Heribert „Heri“ Weber (* 28. Juni 1955 in Pöls, Steiermark) ist ein ehemaliger österreichischer Fußballspieler, Nationalspieler und Trainer. In seiner einzigartigen Karriere als Spieler wurde er fünfmal österreichischer Meister, viermal ÖFB-Cupsieger und erreichte mit zwei verschiedenen Vereinen ein Europacupfinale.
Bei den Grün-Weißen wurde der 1,80 m große Steirer bald zur festen Größe in der Mannschaft und feierte seine ersten großen Erfolge. Von 1978 bis 1989 erzielte der Abwehrspieler und Libero in 315 Meisterschaftsspielen 39 Tore und gewann mit den Wienern viermal den österreichischen Meistertitel und ebenso oft den ÖFB Pokal. Heri Weber erzielte bei 43 Europacupeinsätzen für Rapid drei Tore und gehörte auch zur legendären Mannschaft von 1984/85 die unter dem damaligen Trainer Otto Baric in das Endspiel um den Europacup der Cupsieger einzog. Das Finale selbst, das am 15. Mai 1985 in Rotterdam ausgetragen wurde, ging jedoch 1:3 gegen FC Everton verloren.
1989 wechselte der einzige Ehrenkapitän Rapids im Alter von 34 Jahren zum Erstligaaufsteiger SV Austria Salzburg. Mit den Salzburgern feierte Heribert Weber wiederum unter Trainer Otto Baric zwei Vizemeistertitel und 1994 den ersten Meistertitel des Vereins überhaupt. In der Saison 1993/94 erreichte er als 39-jähriger mit den Salzburger Violetten bereits zum zweiten Mal in seiner Karriere ein Europacupfinale. Beide Endspiele im UEFA-Cup gegen Inter Mailand gingen für die Salzburger, die im zweiten Finalspiel auf mehrere Stammspieler aufgrund von Verletzungen und Sperren verzichten mussten, nur knapp mit 0:1 verloren. Nach den beiden UEFA-Cup-Endspielen beendete der Kapitän der Salzburger Austria seine aktive Karriere und wechselte in das Traineramt.
Heri Weber wird, noch vor Größen wie Bruno Pezzey und Wolfgang Feiersinger, als bester Libero seit den 1970-er Jahren bezeichnet, und ist auch Rekordspieler in der österreichischen Bundesliga (Stand 2005). In unglaublichen 573 Spielen erzielte er als Libero und Verteidiger immerhin beachtliche 63 Tore. Außerdem absolvierte er 63 Europacup-Einsätze bei denen er 3 Tore erzielte und war langjähriger Kapitän der Nationalmannschaft.
Zu Heri Webers Persönlichkeit gibt es eine nette Anekdote aus seiner Zeit als Nationalteamspieler. Ein ehemaliger Teamchef teilte anonyme Fragebögen aus und trug den Spielern auf, jene Kollegen zu nennen mit denen sie am liebsten und jene mit denen sie überhaupt nicht im Team spielen wollen. Absoluter Spitzenreiter unter den „ungeliebten“ Spielern war natürlich der Individualist Heri Weber, der während seiner aktiven Karriere immer versuchte, seinen Weg und seine Ziele konsequent zu verfolgen.
In Salzburg erwartete ihn eine Mannschaft, die mit dem Abgang zahlreicher Europacuphelden und Spitzenspieler (Pfeifenberger, Jurčević, Feiersinger, Mladenović, Artner, Fürstaller und Stadler) dem Zerfall preisgegeben war. Heri Weber verstand es aus dem Rest der Truppe und einigen Neuzugängen eine neue kompakte Einheit zu formen und gewann in der Saison 1996/97 mit Austria Salzburg sensationell den österreichischen Meistertitel. Im Semifinale des Pokalbewerbs scheiterte er mit seiner Mannschaft unglücklich im Elfmeterschießen gegen die Vienna. Im Spieljahr 1997/98 ging für Weber bei Salzburg dann vieles daneben; die Meisterschaft konnte aufgrund einer eklatanten Auswärtsschwäche nicht verteidigt werden und auch in der Qualifikation zur UEFA Champions League scheiterten die Salzburger mit einer äußerst blamablen Darbietung gegen Sparta Prag. Trotzdem hatte Weber sich aufgrund des Titelgewinns im Vorjahr als Trainer einen Namen gemacht und so holte ihn der Sportdirektor Rapids, Ernst Dokupil im Mai 1998 als Trainer zu den Hütteldorfern.
Mit Rapid erreichte Weber in den Saisonen 1997/98 und 1998/99 jeweils den zweiten Platz in der Meisterschaft hinter Sturm Graz. Nachdem sein Vertrag bei den Hütteldorfern am 30. Mai 2000 gekündigt wurde, musste er fast eineinhalb Jahre warten bis er beim deutschen Zweitligisten 1. FC Saarbrücken als Trainer und später als Sportdirektor eine neue Stelle antreten durfte. Im Juli 2003 übernahm Heri Weber die Mannschaft des SC Untersiebenbrunn (SC Interwetten.com) in der zweiten österreichischen Spielstufe und wurde damit Red-Zac-Erste-Liga-Herbstmeister 2003. Derzeit ist Heribert Weber als TV-Fußball-Experte tätig und ist einmal wöchentlich im Radio im Rahmen einer Fußballsendung zu hören.
Mann | Fußballspieler (Österreich) | Fußballtrainer | Geboren 1955
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