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Hermann Löns (* 28. August 1866 in Kulm bei Bromberg in Westpreußen; † 26. September 1914 bei Loivre in der Nähe von Reims, Frankreich) war ein deutscher Journalist und Schriftsteller.

Leben


Schul- und Studienzeit in Deutsch Krone , Münster (Westfalen) und Greifswald. Löns war Mitglied der Turnerschaft Cimbria Greifswald später auch der Landsmannschaft Verdensia Göttingen. Die Studentenbänder und Mützen Löns liegen im Heimathaus Walsrode. Löns verfolgte wissenschaftliche Interessen als Weichtierkundler (Malakologe). Er studierte zunächst Medizin und Naturwissenschaften und brach mit seinen Eltern, als er das Studium aufgab. Es scheiterte wegen seines exzessiven Alkoholkonsums. Löns arbeitete in den 1890er Jahren als Journalist in Kaiserslautern (1891), Gera (1892) und in Hannover (1893-1900) bei verschiedenen Zeitungen. Hier heiratete er 1893 Elisabeth Erbeck. 1901 zog er nach der Scheidung von seiner Frau nach Bremen und heiratet 1902 Lisa Hausmann. In dieser Zeit beginnt er Gedichte zu schreiben, von denen viele vertont werden, zur Zeit der Jugendbewegung u.a. von Fritz Jöde, in neuerer Zeit von Knut Kiesewetter und Fiede Kay. Ab 1909 lebte er als freier Schriftsteller. In den 1910er Jahren schreibt er verschiedene Kurzgeschichten und Erzählungen. Von 1910 bis 1912 war er Redakteur bei der Schaumburg-Lippischen Landes-Zeitung in Bückeburg. Dort geriet der temperamentvolle Dichter mit den auf das höfische Leben ausgerichteten Vorgaben für seine Arbeit in Konflikt. Er verbrachte dann einen großen Teil seiner Zeit in der Traditionsgaststätte „Zur Falle”, die ab 1799 vom Großvater Heinrich Heines betrieben wurde. Löns schied im Groll aus Bückeburg und verfasste die bissige Satire Duodez (s. Weblinks), in der er am Beispiel Schaumburg-Lippe über die Kleinstaaterei in Deutschland den Spott ausschüttete. Seine Prosa ist von Natureindrücken geprägt. Legendär sind seine Figuren „Mümmelmann” oder die Geschichte vom „Mordhirsch”. Löns meldet sich freiwillig zum Militär und fällt schon im September 1914.

Heidedichter


Hermann Löns, häufig als Heidedichter bezeichnet, war weit über Deutschland hinaus ein bekannter Schriftsteller. - Dass die Jäger zu Hegern wurden, wird auf die Aktivitäten des passionierten Jägers Herrmann Löns zurückgeführt. Seinen Schriften kann man entnehmen, dass ihm die lebenden Wildtiere wichtiger waren als die tote Jagdbeute. Noch viele Jahrzehnte nach seinem Tod war Löns nicht vergessen: Seine Natur- und Tiergeschichten wurden gelesen, seine Lieder wurden gesungen, einige Gedichte auswendig gelernt, Jäger, Naturschützer und Wanderfreunde verehrten ihn, die Heimatfilme "Grün ist die Heide" (1951) und "Rot ist die Liebe" (1956) wurden zu Kassenschlagern

Eine zwiespältige Persönlichkeit


Hermann Löns war eine zwiespältige Persönlichkeit. - So war es leicht, ihn von den unterschiedlichsten Seiten zu vereinnahmen. Ein Beispiel aus dem Nazi-Deutschland: Im Jahr 1934 wurde Hermann Löns von den Nazis zum Nationalhelden erklärt. Sein Roman "Der Wehrwolf" war ein Bestseller geworden. Und Löns war - genau 20 Jahre davor - freiwillig im 1. Weltkrieg nach Frankreich gezogen und bald für das Deutsche Vaterland gestorben. Seine Gebeine wurden aus dem französischen Massengrab nach Deutschland überführt und ein Staatsbegräbnis wurde geplant. - Doch bald wurde dieser Plan zurückgezogen, weil man entdeckt hatte, dass "Der Wehrwolf" kein heldisches Buch war. Die Bevölkerung organisierte von sich aus im Jahr 1935 ein würdiges Begräbnis für die Gebeine Löns' im Tietlinger Wacholderhain bei Walsrode in der Lüneburger Heide. Nun ordneten die Nazis an, dass niemand in seiner Uniform an diesem "Begräbnis" teilnehmen dürfe. - Auf dem Gedenkstein bei Walsrode steht sein bemerkenswerter Spruch:

"Lass Deine Augen offen sein - geschlossen Deinen Mund
- und wand're still, dann werden Dir geheime Dinge kund!"
Im selben Jahr 1935 wurden überall in Deutschland - nicht nur in der Lüneburger Heide - Lönsdenkmäler errichtet, meistens von den örtlichen Jägerschaften.

Namensträger


Viele Stadien in Deutschland tragen seinen Namen, wie etwa das Hermann-Löns-Stadion in Paderborn oder das Stadion am Hermann-Löns-Weg in Solingen.

In Hannover wurde zwischen 1936 bis 1939 der Hermann-Löns-Park angelegt.

Siehe auch


Weblinks


  • Werke von Hermann Löns im Projekt Gutenberg
  • Hermann Löns′ „Duodez“-Satire im Literaturatlas und als PDF (43 KB, 4 Seiten, A4, Fraktur)
  • www.ub.fu-berlin.de/ - kommentierte Linksammlung
  • http://www.loens-verband.de - Biographie und Werke von Hermann Löns
  • http://www.walsrode-net.de/kultur/loensgrab.html - Informationen zum Hermann-Löns-Grab
  • http://www.chelmno.info/loens.html - Informationen zum Geburtshaus
  • http://www.hannover.de/deutsch/kultur/nah_park/parks/loe_park.htm Informationen zum Hermann-Löns-Park

Autor | Literatur (19. Jh.) | Literatur (20. Jh.) | Literatur (Deutsch) | Erzählung | Heimatdichtung | Greifswald | Mann | Geboren 1866 | Gestorben 1914

Херман Льонс | Hermann Löns

 

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