Das Herzogtum Gifhorn wurde 1539 gegründet und bestand nur 10 Jahre lang bis zum Tod seines Herrschers Herzog Franz von Braunschweig-Lüneburg 1549. Mit den Ämtern Gifhorn, Fallersleben und dem Kloster Isenhagen war es ein kleiner Machtbereich, der nicht die üblichen Rechte im Fürstenrat des Reichs besaß.
Gründung
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Zur Gründung des
Herzogtums kam es, als Herzog
Franz von Braunschweig-Lüneburg 1536 von seinem langjährigen Aufenthalt am
kursächsischen Hof in
Wittenberg zurückkehrte. Von seinem älteren Bruder Herzog
Ernst von Braunschweig-Lüneburg,
der Bekenner (wegen seines Eintretens für die
lutherische Lehre), verlangte er ein eigenes Herzogtum als Erbabfindung und drängte auf Landesteilung. Da seine Forderungen (auch wegen der Überschuldung des Herzogtums) nach der gesamten Osthälfte unakzeptabel war, erhielt er
1539 die Ämter Gifhorn, Fallersleben und das Kloster Isenhagen bei
Hankensbüttel. Aus diesen Besitzungen wurde das Herzogtum Gifhorn gebildet, dass im Reich aber nur von nachgeordneter Bedeutung war. Es besaß keine Stimme im Fürstenrat des Reiches und konnte keine eigene Außenpolitik betreiben.
Ausbau
Das Herzogtum Gifhorn war ein kleiner überschaubarer Herrschaftsbereich. Herzog Franz konnte in ihm sein adliges Selbstverständnis und fürstliche Repräsentation frei entfalten. Dieser Lebensstil hatte ihn während seines langjährigen Aufenthalts am Hofe des sächsischen Kurfürsten in Wittenberg geprägt. Er ließ das Schloss
Gifhorn zu seiner Residenz ausbauen. Das höfische Leben war geprägt vom Prunk großer Fürstenhöfe, er servierte in teuren
venezianischen Gläsern, veranstaltete ritterliche
Turniere und fürstliche Jagden, beschäftigte einen
Hofnarren und einen Hofkanzler. Gleichzeitig baute er
Schloss Fallersleben als ländlichen Adelsitz aus.
Ende
Seine
1547 geschlossene Ehe mit Clara von Lauenburg in Ratzeburg dauerte nur drei Jahre an, denn
1549 verstarb der Herzog im Alter von 41 Jahren an einer Wundinfektion. Er wurde in der Gifhorner Schlosskapelle bestattet, wo noch heute eine geschnitzte Grabmalfigur seinen
Sarkophag schmückt. Seine Ehefrau
Herzogin Clara erhielt als Entschädigung
Schloss Fallersleben als Witwensitz. Da Herzog Franz keinen männlicher Nachfolger hinterließ, fiel das Herzogtum Gifhorn an das Stammhaus des
Herzogtums Braunschweig-Lüneburg mit Sitz in
Celle zurück.
Weblinks
Weltliches Fürstentum | Niedersächsische Geschichte