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Die Herforder Kleinbahnen GmbH betrieben eine seit 1966 stillgelegte Schmalspurstrecke.

Geschichte

Die Planungen der Gesellschaft gehen bis in das Jahr 1895 zurück. Seit dieser Zeit wurden vom Kreistag Planungen zum Bau der rund 111 Kilometer langen Strecke betrieben. 1897 wurden die ersten Pläne dem Kreistag vorgelegt. Am 14. Juni 1898 wurde mit einem Gesellschaftskapital von 1,4 Millionen Mark die Herforder Kleinbahnen GmbH gegründet. Anteilseigner waren die Stadt und der Kreis Herford, die neun Anliegergemeinden, die Fürstliche Rentkammer in Detmold und 10 Privatleute. In den Jahren 1927 bis 1931 übernahm das Elektrizitätswerk Minden-Ravensberg GmbH (EMR) das gesamte Stammkapital - bis auf 20.000 Mark.

Die zunächst favorisierte Spurweite von 600 mm wurde nach längeren Streitigkeiten zugunsten der Meterspur aufgegeben.

Eröffnung der Streckenabschnitte

Betrieb bis zum 2. Weltkrieg

Zunächst wurde der Betrieb mit Dampflokomotiven durchgeführt. Die schon vor dem 1. Weltkrieg geplante Umstellung auf den elektrischen Betrieb erfolgte zwischen dem 26. Juni 1930 und dem 16. August 1933. Neben der Personenbeförderung fand auch Güterverkehr statt. Zwischen Vlotho und Bielefeld wurden regelmäßig Waren für die Oetkerwerke transportiert. Zudem wurden über Vlotho die per Schiff aus Bremen kommenden Getreidelieferungen in das Kreisgebiet befördert.

Krieg: Die 1940er Jahre

Im 2. Weltkrieg wurde besonders das Bahnhofsgelände in Herford in Mitleidenschaft gezogen. 20070727_Spenge-Martinsweg_ehemalige_Kleinbahntrasse.jpg Zwischen dem 16. November und dem 18. Dezember 1944 musste der Betrieb ganz eingestellt werden. Zu einer weiteren Stilllegung kamm es zwischen dem 3. April und dem 5. Juni 1945, als das Kreisgebiet durch alliierte Truppen besetzt wurde. Kurz darauf wurde des Betrieb unter Dampf wieder aufgenommen. Am 9. Februar 1946 wurde die Strecke unterbrochen, als nach einem Hochwasser die Hansabrücke in Herford einstürzte. Der Wiederaufbau erfolgte bis zum 1. Mai 1949.

Niedergang und Betriebseinstellung

Ab den 1950er Jahren wuchs die Konkurrenz durch den Individualverkehr. 1952 wurden moderne Trieb- und Beiwagen beschafft, auch sie konnten den Fahrgastrückgang nicht verhindern. Im Sommer 1955 wurde zudem ein paralleler Omnibusverkehr aufgenommen. Als 1962 die Konzession ablief und die Stadt Herford kein Interesse mehr an einer Verlängerung hatte, war das Ende der Bahn besiegelt. Nach und nach wurden folgende Abschnitte der Bahn abgebaut:

Der Güterverkehr wurde auf einem kleinen Teilstück in Herford noch fortgeführt, allerdings am 30. Juni 1966 auch dort eingestellt.

Einzelne Lokomotiven wurden nach 1966 von ostfriesischen Inselbahnen eingesetzt, u.A. auf Juist. Einige der neueren Trieb- und Beiwagen gingen an die Sylter Inselbahn.


Siehe auch: Liste der ehemaligen Straßenbahnen | Ehemalige Bahngesellschaft | Straßenbahnbetrieb | Spurweite 1000 mm | Unternehmen (Nordrhein-Westfalen) | Ehemaliges Unternehmen (Deutschland) | Kreis Herford

 

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