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Georg Lewin (* 16. September 1878 in Berlin; † 31. Oktober 1941 bei Saratow) alias Herwarth Walden; deutscher Schriftsteller, Verleger, Galerist, Musiker und Komponist. Einer der wichtigsten Förderer der deutschen Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts (Expressionismus, Futurismus, Dadaismus); Ehemann der Dichterin Else Lasker-Schüler.

Leben


In den Jugendjahren studiert Georg Lewin Musik, Komposition und Klavier in Berlin und Florenz. Sein musisches Talent und die von ihm gewählte künstlerische Ausbildung distanzieren ihn früh von der großbürgerlichen Welt seines Elternhauses.

Am 30. November 1901 heiratet Lewin Else Lasker-Schüler, von der er 1911 wieder geschieden wird. Lasker-Schüler verdankt Lewin sein Pseudonym "Herwarth Walden", inspiriert durch den Titel eines Romans von Henry Thoreau.

Im Jahr 1903 gründet Walden den Berliner Verein für Kunst, dem in den Folgejahren eine große Zahl bedeutender Schriftsteller angehören werden.

Von 1910 bis 1932 gibt Walden die Zeitschrift Der Sturm heraus, die er zusammen mit Alfred Döblin begründet hat und die von da an eine der wichtigsten Publikationen des Expressionismus sein wird.

Im Jahr 1912 heiratet Walden die schwedische Malerin Nell Roslund und betätigt sich in der Folgezeit verstärkt als Galerist. So betreibt er z.B. die sogenannte "Sturm-Galerie", in der ab 1912 u.a. Bilder des Blauen Reiters und des italienischen Futurismus zu sehen sein werden. Daneben gründet er weitere künstlerische Institutionen, die allesamt den avantgardistischen Geist des Sturms atmen (Kunstschule, Bühne, etc.).

1918 wird Walden Mitglied der Kommunistischen Partei.

1924 lässt sich Walden von seiner zweiten Frau scheiden.

Im Jahr 1932 heiratet Walden erneut (diese Ehe wird aufgrund des Einflusses der Gestapo geschieden) und verlässt anschließend Deutschland angesichts des aufziehenden Nationalsozialismus. Er begibt sich nach Moskau, wo er als Lehrer und Verleger arbeitet. Seine Sympathie zur Avantgarde wecken allerdings schnell das Misstrauen der stalinistischen Sowjet-Regierung und Walden muss sich wiederholt gegen eine Gleichsetzung von Avantgarde und Faschismus publizistisch zur Wehr setzen.

Walden stirbt im Oktober des Jahres 1941 in einem stalinistischen Gefängnis bei Saratow. Die Feststellung seines Todeszeitpunktes erfolgt durch den Suchdienst des Roten Kreuzes.

Werke


  • Der Sturm (Zeitschrift, 1910 - 1932)
  • Das Buch der Menschenliebe (Roman, 1916)
  • Vulgär-Expressionismus (Essay, 1938)

Literatur


  • Ursula Peters: Moderne Zeiten. Die Sammlung zum 20. Jahrhundert, in Zusammenarbeit mit Andrea Legde, Nürnberg 2000 (Kulturgeschichtliche Spaziergänge im Germanischen Nationalmuseum, Bd.3), insb. S.11-120 passim, bes.61ff.
  • Barbara Alms/Wiebke Steinmetz (Hrsg.) DER STURM. Chagall, Feiniger, Jawlensky, Kandinsky, Klee, Kokoschka, Macke, Marc, Schwitters und viele andere im Berlin der zehner Jahre Bremen 2000, insbes. S. 15-43 (Barbara Alms), 35-45 (Anita Beloubek-Hammer), 82-90 (Anna-Carola Krauße).

Autor | Galerist | Expressionismus (Literatur) | Literatur (20. Jh.) | Literatur (Deutsch) | Mann | Deutscher | Geboren 1878 | Gestorben 1941

Herwarth Walden

 

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