Heufuhr_im_Engadin_um_1900.jpg um 1900]] Bauernfamilie_um_1900_saarland_klein.jpg nach 1920]] Leiterwagen.jpg | Grasmahd_mit_Sense.jpg | Heuhaufen.jpg | Heuernte_01.jpg
Als Heu bezeichnet man die getrocknete oberirdische Biomasse von Grünlandpflanzen (Gräser, Kräuter, Leguminosen). Siehe auch Wiese (Grünland), Weide.
Regional unterschiedlich wird in Süddeutschland nur der erste Schnitt als das eigentliche Heu bezeichnet - er enthält aufgrund der holzhaltigen Grashalme weit mehr Faserstoffe und ist besonders für Pferde geeignet. Der zweite und die weiteren Grasschnitte - heute werden Heuwiesen bis sechs mal im Jahr geschnitten - werden Grummet (auch Grünmat von grün Mahd) genannt, in Süddeutschland und der Schweiz auch Öhmd, Amet, oder Emd.
In Norddeutschland findet diese Unterscheidung nicht statt, sondern dort wird getrocknetes Gras allgemein als Heu bezeichnet. Der 1. Schnitt wird aufgrund meistens widriger Witterung selten als Heu, aber weit überwiegend zu Silage konserviert.
Grummet ist aufgrund eines relativ zum 1. Schnitt früheren Schnittzeitpunkts (siehe Kapitel "Heu oder Silage") nährstoffreicher bzw. hat einen niedrigeren Anteil an Strukturkohlenhydraten als Heu.
Um qualitativ hochwertiges Heu zu erhalten, ist es wichtig, das Mähgut schnell und gründlich zu trocknen und möglichst staubfrei zu pressen bzw. einzufahren. Die Trockensubstanz von gutem Heu sollte etwa 86 % betragen. Aufgrund seiner günstigen Zusammensetzung hat Heu eine sehr hohe Bedeutung in der Pferdefütterung. Heu muss nach der Ernte mindestens vier Wochen lagern, bevor es an Pferde verfüttert werden kann, da es sonst beim Pferd zu einer Kolik kommen kann.
Bei Heu als Konservierungsform ist das Witterungsrisiko deutlich höher als bei Silage: Während Silage optimalerweise bei einem Wassergehalt von 65 % eingefahren wird, sollte Heu nicht mehr als 15 % Wasser enthalten. Daher muss es zur Trocknung (z.B auf Heinzen) wesentlich länger auf dem Feld verbleiben (mehrere Tage, Silage zum Teil nur einen Tag). Wird das Heu zu feucht gepresst, führt dieses vor allem durch Pilze (Hefen) zu einer Nacherwärmung des Materials. Damit verbunden sind Nährstoffverluste und eine Verunreinigung mit Gärschädlingen. Zu feuchtes Heu erzeugt aufgrund des zu schnell ablaufenden Gärvorgangs so hohe Temperaturen, dass sich Heuballen oder das gesamte Heulager selbst entzünden können.
Durch das Witterungsrisiko ist Heu als Konservierungsform in Norddeutschland deutlich weniger verbreitet als in Süddeutschland. Daneben haben aber auch die niedrigeren Verluste und die einfachere Handhabung weitgehend dafür gesorgt, dass die Silierung heute die überwiegende Konservierungsform in der Landwirtschaft ist.
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