Hermann Leopold August von Oppeln-Bronikowski (* 2. Januar 1899 in Berlin; † 19. September 1966 in Gaißach, Landkreis Bad Tölz, Oberbayern) war ein deutscher Olympiasieger im Dressurreiten (1936), Generalmajor und Kommandeur im Ersten und Zweiten Weltkrieg.
Oppeln-Bronikowski heiratete am 17. Juni 1931 in Züllichau (Provinz Brandenburg) Edelgard von Kleist (* 20. April 1911 in Hannover; † ....), die Tochter des Generalleutnants Adolf von Kleist (1886-1957) und der Gertrud von Sydow (1888-1989).
Oppeln-Bronikowski tritt am 1. April 1912 in die Kadettenanstalt Bensberg bei Köln ein, zwei Jahre später Wechsel zur Hauptkadettenanstalt Groß-Lichterfelde bei Berlin. Am 23. März 1917 Eintritt in Züllichau in Brandenburg in das Prinz-August von Württemberg-Ulanen-Regiment Nr. 10 als Fähnrich. Kurze Zeit später Wechsel von der Ersatzschwadron in das aktive Regiment, welches im Raum Warschau als Besatzungstrupp fungiert. Am 19. Dezember 1917 Ernennung zum Leutnant. Oppeln-Bronikowski meldet sich freiwillig zum Fronteinsatz und kommt zum Prinz-Carl-Infanterieregiment Nr. 118 an die Westfront. Frühjahr 1918 Zug- und Stoßtruppführer bei den Kämpfen in der Champagne und in den Argonnen. Im Sommer 1918 Verleihung des Eisernen Kreuzes II. Klasse. Am 14. Oktober 1918 wird ihm als einer jüngster Leutnante von kommandierenden General der Gruppe Argonnen, von Generalleutnant Ewald von Kleist, das Eiserne Kreuz I. Klasse verliehen. Zusätzlich erhält er noch die Hessische Tapferkeitsmedaille. Er kehrt zum Ulanen-Regiment Nr. 10 zurück, welches mittlerweile in Estland stationiert ist, im Auftrag mit anderen Reiterregimenten als schnelle bewegliche Truppe, die bolschewistischen Revolutionstruppen zu überrennen und im Überraschungsangriff St. Petersburg einzunehmen. Dieses Vorhaben kann er aber nicht mehr realisieren. In Tallinn erlebt Oppeln-Bronikowski den Zusammenbruch des Deutschen Kaiserreiches.
Das Regiment kehrt am 17. Dezember 1918 in die Friedensgarnison in Züllichau zurück. Anfang 1919 kämpft er als Freiwilliger gegen polnische Aufständische der Provinz Posen. Am 5. Juni 1919 erhält er das Bewährungsabzeichen des V. Armeekorps als Führer der 1. Eskadron des Ulanen-Regiments Nr. 10. Herbst 1919 wird sein Ulanen-Regiment aufgrund der im Versailler Vertrag festgelegten militärischen Abrüstung mit dem Kavallerie-Regiment 10 der Reichswehr vereinigt. Er bleibt totz zeitweiliger Abkommandaturen dem Kavallerie-Regiment über 20 Jahre treu, obwohl er selbst offiziell 1920 in das 100.000 Mann starke Heer übernommen wird. 1923 wird er als Reitlehrer und Aufsichtsoffizier zur Infanterieschule Ohrdruff in Thüringen abkommandiert. Am 1. April 1925 zum Oberleutnant befördert. 1925 -28 ist er Regimentsnachrichtenoffizier, ab 1928 ist er als Regimentsadjutant tätig.
Am 1. Juni 1933 wechselt er zur der damals weltbekannten Kavallerieschule in Hannover, um dort als Abteilungsadjudant, wieder als Reitausbilder und schließlich als Bereiter des Schulstalles zu wirken. Am 20. Dezember 1934 erhält er das Ehrenkreuz für Frontkämpfer. Er nimmt als Mitglied der Deutschen Reiterequipe an zahlreichen nationalen und internationalen Reitturnieren teil. 1936 wird er für die Olympiade in Berlin nominiert und gewinnt dort die Goldmedaille, danach kehrt er bis Ende September in die Kavallerieschule in Hannover zurück, um als Adjutant der Offiziers- und Unteroffiziersschule Dienst zu tun, und wird danach zum Eskadronchef im Reiterregiment 10 in Torgau ernannt. Am 1. März 1937 Ernennung zum Major, nur sieben Monate später erfolgt am 1. Oktober die Ernennung zum Kommandeur der Radfahrabteilung seines Regimentes.
März 1938 wird Oppeln-Bronikowski zum Kommandeur der Aufklärungs-Abteilung 24 der sog. Eisbär-Division von Generalleutnant Friedrich Olbricht ernannt, da sich noch vor dem Einmarsch in die Tschechoslowakei aus dem Kavallerieregiment 10 verschiedene Aufklärungsabteilungen formieren. Ab dem 1. September 1939 leitet er mit seiner Aufklärungsabteilung den Blitzfeldzug gegen Polen und nimmt mit einem motorisierten Stoßtrupp die strategisch wichtige Warthebrücke bei Warta ein, welche es seiner Division einen schnellen Vormarsch ermöglicht. Als Anerkennung werden ihm er am 25. September 1939 in Czubin die Wiederholungsspange zum Eisernen Kreuz II. Klasse 1914 und am 10. November 1939 in Tönnisstein die Spange zum EK I. Klasse 1914 von seinem Kommandanten Olbrich persönlich verliehen.
Ab dem 1. April 1940 wird er in den Stab des "Generals der schnellen Truppen" versetzt, welcher dem Oberkommando des Heeres unterstellt ist, um sich unter der Leitung von Oberst Wilhelm Ritter von Thoma über die Erfahrungen aus dem Polenfeldzug auszutauschen, um von diesen Resultaten in Sachen Panzerdivisionen und motorisierter Verbände zu profitieren. Oppeln-Bronikowski bekommt als Referent die Zuständigkeit über die gesamte Heeresaufklärung und wird zudem noch beauftragt, der Umrüstung der noch bestehenden Kavallerie-Divisionen in Panzerdivisionen, besonders der (1. Kavalleriedivision in die 24. Panzerdivision) den Weg zu ebnen. Am 1. August 1940 Beförderung zum Oberstleutnant. Er meldet sich freiwillig zur Panzertruppe und wird am 1. Oktober 1941 zur Panzerbrigade 5 in der 4. Panzerdivision überstellt und steht damit erstmals einer reinen Panzereinheit vor.
Mit seiner Einheit nimmt er am Unternehmen Barbarossa teil und greift am 25. Oktober, im Rahmen der Kampfgruppe Eberbach vom Panzerregiment 35, als erstes aus dem Brückenkopf Orel heraus Richtung Tula an, um nach Moskau vorzustoßen. Mitte Januar 1942 übernimmt er von Generalmajor Heinrich Eberbach das Kommando seines Panzerregimentes und wird am 1. Februar zum Oberst befördert. Als er bei Brijansk die Abwehrkämpfe erfolgreich leitet, erwirbt er sich den Ruf eines mutigen und doch besonnenen Panzertruppenführers und wird mit dem Panzerkampfabzeichen in Silber ausgezeichnet. Am 16. Oktober 1942 erhält er von der 22. Panzer-Division das Kommando über das Panzerregiment 204 und trägt im Abschnitt zwischen Donez und Don, trotz widriger Umstände (39 Panzer von 104 waren wegen Mäusefraß an den elektronischen Kabeln nicht einsatzbereit) zur Stabilisierung der Abwehrfront bei. Die absurde Situation beschäftigte sogar das Oberkommando des Heeres. Am 25. November 1943 wurde er verwundet und erhielt am 22. Januar hierfür das Verwundetenabzeichen in Schwarz.
Zwischen dem 6. Dezember 1942 und dem 5. Januar 1943 kämpfte er mit seiner Truppe innerhalb des XXXXVIII. Panzerkorps gegen eine zwölffache Übermacht der Rotarmisten. Oppeln-Bronikowskis Truppe machte dabei 451 Panzerkraftwagen manövrierunfähig, erbeutete und vernichtete dabei 207 Geschütze und 752 schwere Infanteriewaffen, dabei rieb sich die Truppe allerdings selbst so auf, das dem Panzerregiment 204 nur noch ein funktionsfähiger Panzer übrig blieb. Zum 1. Januar 1943 wurde ihm (zu seinem 44. Geburtstag) dafür das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Am 7. Januar 1943 um 15.57 erhielt er ein Glückwunschschreiben mit folgendem Inhalt:
Am 19. Februar versetzt man ihn zur 6. Panzerdivision um die Kommandantur des Panzerregimentes 11 zu übernehmen. Im Sommer 1943 nimmt er damit an der Operation Zitadelle teil und führt es in die Schlacht um Kursk. Dafür erhält er am 7. August 1943 das Deutsche Kreuz in Gold. Der letzte Versuch einer Großoffensive an der Ostfront scheitert. Oppeln-Bronikowski wird in seinem Kommandeurspanzer abgeschossen und schwer verwundet und nach seiner Gesundung vorläufig in die Führerreserve geschickt.
Spätherbst 1943 gibt man ihm das Kommando über das Panzerregiment 100, welches der 21. Panzerdivision untersteht unter dem Kommando von Generalmajor Edgar Feuchtinger. Er wird mit seinem Regiment Frühjahr 1944 nach Frankreich verlegt. Dort benannt man da Regiment in das Panzerregiment 22 um, um nicht mit der dortigen stationierten Panzerabteilung 100 verwechselt zu werden.
Zwischen Juni und Juli 1944 gelang es Oppeln-Bronikowski, an der Invasionsfront bei Caen 32 Tage lang seine Stellung gegen eine übermächtige alliierte Abwehrfront trotz dem Verlust der Hälfte seiner Panzer Stellung zu halten; er wurde dafür am 18. Juni 1944 als 536. Soldat der deutschen Wehrmacht mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes von Adolf Hitler persönlich im Führerhauptquartier ausgezeichnet. Dort wurde ihm auch das Kommando über eine neue Panzerdivision übertragen.
Ab dem 26. September 1944 Teilname an einem Divisionslehrgang in Hirschberg in Schlesien, dann geht er nach Arys in Ostpreussen um sich ab dem 22. Oktober bei der 22. Panzerdivision einzuarbeiten. Am 7. November übernimmt er das Kommando über die 20. Panzerdivision von Generalleutnant Mortimer von Kessel und wird am 30. Januar 1945 zum Generalmajor befördert. Im Februar wird er mit seiner Division nach Oberschlesien eilverlegt. Bei Ratibor/Gleiwitz durchbricht er eine versuchte Einkesselung von Rotarmisten und verhindert einen Durchbruch der sowjetischen Truppen nach Berlin. Oppeln-Bronikowski wird mit seiner Division dem XIV. Panzerkorps unterstellt und erhält den Auftrag die Sowjettruppen, welche über die Oder nach Westen zu gelangen suchen, wieder ans Ostufer zurückzudrängen. Ihm gelingt dieses Unterfangen, genauso wie die drohende Eroberung der Stadt Neisse abzuwenden.
Olympiasieger (Reiten) | Militärperson (3. Reich, Heer) | Deutscher | Mann | Geboren 1899 | Gestorben 1966 | Ritterkreuzträger
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