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Hermann Wilhelm Bödeker (* 15. Mai 1799 in Osnabrück; † 5. Januar 1875 in Hannover) war ein evangelischer Pastor in Hannover, der vor allem durch seine gemeinnützige Arbeit bekannt wurde.

Leben


Als Sohn eines Lehrer in Osnabrück geboren, studierte Bödeker 1817-23 Theologie in Göttingen und amtierte seit 1825 als zweiter, seit 1839 als erster Pastor an der Marktkirche in Hannover. 1851 wurde er Senior des geistlichen Stadtministeriums (entspricht dem heutigen Superintendenten). Bödeker gilt in Hannover als „einer der populärsten Seelsorger, Prediger und Wohltäter der Stadt“ (D. Böttcher, S. 60). Er begründete zahlreiche soziale Stiftungen und karitative Vereine, so auch die Kinderheilanstalt Hannover in der Ellernstraße (heute Kinderkrankenhaus auf der Bult), das „Asyl für unbemittelte alternde Jungfrauen des Mittelstandes“, das spätere Schwesternhaus, oder die so genannte Bödekerkrippe, einen Kinderkrippen-Verein.

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Bödeker hatte großes Talent, Spenden für wohltätige Zwecke zu sammeln. Dazu gründete er etwa den 1. Norddeutschen Morgenpromenadenbeförderungsverein, eine Runde wohlhabender hannoverscher Bürger, die sich regelmäßig in der Gartenwirtschaft Lister Turm traf. Bödeker agitierte auch gegen Tierquälerei (Broschüre Über Tierquälerei, 1844) und initiierte dadurch die Gründung des Thierschutzvereins der Königlichen Residenzstadt Hannover. Schließlich ließ er 15 gusseiserne „Bödeker-Engel“ mit Sammelbüchse herstellen (Entwurf: Georg Hurtzig, Guss in der Lauterberger Königshütte), die über die Stadt verteilt die Menschen zum Spenden animieren sollten. Zwei dieser Engel sind auf den hannoverschen Stadtfriedhöfen von Stöcken und Engesohde erhalten. 1848 wurde er Ehrenbürger Hannovers. Carl Dopmeyer schuf das Denkmal Bödekers auf der Nordseite des Turms der Marktkirche in Hannover. Auch der Gemeindesaal der Marktkirche ist nach Bödeker benannt, ebenso eine Straße im hannoverschen Stadtteil Oststadt. Sein Ehrengrab befindet sich auf dem Stadtfriedhof Engesohde in Hannover.

Literatur


  • Helmut Zimmermann in: Lebensbilder aus sieben Jahrhunderten. 1. Hannover: Harenberg, 1983, S. 90-92.
  • Waldemar R. Röhrbein: Hermann Wilhelm Bödeker. In: Geschichten um Hannovers Kirchen. Studien, Bilder, Dokumente. Hannover: Lutherhaus-Verl. 1983, S. 123-132.
  • Dirk Böttcher in: Hannoversches biographisches Lexikon. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Hannover: Schlüter 2002, S. 60.
  • Claudia Kauertz: Pastor Hermann Wilhelm Bödeker und die Gründung des hannoverschen Tierschutzvereins im Jahr 1844. In: Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte. Bd. 76 (2004) S. 115-132 .

Weblinks


Mann | Deutscher | Protestantismus | Geboren 1799 | Gestorben 1875

 

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