Hermann Pünder (* 1. April 1888 in Köln, † 3. Oktober 1976 in Köln) war ein deutscher Politiker (CDU).
Leben und Beruf
Nach dem Abitur in
Bad Münstereifel studierte Pünder
Rechtswissenschaften.
1911 promovierte er zum Dr. jur.
1919 wurde er Regierungsrat im
Reichsfinanzministerium und war anschließend von
1926 bis 1932
Staatssekretär der
Reichskanzlei. Nebenberuflich lehrte er an der
Deutschen Hochschule für Politik in
Berlin. Nach dem Attentat des
20. Juli 1944 wurde er von der
Gestapo verhaftet und wegen Beteiligung an der Verschwörung gegen
Hitler in die
Konzentrationslager in
Buchenwald und
Dachau deportiert, wo er am Ende des
Zweiten Weltkriegs von den Amerikanern befreit wurde.
Von 1947 bis 1973 war Pünder Vorsitzender des Zentral-Dombau-Vereins zu Köln von 1842. Pünder war mit Magda, geb. Statz, verheiratet.
Partei
Pünder gehörte
1945 zu den Mitgründern der
CDU in
Westfalen. Vom
15. Oktober bis zum
30. November 1945 war Pünder Erster Vorsitzender der CDP (später CDU) in
Münster.
Abgeordneter
1947 wurde Pünder als Abgeordneter in den
Landtag von
Nordrhein-Westfalen gewählt, nachdem bereits zuvor dem ernannten Landtag angehört hatte.
1949 errang er in
Köln ein
Direktmandat für den
Deutschen Bundestag, dem er bis
1957 angehörte.
1949 bis 1953 war er Vorsitzender des Bundestagsausschusses für ERP-Fragen und vom 20. März 1952 bis zum Ende der ersten Legislaturperiode des Ausschusses für Kommunalpolitik.
Vom 16. Juli 1952 bis zum 1. Juli 1956 war er auch Mitglied des Europaparlaments. Zeitweise gehört er auch der Parlamentarischen Versammlung des Europarates an, wo er 1957 den Ausschuss für Haushaltsfragen und intergouvernementale Arbeitsprogramme leitete.
Öffentliche Ämter
Am
1. April 1932 wurde Pünder nach dem
Preußenschlag als Nachfolger des entlassenen
Rudolf Amelunxen zum Regierungspräsidenten von
Münster ernannt, jedoch schon zum
1. Juli 1933 von den
Nationalsozialisten in den einstweiligen Ruhestand versetzt.
1933 war er für kurze Zeit auch gleichzeitig kommissarischer
Oberpräsident der Provinz
Westfalen.
1934 wurde Pünder endgültig aus dem Staatsdienst entlassen.
Am 28. November 1945 wurde Pünder von der britischen Militärregierung zum Oberbürgermeister von Köln ernannt. Er übte dieses Amt bis 1948 aus. 1947 wurde er zum Oberdirektor (= Vorsitzender des Verwaltungsrates) des Wirtschaftsrates der Bizone ernannt.
Ehrungen
Pünder wird
1953 das Großkreuz mit Stern und Schulterband des
Bundesverdienstkreuzes verliehen. Im selben Jahr erhält er die Ehrendoktorwürde der
Universität zu Köln.
1967 ernannte diese ihn zu ihrem Ehrensenator. In
Köln und
München sind Straßen nach Pünder benannt. Er war Ehrenmitglied der
AV Rheinstein zu Köln im
CV.
Veröffentlichungen
- Politik in der Reichskanzlei. Aufzeichnungen aus den Jahren 1929-1932, Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1961.
- Von Preußen nach Europa. Lebenserinnerungen, Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1968.
Literatur
- Tilman Pünder, Hermann Pünder und seine Kölner Zeit, in: Jahrbuch des Kölner Geschichtsvereins, Köln 1988.
Weblinks
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