Hermann Alexander Diels (* 18. Mai 1848 in Wiesbaden-Biebrich/Nassau; † 4. Juni 1922 in Berlin-Dahlem) war ein deutscher Altphilologe, Philosophiehistoriker und Religionswissenschaftler.
Am 8. Juli 1871 legte Diels das Lehrerexamen ab und arbeitete von Oktober 1872 bis 1877 als Lehrer in Flensburg und Hamburg - ein Beruf, den er auch anschließend in Berlin noch weitere 5 Jahre bis 1882 ausübte.
Im Anschluss an eine Vortragsreise durch Skandinavien starb Diels am 4. Juni 1922 in Berlin-Dahlem an einem Herzinfarkt.
Nachdem bereits seine Promotionsschrift mit der Thematik der antiken Doxographien in Zusammenhang stand, führte Diels auf Anregung Useners diese Arbeit fort, an deren Ende die 1877 von der Preußischen Akademie der Wissenschaften preisgekrönten und 1879 veröffentlichten Doxographi Graeci standen. Mit diesem Werk wurden erstmals die Schriften der Doxographen in eine textkritische Ordnung gebracht, und damit die Überlieferung der griechischen Philosophie in aufbereiteter und nachvollziehbarer Form der Forschung zur Verfügung gestellt.
Diese Arbeit war es wohl auch, die Zellers Interesse an Diels weckte, und ihn bewog, diesen für die Arbeit an den Commentaria in Aristotelem Graeca nach Berlin zu holen. In der Folgezeit von 1882 bis zum Erscheinen des letzten Bandes 1909 übernahm Diels die Herausgabe der Commentaria und der erfolgreiche Abschluss dieses Projekts stellt einen bedeutenden Teil seines wissenschaftlichen Verdienstes dar. Er selbst bearbeitete dabei den Kommentar des Simplikios.
Sein einflussreichstes Werk aber waren vermutlich Die Fragmente der Vorsokratiker (1903). In ihnen stellte er erstmals Doxographien, Originalzitate und Fälschungen (jeweils versehen mit einer deutschen Übersetzung) klar gegeneinander, und ermöglichte so einen schärferen Blick auf die Unterschiede zwischen Platon und Aristoteles einerseits und den Vorsokratikern andererseits. Erst durch dieses Buch von Diels wurde der Begriff Vorsokratiker richtig populär, wobei Diels - indem er auch Philosophen aufnahm, die nach Sokrates gelebt haben - damit offenbar nicht (wie spätere Philosophiehistoriker) eine streng zeitliche Einordnung beabsichtigte, als vielmehr eine Bezeichnung all jener Philosophen, die von Sokrates bzw. der platonischen Schule gesondert gesehen werden können. Das Werk gliedert sich in einen Teil A mit frühen Dichtungen, Prosa sowie der Überlieferung der sieben Weisen, und einen Teil B, der die Vorsokratiker im engeren, also auch historischen Sinne behandelt. Ab 1934 (5. Aufl.) besorgte Walther Kranz die Herausgabe der Fragmente. Daher auch die Zitierweise: (Name des Philosophen), Diels/Kranz (bzw. DK), Nummer des Philosophen in den Fragmenten, Fragment-Kategorie ("A" für Berichte Antiker Schriftsteller, "B" für wörtliche Zitate oder "C"), Fragment-Nummer, (ggf. Verszahl). Also z.B. Parmenides DK 28 B 3 für das dritte Fragment aus Parmenides' Lehrgedicht.
Daneben veröffentlichte Diels eine Vielzahl kleinerer Schriften u.a. auch zur antiken Technologie und Medizin, sowie zu religionswissenschaftlichen Fragen.
Mann | Deutscher | Altphilologe | Geboren 1848 | Gestorben 1922
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