Herman Sörgel (* 2. April 1885 in Regensburg; † 25. Dezember 1952 in München) war ein deutscher Architekt des Expressionismus (Bauhaus) und Kulturphilosoph, der sich mit Raumtheorie und geopolitischen Fragestellungen beschäftigte.
Er wurde durch sein monumentales Staudammprojekt „Atlantropa“ für die Strasse von Gibraltar bekannt, das er 1932 in einem Buch vorstellte. Sörgel vermutete, dass sich in Zukunft drei Machtblöcke bilden würden: Amerika, Europa und Asien, Afrika würde abgekoppelt, ausser Europa würde Bindungen eingehen. Ebenso erkannte er, dass Kohle und Erdöl in absehbarer Zeit zu teuer würden. Die Antwort für ihn lag im riesigen Potential an Wasserkraft im Mittelmeer. Dieses Grossprojekt bearbeitete er ab 1928 zeitlebens und trug bis 1932 eine unglaubliche Fülle von relevanten Daten zusammen. Durch die Trockenlegung des Mittelmeers sollte Neuland gewonnen werden, aus Europa und Afrika sollte der neue Kontinent Atlantropa entstehen.
Spätere Arbeiten scheinen verloren zu sein (Projekt Kongo/Tschadsee als Ergänzung zu Atlantropa). Die Archive des von Herman Sörgel gegründeten Atlantropa-Institutes (aufgehoben 1960) sind vermutlich auch verloren (ev. teilw. vorhanden, siehe Diskussion).
Sörgel war als Regierungsbaumeister tätig. Soweit erkennbar lebte er zeitlebens im Raum München und war überzeugter Pazifist. Er starb 1952 an den Folgen eines nie aufgeklärten Verkehrsunfalles.
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