Die Herrnhuter Brüdergemeinen bilden eine aus dem Pietismus und der tschechischen Reformation herkommende christliche Glaubensbewegung innerhalb der protestantischen Kirche („Kirchlein in der Kirche“). Als eigenständige Gemeinschaft wird sie heute den Freikirchen zugeordnet, ist aber auch der EKD angeschlossen. Von Zinzendorf.jpg ]]
Die Herrnhuter Brüdergemeinen werden daher auch kurz Herrnhuter oder Brüdergemeine genannt (nicht zu verwechseln mit den Brüdergemeinden). Weiterhin sind auch Bezeichnungen wie Erneuerte Brüder-Unität, Unitas Fratrum, Evangelische Brüderkirche oder Abwandlungen davon im Umlauf. Im englischen Sprachraum werden sie als Moravians (von Mähren) bezeichnet und ihre Gemeinschaft dem entsprechend „Moravian Church“.
Die Brüderkirche hat heute ihren Hauptsitz nach wie vor in Herrnhut in der Oberlausitz (Landkreis Löbau-Zittau/Sachsen) sowie im württembergischen Bad Boll im Landkreis Göppingen. Ihre mitteleuropäischen Gemeinden befinden sich hauptsächlich in Mittel- und Westdeutschland; zwei gibt es in Süddeutschland, vier in der Schweiz und einige in den Niederlanden, eine in Dänemark in Christiansfeld. Weltweit ist die Moravian Church in 30 Ländern verbreitet. Insbesondere sind in der Karibik, in Ost- und Südafrika aus der Missionsarbeit junge Kirchen entstanden. Die Brüdergemeinen sind Mitglied des Evangelischen Missionswerks in Südwestdeutschland.
Gemeinden in Deutschland
Bad Boll, Berlin-Mitte/Neukölln, Bielefeld, Cottbus, Dresden, Düsseldorf, Ebersdorf, Forst, Frankfurt/Main, Gnadau, Hamburg, Herrnhaag, Herrnhut, Kleinwelka, Königsfeld, Neudietendorf, Neugnadenfeld, Neuwied, Niesky, Tossens, Zwickau
Die Verantwortung für die Gemeinde liegt beim Ältestenrat, die Verantwortung für die Provinz bei der Synode. Das Bischofsamt ist rein geistlich und hat keine Verwaltungsaufgaben.
Die dreifache Ordination zu Diaconus, Presbyter und Bischof stammt aus der Böhmisch-Mährischen Brüderkirche. Die Bischöfe der Brüder-Unität stehen in der apostolischen Sukzession.
In der Lehre werden Rechtfertigung und Erlösung durch den Tod von Jesus Christus am Kreuz betont, die Heilandsliebe und das Wirken des Heiligen Geistes.
Durch Zinzendorf kamen pietistische und aus der Reformation stammende Impulse in die Bewegung. Er wollte die Bewegung aber innerhalb der lutherischen Landeskirche belassen - eine Tradition, die in der Brüderkirche mancherorts noch fortlebt.
Verbreitet wurde die Brüder-Unität bereits 1732 durch Mission auf der ganzen Welt, angefangen in der Karibik, Grönland, Südafrika und 1735 in Suriname. Auch heute noch unterhält sie eine Missionsorganisation, die Herrnhuter Missionshilfe (HMH), die in 17 Ländern Missionarbeit betreibt.
Es war dabei eines der Prinzipien der Herrnhuter Mission, sich Menschen zuzuwenden, um die sich niemand sonst kümmerte. Graf Zinzendorf, der geistliche Leiter der Gemeinde in Herrnhut, war davon überzeugt, dass Gott in der ganzen Welt durch seinen Geist wirksam ist, auch unter Menschen, die ihn noch nicht kennen. Die Herrnhuter Missionare sollten den Menschen, mit denen sie in Berührung kamen, deshalb dabei helfen, diesen immer schon unter ihnen wirksamen Gott besser kennenzulernen und zu erfahren, dass er in Jesus Christus Mensch geworden ist, um sie zu erlösen.
Von Beginn an wurde ein ganzheitliches Missionsverständnis verfolgt und danach gestrebt, neben der Verkündigung dieser frohen Botschaft auch die konkreten Lebensumstände der Menschen zu verbessern, zum Beispiel durch die Errichtung von Schulen und medizinischer Hilfe. Ein weiteres Prinzip der Herrnhuter Mission war es, Menschen, die zum Glauben gekommen waren, möglichst schnell selbst dafür einzusetzen, die frohe Botschaft unter ihren Mitmenschen weiterzusagen. Auf diese Weise wurden sie von Anfang an in die Verantwortung mit einbezogen.
Aus der Wirksamkeit der Herrnhuter Missionare ist heute eine weltweite Kirche mit 19 selbständigen Kirchenprovinzen entstanden. Innerhalb dieser Gemeinschaft besteht eine enge Zusammenarbeit, durch die sich die verschiedenen Provinzen gegenseitig unterstützen, ihren missionarischen Auftrag zu erfüllen. Von Deutschland aus bestehen besondere Beziehungen mit der Arbeit der Brüdergemeine in Tanzania, Südafrika, Suriname und Palästina. Die Evangelische Brüdergemeine (Broedergemeente) in Suriname erhielt 1963 im Rahmen der weltweiten Brüder-Unität ihre Selbständigkeit und zählt ca. 50.000 Mitglieder. Sie ist die größte evangelische Kirche in Suriname mit vielen diakonischen und sozialen Einrichtungen.
Mit der Unterstützung vieler Freunde wird die Zusammenarbeit wahrgenommen und koordiniert von der Herrnhuter Missionshilfe e.V. (HMH) in Bad Boll.
Neben der Arbeit innerhalb der selbständigen Kirchenprovinzen werden durch die Herrnhuter Brüdergemeine auch neue Missionsaufgaben erfüllt. Sie geschehen in weltweit gemeinsamer Verantwortung. Im Jahr 1988 wurde der Fonds »Neues Zeugnis für die Welt« eingerichtet, in den alle Kirchenprovinzen Geld zur Finanzierung einzahlen. Die konkrete Durchführung der jeweiligen Missionsunternehmung wird an die Provinz übertragen, die lokal am nächsten gelegen ist. Hier einige Orte und Regionen, in denen heute durch die Brüdergemeine verantwortete Missionsarbeit geschieht:
Freikirche | Körperschaft des öffentlichen Rechts (kirchenrechtlich) | Pietismus
Morawiese kerk | Herrnhutiske Brødremenighed | Moravians (religion) | Unuiĝo de fratoj | Herrnhutilaisuus | Evangelische Broedergemeente | Herrnhutism
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"Herrnhuter Brüdergemeine".
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