Hermann Grapow (*1. September 1885 in Rostock - † 24. August 1967 in Berlin) war ein deutscher Ägyptologe.
Seit 1907 war er als Hilfskraft in Ermans Projekt eines Wörterbuches der ägyptischen Sprache tätig. Er war für das Sichten und Sortieren der rund 1,4 Millionen Belegzettel verantwortlich.
Die Berliner Akademie berief ihn 1922 zum wissenschaftlichen Beamten. 1928 wurde er auf Ermans Einfluss hin zum Honorarprofessor an der Berliner Universität ernannt. Seit 1929 hielt er hier neben Kurt Sethe Lehrveranstaltungen ab. Nach Sethes Tod im Jahre 1934 übernahm er zunächst stellvertretend die Leitung des ägyptologischen Seminars. 1938 wurde er zum ordentlichen Professor ernannt. Im Sommer 1940 wurde er zum Dekan der Philosophischen Fakultät und im Frühjahr 1943 zum Prorektor der Berliner Universität berufen.
Am 8. Juni 1938 ernannte ihn die Preußische Akademie der Wissenschaften zum Ordentlichen Mitglied und kommissarischen Sekretar der Philosophisch-historischen Klasse. Von 1943 bis 1945 war er Vizepräsident der Akademie. 1947 gründete er gemeinsam mit Richard Hartmann und Diedrich Westermann das Institut für Orientforschung an der Berliner Akademie. 1956 war er dessen Direktor. 1953 und 1959 erhielt er den Nationalpreis.
Nach dem 2. Weltkrieg arbeitete Grapow weiter an der Vollendung des "Wörterbuches der Ägyptischen Sprache". Nach dessen Erscheinen widmete er sich altägyptischer Texte medizinischen Inhalts. Sechs Jahre nach seinem Tode, erschien 1973 der neute und letzte Band des von ihm initiierten "Grundrisses der Medizin der alten Ägypter".
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