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Hexensabbat.jpg]] Unter dem so genannten Hexensabbat verstanden die Hexentheoretiker in der Frühen Neuzeit das Treffen von Hexen und Hexenmeistern mit dem Teufel an bestimmten, meist abgelegenen Orten, den so genannten Hexentanzplätzen.

Im Rahmen der frühneuzeitlichen Hexenlehre stellte der Besuch eines Hexensabbates eines von vier zentralen Delikten im Zusammenhang mit dem Vorwurf der Hexerei dar. Die Hexenverfolgung hatte zum Ziel Ketzerei, Reste des Heidentums zu beseitigen und Schadenszauber abzuwenden. Der Begriff Hexensabbat stammt von der frühchristlichen Vorstellung ab, dass andere Religionen Dämonen und den Teufel anbeten. Das wurde nach der Etablierung des Christentums als Hauptreligion in Europa im Mittelalter zur Verfolgung weiter getrieben. Der Sabbat war als Konsequenz für den Hexenflug von Inquisitoren im 14. und 15. Jahrhundert eingeführt worden. Hexen kann man nach Vorstellung der Kirchenmänner daran erkennen, dass sie auf einem Besen vier mal im Jahr zum Hexensabbat fliegen und dort feiern. Deshalb trägt der Hexensabbat auch einen jüdischen/christlichen Namen.

Da allgemein angenommen wurde, dass die Hexen bei diesen Treffen gemeinsam mit dem Teufel Orgien feierten, galt dies als ein Beispiel für ihre besondere perverse Veranlagung.

Darüber hinaus stellte man sich vor, dass die versammelte Hexengesellschaft verkehrte Gottesdienste feierte und somit Gotteslästerungen und -verhöhnungen praktizierte, indem sie z. B. Hostien entweihte.

Die Annahme, dass alle Hexen irgendwann einmal an solchen Hexensabbaten teilgenommen haben, bewog die Ankläger im Rahmen der Hexenprozesse, bereits eingefangene Hexen danach zu fragen, wen sie denn dort gesehen und getroffen hätten. Spätestens unter der Folter benannten dann die Beschuldigten ihre vermeintlichen Mitgenossen. Diese Praxis führte nicht selten dazu, dass sich die einmal in einer Region begonnenen Hexenprozesse schnell ausweiteten (Hexenjagd). Bezeichnend ist allerdings dass keine einzige "Hexe" deshalb verurteilt wurde, weil sie in flagranti, also auf frischer Tat auf einem Hexensabbat erwischt worden wäre.

Die Vorstellung des Hexensabbats wurde zum festen Bestandteil des Stereotyps der Hexe, wie es von Goethes Faust bis zu Bibi Blocksberg reicht.

Die vier ursprünglichen Sabbate aus dem Mittelalter:

  1. das Lichtmeß-Fest (Vorabend des 2. Februar)
  2. die Walpurgisnacht (Vorabend des 1. Mai)
  3. den Lammas-Abend (den Abend vor dem 1. August)
  4. Halloween (den Vorabend des Allerheiligenfestes)

Die einzelnen Sabbate im Überblick

  1. Yule: Fest der Wintersonnenwende um den 21. Dezember
  2. Imbolc: Lichtfest am 2. Februar, Tag der Orakel
  3. Ostara: Frühlingsanfang um den 21. März, fest der Fruchtbarkeit
  4. Beltane: Walpurgisnacht in der Nacht vom 30. April zum 1. Mai
  5. Litha: Sommersonnenwende um den 21. Juni
  6. Lammas: Erntefest am 1. August
  7. Mabon: Herbstanfang um den 21. September, Erntedankfest
  8. Samhain: Halloween am 31. Oktober, Totenkult

Hexenversammlungen mit Hexenflug und Hexensalbe zu Kalenderfesten gibt es in der Sagenwelt vieler europäischen Völker. Es ist ungewiss, ob diese Sagen aus der Lehre vom Hexensabbat entstanden oder ob nicht vielmehr die Sagen auf die gleiche dem Hexensabbat zugrunde liegende ältere Überlieferung zurückgehen. Dabei darf nicht vergessen werden, dass die Hexe der Etymologie nach zunächst ein Geist, kein Mensch war.

Literatur


  • Carlo Ginzburg: Die Benandanti, Hamburg 1993 ISBN 3-434-46201-5
  • Carlo Ginzburg: Der Käse und die Würmer. Die Welt eines Müllers um 1600, Berlin 1990 ISBN 3-8031-2178-7
  • Carlo Ginzburg: Hexensabbat, Berlin 1990 ISBN 3-8031-3549-4

Weblinks


Hexenwesen

Sabbath (witchcraft) | Sabbat (sorcellerie) | Sabba | Шабаш

 

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