Das Herzogtum Kleve (in älterer Schreibweise auch Herzogtum Cleve) war ein Territorium des [[Heiliges Römisches Reich deutscher Nation| Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation]] im Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis zu beiden Seiten des Rheins zwischen dem Fürstbistum Münster, dem Reichsstift Essen, den Herzogtümern Berg, Jülich und Geldern sowie dem Kurfürstentum Köln gelegen.
Mit Herzog Karl von Geldern schloss er einen Erbvertrag, dem zufolge nach des letzteren kinderlosem Tod 1538 Geldern und Zutphen an Kleve fielen; doch mussten jene Länder 1543 an den Kaiser Karl V. abgetreten werden. Nachdem Johann Wilhelm IV. 1609 ohne Erben gestorben war, erhoben mehrere fürstliche Häuser Ansprüche auf seine hinterlassenen Länder Jülich, Kleve, Berg, Mark, Ravensberg und Ravenstein, was den jülich-klevischen Erbfolgestreit auslöste.
Durch den Vertrag von Xanten 1614 kam Kleve zunächst in vorläufigen, 1666 in definitiven Besitz der Kurfürsten von Brandenburg. Von 1609 bis 1672 hielten indes die Generalstaaten die festen Plätze von Kleve mit ihren Truppen besetzt, und erst der Große Kurfürst von Brandenburg vereinigte nach Vernichtung der ständischen Sonderrechte Kleve völlig mit dem brandenburgisch-preußischen Staat. Nachdem Kleve 1757-1762 in französischer Gewalt gewesen war, blieb Preußen im Besitz des eigentlichen Herzogtums bis zum Frieden von Basel 1795, in welchem es den Teil auf der linken Rheinseite (etwa 990 km²) an Frankreich abtrat, das denselben mit dem Roerdepartement vereinigte. Die Distrikte Zevenaar, Huissen und Malburg kamen 1803 an die Batavische Republik. 1805 trat Preußen auch den auf der rechten Rheinseite gelegenen Teil von Kleve an Frankreich ab. Napoleon I. schlug Stadt und Festung Wesel zum Roerdepartement und den übrigen Teil zu dem 1806 gegründeten Großherzogtum Berg; 1810 aber verband er das nördlichste Stück desselben mit dem französischen Departement Overijssel.
Nach dem Zusammenbruch der französischen Herrschaft Ende 1813 ging die Initiative des politischen Handelns am gesamten Niederrhein an Preußen über, das durch den Wiener Kongress 1815 das gesamte Rheinland zugesprochen bekam. Preußen gewann also nicht nur die vorher schon in seinem Besitz befindlichen Territorien (Herzogtum Geldern, Herzogtum Kleve, Fürstentum Moers) und die kurz zuvor gewonnenen Gebiete (Essen, Werden, Elten, Teile des Fürstbistums Münster) zurück. Es trat vielmehr das Erbe aller anderen rheinischen Territorialherren an, indem es auch die ehemals kurkölnischen und bergisch-jülichschen Besitzungen übernahm.
Neben diesen Gebietsgewinnen musste Preußen allerdings auch einige territoriale Einbußen hinnehmen. Alle westlich der Maas gelegenen Teile des ehemaligen Herzogtums Geldern, ein schmaler Streifen östlich der Maas und die Exklaven und Randgebiete westlich und nördlich von Elten (Huissen, Malburgen, Zevenaar, Lobith und Wehl) sowie Kekerdom und Leuth südlich der Waal fielen endgültig an die Niederlande. Gleichzeitig ging niederländisches Territorium an Preußen über: die Exklave Schenkenschanz und die heute zu Emmerich gehörenden Gemarkungen Borghees, Speelberg, Leegmeer und Klein-Netterden.
Das gesamte Gebiet des ehemaligen Herzogtums wurde in die Preußische Verwaltungsgliederung einbezogen. Es gehörte zunächst zur Provinz „Jülich-Kleve-Berg“ und zum Regierungsbezirk Kleve, die beide schon zum 22. Juni 1822 aufgelöst und mit der südlichen Provinz „Niederrhein“ zur Rheinprovinz bzw. mit dem Regierungsbezirk Düsseldorf vereinigt wurden.
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