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Heringsdorf ist eine kreisangehörige Gemeinde auf der Insel Usedom im Landkreis Ostvorpommern (Mecklenburg-Vorpommern). Es umfasst die drei Kaiserbäder Ahlbeck, Bansin und das dazwischen gelegene Heringsdorfer Zentrum, welches vormals die eigenständige kleinere Gemeinde Heringsdorf bildete.
Geografie
Geografische Lage
Die Gemeinde Heringsdorf liegt im Osten der Insel
Usedom an der Grenze zum
polnischen Inselteil.
Geschichte
Zu Kaiserzeiten wurden Heringsdorf, Ahlbeck und Bansin als "Badewanne
Berlins" bekannt. Auch die kaiserliche Familie weilte mehrfach zur Erholung in den Badeorten. Am 1. Januar 2005 wurden die drei
Ostseebadeorte
Ahlbeck, Heringsdorf und
Bansin zunächst zur Gemeinde Dreikaiserbäder zusammengeschlossen. Am 1. Januar 2006 erfolgte die Rückbenennung der Gemeinde auf Heringsdorf. Zur Gemeinde gehören neben diesen drei ehemals selbständigen Gemeinden die Ortsteile Gothen, Alt-Sallenthin, Neu-Sallenthin, Bansin-Dorf und Sellin. Der ehemalige Herigsdorfer Ortsteil Neuhof existiert bereits seit mehren Jahren nicht mehr als Ortsteil.
Politik
Bürgermeister
Als erster Bürgermeister wurde am 1. Mai 2005 Klaus Kottwittenborg (parteilos) gewählt.
Partnerschaften
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen
- Sehenswert ist das Eisenbahnmuseum im Bahnhof Ahlbeck
Bauwerke
Bekannt wurden die Orte insbesondere durch ihre eindrucksvollen
Seebrücken und Hotel- und Villenbauten, die heute unter dem Stichwort Kaiserliche
Bäderarchitektur zusammengefasst werden:
Seebrücke
In Heringsdorf befindet sich die mit 508 Metern längste
Seebrücke Deutschlands. Sie wurde
1995 gebaut, nachdem die ursprüngliche Kaiser-Wilhelm-Brücke
1958 durch Brandstiftung vernichtet wurde.
Ihr "Landgebäude" beherbergt eine Reihe von Geschäften, ein Kino, eine Disko, ein Fitnesscenter, eine Pizzeria und ein Muschelmuseum. Über einen durch eine Glaswand vor Regen und Sturm geschützten Steg gelangt der Besucher zum pyramidenförmigen, nachts illuminierten "Brückengebäude", in dem mehrere Restaurants Platz gefunden haben.
An der Strandpromenade befinden sich zahlreiche Bäderarchitekur-Villen, die oftmals eine wechselvolle Geschichte hinter sich haben. In der Villa Oppenheim beispielsweise residierte
Lyonel Feininger 1909-1912. Direkt daneben steht die Villa Delbrück, die sich Geheimrat Hugo, der Gründer der "Aktiengesellschaft Seebad Heringsdorf" (1872) bauen ließ. Der nächste Bau, die Villa Diana, hat so unterschiedliche Gäste wie
Otto von Bismarcks Privatbankier
Gerson von Bleichröder, den NS-"Reichsluftfahrtminister"
Hermann Göring sowie zu DDR-Zeiten den FDGB-Vorstand
Harry Tisch erlebt. Nur wenige Schritte entfernt findet sich die Villa Augusta - hier verbrachte der deutsche Maler
Bernard Schultze die Sommer seiner Kindheit. Im Garten der Villa Staudt erinnert eine bei
Howaldt in Braunschweig gefertigte Büste Kaiser Wilhelms an dessen Besuche in Heringsdorf und in diesem Hause.
Vergleichbar sehenswert sind auch die Villen abseits der Strandpromenade. Im Weißen Schloss logierte Kaiser Wilhelm I. in seinem Urlaub; die SED brachte zu DDR-Zeiten in diesem Bau ihre Parteischule unter. In der Villa Irmgard versuchte Maxim Gorki 1922, seine Lungentuberkulose los zu werden.
In zahlreiche dieser Prachtbauten sind heute wieder - wie schon früher - Hotels der gehobenen Klasse eingezogen, aber auch eine Jugendherberge direkt am Strand hat im Outfit einer - diesmal farbigen - Bäder-Villa Platz gefunden.
- In Ahlbeck befindet sich eine Seebrücke im traditionellen Stil, bekannt durch Loriots Film Pappa ante portas
- Bei der Ostseetherme befindet sich ein Aussichtsturm
Naturdenkmäler
- Vom Sieben-Seen-Berg hinter der Gaststätte "Bergmühle" in Neu-Sallenthin hat man den Rundblick über die entsprechende Anzahl der Gewässer (Ostsee, Gothensee, Kachliner See, Großer Krebssee, Kleiner Krebssee, Schmollensee, Achterwasser, Schloonsee).
- Über Sallenthin und Sellin gelangt man auf den Wanderweg um den Schmollensee, der durch bewaldete Höhen und Niederungen führt und immer wieder interessante Ausblicke auf den See bietet.
Kulinarische Spezialitäten
Wirtschaft und Infrastruktur
Wirtschaft
Von überragender Bedeutung ist der
Fremdenverkehr. Auf dem Gebiet der Gemeinde Heringsdorf existiert eine große Anzahl von
Beherbergungs- und
gastronomischen Betrieben.
Verkehr
Eisenbahn
Die Gemeinde besitzt in Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck insgesamt sechs Bahnhöfe und Haltepunkte an der
Usedomer Bäderbahn, unter anderem den
Bahnhof Heringsdorf, den als
Kopfbahnhof konzipierten größten Bahnhof der Insel, und den neben dem Grenzübergang zu
Polen gelegenen Streckenendpunkt Ahlbeck Grenze.
Busverkehr
Die Gemeinde Heringsdorf wird mit
Linienbussen mit der Stadt
Usedom im Hinterland der Insel verbunden.
Straße
Durch das Gemeindegebiet führt die
Bundesstraße 111 bis zur polnischen Grenze, die bisher nur für Fußgänger und Fahrradfahrer geöffnet ist.
Flugverkehr
Etwa 15 Kilometer entfernt bei
Garz im Usedomer Hinterland befindet sich der
Regionalflughafen, der auch für Flugzeuge des Typs
Airbus A310 erreichbar ist.
Schiffsverkehr
Von den
Seebrücken der drei größten Ortsteile Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck aus fahren Seebäderschiffe bis ins polnische
Swinemünde.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
Weblinks
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