HermanMelville55.jpg Herman Melville (* 1. August 1819 in New York; † 28. September 1891 in New York) war ein US-amerikanischer Schriftsteller, Dichter und Essayist.
Melvilles Walfangroman Moby Dick gilt heute als einer der bedeutendsten Romane der Weltliteratur. Einer seiner Nachfahren, der Musiker Moby hat ihn als Künstlernamen gewählt.
Er entkam von Nukuhiva auf dem australischen Walfänger Lucy Ann und gelangte nach Tahiti (Gesellschaftsinseln). Dort heuerte er als Bootssteuerer auf dem Walfänger Charles and Henry aus Nantucket an und ließ sich im April 1843 auf Hawaii wieder abmustern. Im August des gleichen Jahres heuerte er in Honolulu auf der US-Navy-Fregatte United States als einfacher Matrose an und kehrte mit Zwischenaufenthalt in Peru im Oktober 1844 nach Boston zurück. Dort heiratete er am 4. August 1847 Elizabeth Shaw.
1849 reiste Melville nach England, um seinem dortigen Verleger die Manuskripte von White Jacket zu überbringen, dabei unternahm er Abstecher nach Paris und ins Rheinland, kehrte im Februar 1850 nach New York zurück. Im gleichen Jahr erwarben die Melvilles mit Geld vom Schwiegervater Shaw einen kleinen Bauernhof bei Pittsfield, auf dem sie sich bis 1863 aufhielten. In dieser Zeit bestellte Melville den Hof, schrieb seine Bücher und hielt gelegentlich Vorträge über seine Erlebnisse im Pazifik.
Ab 1857 wurde Melville von schwerem Rheumatismus geplagt und von seiner Familie und dem Schwiegervater zu einer Erholungsreise gedrängt, die ihn nach England, wo er Nathaniel Hawthorne traf, ans Mittelmeer und ins Heilige Land und im Mai 1857 zurückführte.
1860 segelte er auf dem Clipper Meteor unter dem Kommando seines jüngeren Bruders Tom nach San Francisco. Obwohl er ursprünglich eine Weltreise geplant hatte, eilte er bald von dort mit einem Dampfer wieder zurück. 1863 verkaufte er den Hof in Pittsfield und siedelte nach New York über. In seinen letzten Lebensjahren konnte er - obwohl bis zuletzt literarisch aktiv - nicht mehr von der Schriftstellerei leben und nahm eine Stellung als Zollbeamter an.
Ebenfalls 1850 beginnt Melville gleich nach dem Erwerb des Bauernhofes, die Erlebnisse auf der Acushnet und der Charles and Henry zu verarbeiten. Der zunächst in England in drei Bänden unter dem Titel The Whale erschienene und Hawthorne gewidmete Roman erzählt aus der Perspektive des Ich-Erzählers Ishmael die Fangreise und Geschichte des Walfangschiffes Pequod und seines Kapitäns Ahab, der von der Jagd nach dem legendären weißen Pottwal besessen ist. Neben diesem zentralen Handlungsfaden sind weit überwiegend philosophische, halbwissenschaftliche, geschichtliche und mythologische Betrachtungen des Autors eingeflochten.
Bereits auf seiner Südsee-Reise 1841 war Melville dem Kapitän Owen Chase (den Melville als Chace schrieb) und davor wiederum dessen Sohn begegnet. Dieser Sohn zeigte ihm das von seinem Vater seinerzeit im Stande des Ersten Steuermannes verfasste Buch über den Untergang des Walfängers Essex nach einem Pottwal-Angriff, von dem nur wenige Exemplare existierten. Erst 1850 kam Melville jedoch durch die Bemühungen von Schwiegervater Shaw vor Ort in Nantucket in den Besitz eines Exemplares dieses Buches. Der Beginn der in diesem Buch beschriebenen Tragödie - der Pottwalangriff - beeindruckte Melville so sehr, dass er diesen zum fulminanten Ende von Moby Dick machte. Daneben zog Melville zahlreiche Literatur heran, William Shakespeare, Ralph Waldo Emerson, Thomas Carlyle und auch Werke des in seiner Nähe wohnenden befreundeten Hawthorne befanden sich auf seiner Leseliste. Im August war das Werk weitgehend fertig, erreichte aber erst im nächsten Jahr die Herausgeber.
Er schreibt dazu 1851 seinem britischen Verleger Richard Bentley
Zu Lebzeiten Melvilles wurden nur etwa 3000 Exemplare von Moby Dick verkauft.
Nach dem amerikanischen Bürgerkrieg hatte er mit Kriegsgeschichten einige finanzielle Erfolge. Die 1853 erschienene Kurzgeschichte Bartleby, the Scrivener wird als eines von Melvilles wichtigsten Werken und als Vorläufer existenzialistischer und absurder Literatur angesehen.
Das epische Werk Clarel von 1876 über eine Pilgerreise ins Heilige Land blieb zu Melvilles Lebzeiten unbekannt. Bei seinem Tod 1891 in New York hinterließ er das unvollendete Werk Billy Budd, Foretopman, das erst 1924 veröffentlicht und von Benjamin Britten zur Grundlage einer Oper genommen wurde.
Melvilles Werk war als er starb schon vergessen; im Bibliothekskatalog der Yale Universität wurde Moby Dick nur in der Kategorie Cetologie (der Wissenschaft von den Walen) geführt und verstaubte. Erst in den 1920er Jahren verhalf ein Kreis New Yorker Literaturwissenschaftler seinem Werk zu Anerkennung, allen voran Carl van Doren, Lewis Mumford, Carl van Vechten und Raymond Weaver.
Autor | Literatur (19. Jh.) | Literatur (Englisch) | Essay | Roman, Epik | Geboren 1819 | Gestorben 1891
Херман Мелвил | Herman Melville | Herman Melville | Herman Melville | Herman Melville | Herman Melville | Herman Melville | Herman Melville | Herman Melville | Herman Melville | הרמן מלוויל | Herman Melville | Herman Melville | Herman Melville | ハーマン・メルヴィル | 허먼 멜빌 | Herman Melville | Herman Melville | Herman Melville | Herman Melville | Herman Melville | Herman Melville | Herman Melville | Herman Melville | Мелвілл Герман | 赫尔曼·梅尔维尔
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Herman Melville".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world