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Das Gebiet des Hessischen Hinterlandes liegt in der Region Mittelhessen und konzentriert sich um den Altkreis Biedenkopf, also den westlichen Teil des heutigen Landkreises Marburg-Biedenkopf, wobei auch Gebiete des heutigen Lahn-Dill-Kreises und des Kreises Waldeck-Frankenberg dazu gehörten. Ursprünglich reichte es schlauchartig vom nordhessischen Bromskirchen im Norden bis nach Rodheim im heutigen Biebertal bei Gießen.

Entstehung


Der Name „Hinterland“ entstand, als das Gebiet um Battenberg, Biedenkopf und Gladenbach (genauer gesagt die Ämter Königsberg, Blankenstein, Biedenkopf, Battenberg und Hatzfeld sowie die Enklave Vöhl) nach einem Erbfolgestreit Philipps I. dem Großmütigen, von Hessen-Marburg abgetrennt wurde. Es wurde dem Großherzogtum Hessen-Darmstadt angegliedert und war von der Residenzstadt Darmstadt aus gesehen „Hinterland“.

Im Gegensatz zu zahlreichen West-Ost-Verbindungen bestand nur eine Nord-Süd-Strecke, so dass das Hinterland nie zu einer echten Einheit wurde. Einige bedeutende Handelsstraßen führten durch das Hinterland, wie zum Beispiel die sogenannte Leipziger Straße, die damals Brabant über Köln mit Leipzig verbunden hatte.

Verkehr


Westfalen Weg

Nahezu vergessen ist heute der sogenannte „Westfalen Weg“, der aus dem Raum Gießen kommend, etwa der heutigen L3047 folgend bis zur „Zollbuche“ und dann über Günterod, westlich an Hartenrod und Schlierbach vorbei, zum wichtigen Knotenpunkt der alten Fernstrassen an der „Angelburg“ verlief. Über seine nördliche Fortsetzung konnte man über Paderborn bis Bremen gelangen. Ab der Zollbuche war dieser Weg jahrhundertelang (bis 1854) die einzige Möglichkeit, Waren zollfrei aus dem Hinterland in seine Provinzhauptstadt Gießen bzw. nach Darmstadt zu bringen. Der Weg verlief bis auf eine kleine Strecke am heutigen Gasthaus „Eiserne Hand“ (solmsisch) ausschließlich auf hessisch-darmstädtischem Gebiet.

Hinterlandbahn

Seit 1866 gab es Pläne der hessischen und preußischen Regierung zum Bau einer Verbindung zwischen dem Süden und dem Norden des Hinterlandes. Im Jahre 1912 wurde eine Denkschrift verfasst, die die Wichtigkeit einer solchen Verbindung heraus stellte. Dabei sollte der erste Abschnitt von Wetzlar zur Aar-Salzböde-Bahn nach Weidenhausen reichen. Im mittleren Abschnitt war ein Abzweig von dieser in Gladenbach vorgesehen, um nach Friedensdorf zur Oberen Lahntalbahn zu gelangen. Dort entlang bis nach Biedenkopf, wo der nördliche Abschnitt in Richtung Oberen Edertalbahn abzweigen sollte. Diese Verbindung wäre für das gesamte Hinterland beziehungsweise für die Entwicklung des Kreises Biedenkopf von großer Bedeutung gewesen. Die Ausführung des Plans scheiterte aber durch den Ausbruch des ersten Weltkrieges.

Eine weitere, zweite Variante sah vor, einen Abzweig von Hartenrod aus über Wommelshausen, Dernbach, Holzhausen (Daubhaustunnel) nach Friedensdorf zu führen. Die Trasse war bereits abgesteckt. Diese Variante wurde nach dem ersten Weltkrieg nochmals aufgegriffen.

Geografische Einordnung


Folgende Städte und Gemeinden (von Nord nach Süd geordnet) zählt man zum Hinterland:

Literatur


  • Blöcher, E. Dr.: Das Hinterland - Ein Heimatbuch, Biedenkopf 1981
  • Blöcher, E. Dr.: Beiträge zur Geschichte des Hinterlandes, Biedenkopf 1985
  • Hinterländer Geschichtsblätter, seit 1907

Weblinks


Geographie (Hessen) | Mittelhessen | Hessische Geschichte

 

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