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Der Hermannskogel bei Wien ist mit 542 Metern über Adria der höchste Punkt des Wiener Gemeindegebietes und liegt an dessen Grenze zu Niederösterreich.
Geographie
Der Hermannskogel ist ein bewaldeter, kegelförmiger Berg im
Wienerwald. Mit 542 Metern ist der Hermannskogel der Hauptgipfel des Kahlengebirges und der höchste Berg Wiens. Er liegt in einem nordöstlichen Ausläufer der
Ostalpen, und ist geologisch der
Flyschzone zugehörig, die aus
Quarz,
Kalksandgestein,
Mergel und anderen
Konglomeraten zusammen gesetzt ist. Drei Kilometer östlich des Hermannskogels liegen
Kahlenberg und
Leopoldsberg.
Geschichte
Erste urkundliche Erwähnung fand der Berg erstmals
1355 als
hermannschobel im Zehentregister des
Stift Klosterneuburg. Der Name geht auf den im
Mittelalter gebräuchlichen Namen Hermann zurück und enthält als Grundwort den in Bergnamen oft vorkommenden Begriff Kogel oder Kobel für einen
kegelförmigen Berg. Im Mittelalter war der Hermannskogel noch mit
Weingärten bedeckt. An seinem Abhang, am
Sattel zwischen
Sievering und
Weidling lag vermutlich das
Weinbauerndorf Kogelbrunn, das
1237 als
chogelbrunne erstmals urkundlich erwähnt wurde.
1256 wurde das Dorf von Albero von Feldsberg dem Stift Klosterneuburg abgetreten.
1346 war der Ort noch vorhanden, ging dann jedoch Ende des
15. Jahrhunderts, vermutlich durch durch die Verheerungen der
Ungarn zu Grunde. Mit dem Dorf verschwanden schließlich auch die Weingärten und wilder Waldwuchs bedeckte den Gipfel erneut.
1683 lagerte hier das
Entsatzheer aus
Sachsen und anderen Teilen des Reichs, das die
Zweite Türkenbelagerung von Wien beendete. Im
19. Jahrhundert wurden mehrere Ansuchen des Stiftes Klosterneuburg abgelehnt, auf dem Hermannskogel eine
Aussichtswarte zu errichten. Erst
1888 wurde die 27 Meter hohe
Habsburgwarte (
1938-
1974 Hermannskogelwarte) errichtet und ein Jahr später eröffnet.
Der Hermannskogel als Fundamentalpunkt
Wien-Hermannskogel Fundamentalpunkt 160405.JPG
Auf dem Gipfel des steilen
Sandsteinfelsens steht die
Habsburgwarte. Sie wurde zu Beginn des
19. Jahrhunderts als
Fundamentalpunkt (
Koordinatenursprung der
Landesvermessung) von
Österreich-Ungarn gewählt. In den
1920ern ging Österreich jedoch (wie
Deutschland) auf das 3°-Streifensystem der
Gauß-Krüger-Projektion über. Als Fundamentalpunkt hatte der Hermannskogel dieselbe Funktion wie der
Rauenberg in
Berlin. In nächster Zeit wird der Übergang auf das
Europäische Terrestrische Referenzsystem erfolgen.
Siehe auch: Geodäsie, Bessel-Ellipsoid, Erdellipsoid
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