Das Herzminutenvolumen (HMV) oder Herzzeitvolumen (HZV) ist das Volumen des Blutes, welches in einer Minute vom Herz durch den Blutkreislauf gepumpt wird. Das Herzminutenvolumen ist also ein Maß für die Pumpfunktion des Herzens.
Normalerweise ist das Herzminutenvolumen des rechten Herzens fast gleich groß wie das Herzminutenvolumen des linken Herzens. Etwas allgemeiner ist der Begriff Herzzeitvolumen. Er bedeutet aber im Prinzip dasselbe, nur dass die Zeiteinheit hier nicht festgelegt ist. Abgekürzt wird es als HZV. Im Englischen und als Fachausdruck auch im Deutschen wird dafür auch der Begriff Cardiac Output (abgekürzt CO) benutzt.
Aus praktischen Erwägungen hat sich zur Beurteilung der Pumpfunktion eher der Wert der Auswurffraktion oder Ejektionsfraktion (EF) eingebürgert, da er direkt aus der Echokardiografie ablesbar ist. Das Herzminutenvolumen wird dagegen bei aufwändigeren Herzkatheteruntersuchungen bestimmt.
Wird das Herzminutenvolumen noch auf die Körperoberfläche bezogen, so bezeichnet man das Resultat als Cardiac Index:
- CI = HMV/Körperoberfläche
Normalwerte
- In Ruhe beträgt das Herzminutenvolumen beim gesunden erwachsenen Menschen etwa 4,5 - 5 Liter/Minute
- Unter Belastung kann das HMV bis auf das Vierfache gesteigert werden und beträgt dann bis zu 20 Liter/Minute
Messung
Das HMV kann in der klinischen Praxis nur indirekt gemessen werden. Dazu gibt es verschiedene Methoden
- Einfach ist es aus dem Schlagvolumen und der Herzfrequenz berechenbar. HMV = Herzfrequenz × Schlagvolumen. Das Schlagvolumen und die Herzfrequenz können aus der Echokardiografie abgeschätzt werden
- Etwas aufwändiger ist die Thermodilution. Dabei wird eine definierte Menge an kalter Flüssigkeit gespritzt und der Temperaturverlauf des Blutes in der Folge über eine Thermosonde aufgezeichnet. Über die Schnelligkeit der Temperaturnormalisierung kann das HMV berechnet werden. Ein moderneres, aber prinzipiell ähnlich arbeitendes Verfahren setzt einen Swan-Ganz-Katheter mit einer integrierten Heizspirale ein, so dass keine Flüssigkeit mehr gespritzt werden muss und eine kontinuierliche Messung möglich wird.
- Ähnlich funktionieren Farbstoffverdünnungsverfahren.
- Modellbasierte Verfahren berechnen nach Kalibration durch ein anderes Verfahren (z.B., Thermodilution) das HMV kontinuierlich aus der durch einen arteriellen Katheter gemessenen arteriellen Blutdruckkurve.
- Das HMV ist auch über die zentralvenöse Sauerstoffsättigung und die arterielle Sauerstoffsättigung berechenbar, wenn gleichzeitig der Sauerstoffverbrauch bekannt ist (z.B. aus Partialdruckmessung in Ein- und Ausatemluft).
- Auch mittels der Nuklearkardiologie und der Kernspinuntersuchung kann das HMV bestimmt werden
Erniedrigtes HMV
Ein erniedrigtes Herzminutenvolumen findet sich bei verminderter Pumpleistung der linken oder rechten Herzkammer. Auch Herzklappenerkrankungen können das Herzminutenvolumen reduzieren.
Eine Schilddrüsenunterfunktion kann das Herzminutenvolumen erniedrigen.
Erhöhtes HMV
Ein erhöhtes Herzminutenvolumen findet sich bei
Fieber,
Hyperthyreose,
Blutarmut. Auch in hyperdynamen Schockzustaenden, wie z.B. dem
septischen Schock kann das HMV erhoeht sein, obwohl eine Minderperfusion von Organen vorliegen kann, was auf eine Erniedrigung des
peripheren Widerstands zurueckzufuehren ist.
Siehe auch
Weblinks
Cardiac output
Physiologie | Kardiologie