Hergiswil (NW) ist eine politische Gemeinde des Kantons Nidwalden in der Schweiz.
Geographie
Hergiswil liegt am Fusse des
Pilatus am
Vierwaldstättersee. Die Gemeinde zählt 5282 Einwohner, davon 661 Ausländer (2003). Die Fläche der Gemeinde beträgt 1699.6 Hektar.
Ortsnamenkunde
Der Ursprung des Namens
Hergiswil liegt im Dunkeln. Sehen die Bewohner des Dorfes gerne eine
althochdeutsche Form des Begriffes 'Herrgotts Weiler' als Ursprung für den Namen des Dorfes, so ist es wahrscheinlicher, dass der Name von einer Privatperson kommt. Ein Mann namens Heriger, ein Grundbesitzer von
Giswil könnte der Namenspatron für das Dorf gewesen sein. Die Nachsilbe -wil kommt in mehr als 900 Orten der Schweiz vor und bedeutet soviel wie
Weiler/
Ort.
Geschichte
Der Name Hergiswil (Hergenswile) wird erstmals in einer
Habsburgischen Urkunde um
1306 erwähnt. Der Grund, auf dem Hergiswil erbaut wurde, gehörte schon seit dem 9.Jh zur Stadt
Luzern und wurde Anfangs des 14.Jh von der Familie von Moos gekauft. Im Jahre
1378 kauften sich die Bewohner des kleinen Fischerorts Hergiswil mit 700
Gulden von der Familie von Moos frei und wurden somit am
17. November 1378 eine selbständige Genossengemeinde (
Yrti) des Kantons Nidwalden.
Im Jahre
1798 und den darauffolgenden Jahren kam es in Hergiswil wiederholt zu Kämpfen zwischen
Unterwaldnern und Französischen und Helvetischen Truppen.
Im Jahre
1817 erbauten die Brüder Siegwart, Glasmeister aus
Flühli in Luzern, eine
Glashütte in Hergiswil. In Flühli hatte es Probleme mit der Beschaffung des dringend benötigten
Holzes gegeben. Hergiswil, mit grosser
Waldfläche und guter Erreichbarkeit mit
Nachen (
Frachtschiffe auf dem Vierwaldstättersee) war ein idealer Standort für eine Glashütte. Noch heute ist die
Glasi Hergiswil in Betrieb. Sie wurde in den letzten 10 Jahren nach und nach zu einer Touristenattraktion ausgebaut.
Das Dorf, welches noch bis ins 19.Jahrhundert keine Verkehrswege zu Land besass, die es mit Unterwalden oder Luzern verbanden, wurde
1854-
1858 durch den Bau der Brünigstrasse erschlossen. Diese Strasse führte von Luzern durch Hergiswil nach
Obwalden und von da über den
Brünigpass in den
Kanton Bern.
Verkehr und Kommunikation
Nach der erstmaligen Erschliessung Hergiswils in den Jahren
1854–
1858 durch den Bau der Brünigstrasse, konnte man auch auf dem Landweg nach Hergiswil gelangen. Bis dahin war das Dorf nur mit Booten von
Stansstad oder
Luzern her zu erreichen.
Durch den Bau der Brünigbahn (1887–1889) wurde Hergiswil schliesslich auch an das Schienennetz angeschlossen.
Heute zieht sich ein Strassennetz von ca. 34.5 km Länge durch das Dorf. Es ist an die Autobahn A2 angeschlossen, welche sich seit den 70er Jahren durch das Dorf und gut sichtbar auf einem Viadukt dem Lopper in Richtung Süden entlang zieht. Zwei Bahnhöfe und eine Schifflände der Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees schliessen das Dorf an den Öffentlichen Verkehr der Region an.
Am 1. Januar 1906 wurde die erste Telefonzentrale in Hergiswil eröffnet. Das Dorf zählte zu dieser Zeit 11 Telefonanschlüsse, heute sind es ca. 3800 Anschlüsse.
Quellen
- 600 Jahre Hergiswil 1378-1978, Gemeinderat Hergiswil, 1978 (Festschrift anlässlich der 600-Jahr Feier)
Weblinks
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