- bzw. Empfangsformate auf den Markt, für die Wiedergabegeräte in bestehende Stereoanlagen zu integrieren waren. Die wichtigsten waren hier Empfänger für digitalen Satellitenrundfunk, DAT, Minidisc, MP3 und DCC. In vielen Fällen wurde auch der Computer dank seinen inzwischen HiFi-tauglichen Audiofähigkeiten in bestehende Anlagen integriert.
In den siebziger Jahren waren Quadrofonie-Anlagen verbreitet, die sich jedoch letztendlich nicht durchsetzen konnten.
Seit der Verbreitung des Heimkinos spielen Anlagen mit mehr als zwei Kanälen eine zunehmende Rolle, diese werden üblicherweise Surroundanlagen genannt.
Quellenkomponenten sind für das Auslesen des (analogen oder digitalen) Tonsignals zuständig.
Verstärkerkomponenten verstärken und, eventuell, verändern das analoge Signal des Quellgerätes.
Anstatt des integrierten Verstärkers findet teilweise auch eine Trennung in eine Vor- und Endstufe statt. Daneben gibt es noch sogenannte Receiver, eine Kombination aus Verstärker und Tuner. Außerdem besteht die Möglichkeit, etwa durch Equalizer den Klang anzupassen.
Die Lautsprecherkomponenten sind für die Wandlung des elektrischen Signals in Schall zuständig. Dabei sind – je nach Anzahl der Kanäle – mehrere Lautsprecherboxen nötig.
Innerhalb der High-End-Szene kommt es häufig zu philosophischen Debatten darüber, was eine gute Anlage oder Aufnahme ausmache, da sich die klanglichen Abstimmungen von HiFi-Geräten mitunter sehr deutlich unterscheiden. Im Allgemeinen werden Messwerte für unzureichend befunden, die „Musikalität“ einer Anlage zu beschreiben. Die Ursache liegt sowohl in der Nichtlinearität des menschlichen Gehörs als auch psychoakustischer Effekte, die insgesamt nicht vollständig wissenschaftlich erforscht sind. Daher kann mittels reiner Messtechnik allein keine Aussage über den zu erwartenden Klang getroffen werden. Unter Musikalität kann man Eigenschaften wie Klangfarbenreichtum, Rhythmik, Dynamik usw. zusammenfassen. Viele High-End-Anhänger bevorzugen Röhrenverstärker und Schallplatten, die sie in mancher Hinsicht den neueren Techniken als überlegen erachten. Die Ursache dafür lässt sich in den unterschiedlichen Geschmäckern bei der bevorzugten Musikart als auch der klanglichen Abstimmung entsprechender Geräte finden. Manche Anhänger versuchen, durch oft teure Zusatzartikel wie Kabel aus massivem Silber, Netzfilter und diverse andere Komponenten den Klang ihrer Anlage weiter zu verbessern. Einige glauben, Klangunterschiede bei sogenannten „Tuningmaßnahmen“ zu hören, für die bislang keine physikalische Erklärung gefunden wurde oder deren messbare Unterschiede (siehe oben) nur noch äußerst marginal sind. Derartige Tuningmaßnahmen sind auch innerhalb der Szene umstritten und werden in häufig als „Voodoo“ bezeichnet. Entsprechende Debatten werden von Befürwortern und Gegenern oft sehr emotional geführt. Blindtests haben bisher keine eindeutigen Ergebnisse erbracht.
Der Begriff „High-End“ hat sich in der heutigen Zeit auch in der Computerwelt etabliert. Besonders leistungsstarke Bauteile für einen PC oder ein sehr leistungsstarkes PC- Komplettsystem werden unter Kennern als „High-End“ bezeichnet (z.B. „High-End-PC“ oder „High-End-Prozessor“).
Als Anbieter von High-End-Elektronik haben sich eine Reihe kleiner bis mittelgroßer Firmen etabliert, die bezüglich Preis als auch Qualität weit über jene Standards hinausgehen, die von Massenherstellern internationaler Konzerne angeboten werden. Aufgrund der Preise ist der Markt jedoch eingeschränkt und nur bedingt wachstumsfähig. Erstaunlicherweise sind heutzutage sehr günstig zu erwerbende Geräte aus den späten siebziger Jahren, in denen von den Herstellern noch Materialschlachten geführt wurden, technisch und klanglich den meisten modernen Modellen weit überlegen, wenn man mal von der Surroundfähigkeit und digitalen Signalwegen absieht.
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