| Wappen | Karte |
|---|---|
| Wappen-Herford-bunt.jpg | Lage der Stadt Herford in Deutschland.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen |
| Regierungsbezirk: | Detmold |
| Landkreis: | Herford |
| Geografische Lage: | |
| Höhe: | 56 - 240 m ü. NN |
| Fläche: | 78,98 km² |
| Einwohner: | 67.100 (31. Dezember 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 824 Einwohner je km² |
| Postleitzahlen: | 32049, 32051, 32052 |
| Vorwahl: | 05221 |
| Kfz-Kennzeichen: | HF |
| Gemeindeschlüssel: | 05 7 58 012 |
| Stadtgliederung: | 12 Stadtteile |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Rathausplatz 1 32052 Herford |
| Website: | www.herford.de |
| Politik | |
| Bürgermeister: | Bruno Wollbrink (SPD) |
Die Herforder Innenstadt ist das historische Zentrum der Stadt, welches sich innerhalb der Wallanlagen befindet. Sie besteht aus dem ältesten Stadtteil Radewig, sowie der Altstadt und der Neustadt.
Die Kernstadt entspricht den Stadtteilen der Altstädter (im Südosten), Neustädter (im Nordosten) und Radewiger Feldmark (im Westen), sowie dem Stadtteil Friedenstal, der innerhalb der Altstädter Feldmark liegt. Im Westen ist der Übergang nach Herringhausen nur durch die Umgehungsstraße entscheidend unterbrochen.
| Monat | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez | Jahr | |
| Temperatur in °C | 1,8 | 2,2 | 5,3 | 8,4 | 13,0 | 15,6 | 17,7 | 17,4 | 13,8 | 9,8 | 5,4 | 3,1 | 9,5 | |
| Niederschlag in mm | 72 | 49 | 65 | 53 | 65 | 82 | 69 | 71 | 73 | 61 | 64 | 80 | 804 |
In günstiger und auch militärisch nicht unwichtiger Verkehrslage gelegen, entstand Herford um 789 (Vita Waltgeri) aus dem Zusammenschluss dreier Höfe (Adonhusa, Herifurth und Libori). Um 800 entstand das bedeutende Frauenstift Herford. Im Jahre 823 nahm Kaiser Ludwig der Fromme das Kloster in seinen persönlichen Schutz. Bald darauf entwickelte sich auch eine Kaufmannssiedlung. 833 verlieh Ludwig der Fromme dem Kloster Herford das Markt-, Münz- und Zollrecht. Besonders die Ottonen waren Herford eng verbunden: Die Frau Heinrichs I., Mathilde, war hier erzogen worden, Otto der Große bestätigte 973 Markt- und Zollrechte; mit dem bestätigten Marktprivileg gehörte Herford zu den ältesten Märkten in Deutschland. 1011 gründete die Äbtissin Godesdiu vor den Toren der Stadt das Stift auf dem Berge als Ausbildungsstädte für die Töchter des niederen Adels.
Herford war im Mittelalter ein bedeutendes geistliches und geistiges Zentrum. Zu dieser Zeit war sie auch eine der am besten befestigten deutschen Städte mit 5 Stadttoren und 14 Türmen, die den verschiedenen Zünften zugeordnet waren. Sie waren Teil der 3,5 km langen Stadtbefestigung mit Mauer, die von der Werre, der Aa und dem Stadtgraben umgeben war. Die heute zugeschüttete Bowerre markiert den ursprünglichen Verlauf der Werre, während die heutige Werre Teil der Stadtbefestigung war. Als 1765 die Stadtbefestigung nicht mehr benötigt wurde, wurde das Material versteigert. Heute umschließt dort der Stadtwall, der im überwiegenden Teil nur Fußgängern und Radfahrern vorbehalten ist, die Innenstadt.
In staufischer Zeit wurde Herford reichsunmittelbar (1147, bestätigt von Friedrich Barbarossa 1152); spätere Kaiser bestätigten verschiedene Rechte von Stift und Stadt. Um 1170 wurde eine Bürgergemeinde gebildet und das Stadtrecht verliehen, wobei das Dortmunder Stadtrecht als Vorlage diente. Herford erhielt zu Beginn des 13. Jahrhunderts eine Ratsverfassung. Um 1220 ist die früheste Erwähnung des Herforder Stadtrates nachweisbar. Er war damit einer der ersten in Deutschland. Herford war Mitglied des Ladbergener Städtebundes und sehr aktiv in der Hanse tätig (Hansestadt von 1342 bis ins 17. Jahrhundert). Neben den geistlichen Niederlassungen (Sancta Herfordia) kam es in der Stadt auch zu einer regen kaufmännischen Tätigkeit; besonders wichtig war die Tuchproduktion (seit dem 14./15. Jahrhundert).
Bis 1634 war die Neustadt selbständig und hatte neben der Altstadt einen eigenen Bürgermeister.
Weiteres zur Herforder Stadtgeschichte siehe unter Stift Herford und Reichsstadt Herford.
In der Frühen Neuzeit bemühte sich die - der Reformation zugewandte - Stadt um die Anerkennung als Reichsstadt, was 1631 gelang. Die Stadt wurde aber nach dem Westfälischen Frieden widerrechtlich von Brandenburg besetzt und verlor die Selbstständigkeit. Herford war wichtige Garnisonsstadt (noch heute sind englische Truppen dort stationiert) und wurde Mitte des 19. Jahrhunderts industrialisiert.
1816 wurde Herford Kreisstadt innerhalb der preußischen Provinz Westfalen.
1847 erhielt Herford Anschluss an die Cöln-Mindener Eisenbahn. Die Strecke wurde Mitte der 1960er Jahre elektrifiziert. Im Jahre 1880 wurde die Strecke Herford - Detmold - Altenbeken und 1904 die Strecke nach Bünde gebaut. Im August 1900 wurde die Herforder Kleinbahn nach Enger eröffnet - im September erfolgte die Verlängerung bis Spenge und Wallenbrück. 1902 kam eine Strecke über Bad Salzuflen und Exter nach Vlotho hinzu. Die Schmalspurbahn (Meterspur) wurde in den 1930er Jahren elektrifiziert. Einstellung des Betriebes: 1962/63 nach Vlotho, 1966 nach Spenge.
1911 wurde Herford kreisfrei. Während des Zweiten Weltkriegs durch Bombenangriffe - vergleichsweise - nur gering zerstört, blieb der Stadt der mittelalterliche Grundriss erhalten und ist bis heute nachvollziehbar.
Die Stadt wurde im Zuge der kommunalen Neuordnung am 1. Januar 1969 wieder in den Kreis Herford eingegliedert. Dabei wurden die acht umliegenden Gemeinden Diebrock, Eickum, Elverdissen, Falkendiek, Herringhausen, Laar, Schwarzenmoor und Stedefreund eingemeindet, wodurch die Einwohnerzahl von ca. 55.000 auf über 67.000 anstieg.
Am 25. Juni 1983 wurde in Herford der Westfälische Hansebund gegründet. Ihm gehören 43 ehemalige Hansestädte aus Westfalen und dem angrenzenden Niedersachsen und Hessen an. Der internationale Hansetag findet im Jahre 2013 in Herford statt.
1988 - ein Jahr vor der 1200-Jahr-Feier - wurden bei Ausgrabungen wertvolle Funde in den Resten der Abteigebäude aus karolingischer und ottonischer Zeit gemacht.
Mit den Flüchtlingen im 11. Jahrhundert kamen Menschen jüdischen Glaubens nach Westfalen und somit auch nach Herford. Ab 1306 existieren urkundliche Nachweise über Juden in Herford. Die Juden dienten dort auch für die Abtei. Gegen die Zahlung von Steuern erlaubte man damals den Juden, sich in der Stadt niederzulassen.
1808 erlaubte man den Juden, eine Synagoge zu bauen und die jüdische Gemeinde wuchs auf ca. 300 Personen an. Trotzdem fehlte eine völlige Gleichstellung mit allen Bürgerrechten, die erst im Jahre 1869 stattfand. Den Nationalsozialismus überlebten nur sehr wenige Juden. Sie bildeten mit ca. 10 – 15 Menschen 1945 eine neue jüdische Gemeinde in Herford. Diese Gemeinde wuchs nicht sehr stark an. Durch einige Einwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion zählt die Gemeinde ungefähr 40 Mitglieder.
1934 setzten SA-Leute die Synagoge in Brand, was allerdings nur zu kleinen Schäden führte. Durch Reparaturen konnte sie schnell wieder genutzt werde. Zur Reichspogromnacht wurde die Synagoge wieder angezündet, darüber hinaus noch geplündert. Durch den Brand und die zusätzliche Zerstörung durch die Brandstifter wurde die Synagoge vollkommen zerstört.
Am 9. November 1978 wurde an der Stelle der alten Synagoge ein von der Stadt gestifteter Gedenkstein enthüllt.
Im 10. Jahrhundert fand in Herford die älteste bekannte Marienerscheinung nördlich der Alpen statt, nach der die größte Herforder Kirmes (Vision) benannt ist.
In Herford ist D. Dr. Hermann Kunst beerdigt, der von 1949 bis 1977 der erste Bevollmächtigte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bei der Bundesregierung war. Von 1956 bis 1972 war er im Nebenamt gleichzeitig evangelischer Militärbischof.
Zuvor war Hermann Kunst von 1932 bis 1956 Pfarrer der ev.-luth. Mariengemeinde Stift Berg und von 1942 bis 1954 Superintendent des Kirchenkreises Herford.
In Herford befinden sich Gemeinden u. a. christlichen und jüdischen Glaubens. Die Bevölkerung ist überwiegend evangelisch.
Evangelisch-lutherische Kirchengemeinden sind Elverdissen, Herford-Mitte, Herringhausen, Laar, Kreuzkirche, Stiftberg und die Emmauskirchengemeinde.
Evangelisch-reformiert ist die Petri-Kirchengemeinde.
Die Evangelisch-freikirchliche Gemeinde Herford und die Christus-Gemeinde Herford e.V. sowie das Missionswerk der Gemeinde Gottes e.V. vertreten weitere evangelische Kirchen.
Die Katholische Kirche ist durch die Pfarrgemeinden Sankt Johannes Baptist, Sankt Paulus und Maria Frieden vertreten.
Die Neuapostolische Kirche "Herford-Mitte" ist die Neuapostolische Gemeinde der Stadt. Die Gemeinde "Herford-Nord" wurde im Spätsommer 2005 geschlossen.
Die Griechisch-orthodoxe Gemeinde ist eine weitere christliche Gemeinde in der Stadt.
Die Jüdische Kultusgemeinde Herford-Detmold hat ihren Sitz in Herford.
1. Januar 1969: Gemeinden Diebrock, Eickum, Elverdissen, Falkendiek, Herringhausen, Laar, Schwarzenmoor und Stedefreund
Die Bevölkerungszahl von Herford wuchs im Mittelalter und der frühen Neuzeit nur langsam und ging durch die zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte immer wieder zurück. Durch den Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhunderts beschleunigte sich das Bevölkerungswachstum. Lebten 1818 erst 5.832 Menschen in der Stadt, so waren es 1900 bereits 25.000. Bis 1950 verdoppelte sich diese Zahl auf 50.000.
Durch Eingemeindungen mehrerer Orte in der Umgebung wuchs die Bevölkerung der Stadt am 1. Januar 1969 um 12.486 Personen auf den historischen Höchststand von 67.661 Einwohner. Am 30. Juni 2005 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Herford nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 65.050 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Dabei handelt es sich um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.
| Jahr | Einwohner | - | 1818 | 5.832 | - | 1. Dezember 1831 ¹ | 6.640 | - | 1. Dezember 1840 ¹ | 7.946 | - | 3. Dezember 1855 ¹ | 9.621 | - | 3. Dezember 1861 ¹ | 10.400 | - | 3. Dezember 1864 ¹ | 11.300 | - | 3. Dezember 1867 ¹ | 10.800 | - | 1. Dezember 1871 ¹ | 10.968 | - | 1. Dezember 1875 ¹ | 12.100 | - | 1. Dezember 1880 ¹ | 13.600 | - | 1. Dezember 1885 ¹ | 15.902 | - | 1. Dezember 1890 ¹ | 19.255 | - | 2. Dezember 1895 ¹ | 21.575 | - |
|---|
| Jahr | Einwohner | - | 1. Dezember 1900 ¹ | 25.109 | - | 1. Dezember 1905 ¹ | 28.832 | - | 1. Dezember 1910 ¹ | 32.527 | - | 1. Dezember 1916 ¹ | 31.054 | - | 5. Dezember 1917 ¹ | 29.653 | - | 8. Oktober 1919 ¹ | 34.835 | - | 16. Juni 1925 ¹ | 36.106 | - | 16. Juni 1933 ¹ | 38.536 | - | 17. Mai 1939 ¹ | 42.339 | - | 31. Dezember 1945 | 40.655 | - | 29. Oktober 1946 ¹ | 43.940 | - | 13. September 1950 ¹ | 50.107 | - | 25. September 1956 ¹ | 53.889 | - |
|---|
| Jahr | Einwohner | - | 6. Juni 1961 ¹ | 55.663 | - | 31. Dezember 1965 | 55.728 | - | 27. Mai 1970 ¹ | 65.531 | - | 31. Dezember 1975 | 64.385 | - | 31. Dezember 1980 | 62.881 | - | 31. Dezember 1985 | 59.640 | - | 25. Mai 1987 ¹ | 60.935 | - | 31. Dezember 1990 | 63.893 | - | 31. Dezember 1995 | 65.919 | - | 31. Dezember 2000 | 65.083 | - | 30. Juni 2005 | 65.050 |
|---|
| Partei | CDU_logo.svg | SPD logo.svg | Die Grünen | FDP logo.svg | Liste2004.JPG | OffensiveD.JPG | Gesamt |
| Sitze | 18 | 16 | 4 | 3 | 2 | 1 | 44 |
Durch Übertritte und Austritte ergibt sich seit Dezember 2005 folgende Sitzverteilung: CDU: 19, SPD: 16 (einschl. Bürgermeister), Bündnis 90/Die Grünen: 4, FDP: 3, Liste 2004: 1, Unabhängige: 1
Dieses Wappen führt die Stadt infolge königlicher Verleihung vom 1. November 1899. Das Bild ist dem ältesten Siegel der Altstadt entnommen, das zuerst aus dem Jahre 1231 mit der Umschrift: «SIGILLUM CIVIUM HERVORDENSIUM» überliefert ist und seither mit geringen Abweichungen ununterbrochen beibehalten wurde. Daneben führte die Stadt als Wappen wohl auch das der Abtei Herford, einen roten Balken in silbernem Schilde.
Der Schlüssel im Torbogen, den man auch bei zahlreichen Stadtwappen des Regierungsbezirks Arnsberg (z. B. Brilon, Hallenberg, Schmallenberg, Soest, Werl) antrifft, ist das Symbol des Heiligen Petrus, des Stiftsheiligen von Kurköln, dem die Stadt unterstand. Auf Kurköln weist auch die schwarz-weiße Fahne hin, während die andere die Farben der Reichsabtei Herford enthält.
Weitere Kontakte bestehen im Rahmen einer Bürgerfreundschaft zu Quincy in den (USA) seit 1987, Urkunde 1991, sowie zu Vodice (Kroatien) seit 1974 und zu Leutesdorf am Rhein.
Das Stadttheater mit 706 Plätzen wird von Gastspielbühnen bespielt.
Von den ursprünglich sechs Kinos Scala, Werre-Lichtspiele, Welt-Lichtspiele, Film-Studio, Wittekind und Capitol ist heute nur nach das Capitol in der Elisabethstraße mit 4 Kinosälen vorhanden.
Seit Mai 2005 hat das MARTa Herford seine Pforten geöffnet. In diesem Museum für zeitgenössische Kunst und Design wechseln die Ausstellungen in größeren Abständen.
Des Weiteren befinden sich in Herford das Daniel-Pöppelmann-Haus, in dem die Stadtgeschichte exponiert wird und auch wechselnde Ausstellung im Anbau werden gezeigt.
Seit 2005 gibt es in den Kellergewölben des Herforder Rathauses die Gedenk-, Dokumentations- und Begegungsstätte Zellentrakt. Diese erinnert an die Verfolgung und Vernichtung von Minderheiten in der Vergangenheit und Tendenzen und Umgang mit diesem Thema in der Gegenwart.
Die Stadt plant, in den nächsten Jahren ein stadtgeschichtliches Museum (Museum am Münster) zu bauen.
Im StadtPark-Schützenhof gibt es mehrere Säle und Räume für Veranstaltungen. Hier gibt auch die Nordwestdeutsche Philharmonie ihre Konzerte. Herford ist Sitz der Nordwestdeutschen Philharmonie, eines von drei Nordrhein-Westfälischen Landes-Synphonieorchestern und der Westfälischen Kantorei der evangelischen Hochschule für Kirchenmusik.
Von 1966 bis 1970 befand sich in der Stadt einer der bekanntesten Beat-Clubs der Region. Im Jaguar-Club im ehemaligen Kino Scala traten bekannte Musiker auf.
In Herford ist seit 2002 die Rockakademie OWL, eine Initiative von Musikern für Musiker, ansässig. Diese von der Landesregierung NRW geförderte Einrichtung kümmert sich intensiv um die Betreuung von Jugendlichen und Erwachsenen, die auf dem Gebiet der Popularmusik tätig sind. Seit dem Jahr 2006 vergibt sie den Titel "Bester Nachwuchskünstler des Monats".
Die Münsterkirche mit Wolderuskapelle war die Kirche des reichsunmittelbaren Frauenstifts in Herford. Die gotische Hallenkirche wurde vermutlich 1220 - 1250 erbaut und ist der erste Großbau einer Hallenkirche in Deutschland und heute die größte Hallenkirche in Westfalen. Sie besitzt 11 Glocken. Das ehemalige Frauenstift erstreckte sich vom Marktplatz über das Terrain des Rathauses bis über den Stephansplatz, wo heute noch Grundmauern stehen. Auch die Wolderuskapelle steht auf diesem Gebiet. In der Kapelle war der Heilige Waltger (gestorben 825) begraben. Der schlichte Saalbau wurde 1735 errichtet und ist seit 1962 griechisch-orthodoxe Nektarios-Kapelle.
St. Jakobi (Radewiger Kirche) ist eine Gotische Hallenkirche aus dem 14. Jahrhundert. Die Kirche war bis ins 16. Jahrhundert Pilgerkirche der Jakobspilger auf ihrem Weg nach Santiago de Compostella. Als 1530 die Pilger nicht mehr erwünscht waren, wurde die Kirche geschlossen. Am Donnerstag nach dem 1. Advent im Jahre 1590 wurde sie als evangelische Kirche wiedereröffnet. Da zu dieser Jahreszeit keine Blumen zum Ausschmücken der Kirche zur Verfügung standen, wurde hierfür "Braunkohl" verwendet. Noch heute wird aus diesem Anlass das Radewiger Kohlfest gefeiert.
Zwei gotische Hallenkirchen aus dem 14. Jahrhundert sind St. Johannis (Neustädter Kirche) und St. Marien auf dem Berge, eine Kirche des 1011 gegründeten Stifts. Eine weitere Kirche ist St. Johannes Baptist (Katholische Pfarrkirche, barocker Saalbau von 1715/16).
Sehenswert sind das Rathaus, ein Großer neubarocker Bau mit Seitenflügeln, 1913-1916 nach Plänen des hannoverschen Architekten P. Kanold anstelle der ehemaligen Abteigebäude erbaut und das Neustädter Rathaus. Der Giebel des um 1600 entstandenen Gebäudes wurde 1930 expressionistisch überformt. Ab 1988 erfolgte die Rekonstruktion der ursprünglich Renaissancefassade.
Durch Kriegszerstörung und Abbrüche in den 1950er und 1960er Jahren wurde der Bestand an älteren Wohnbauten erheblich reduziert. In der Brüderstraße haben sich mehrere Fachwerkbauten des 16. Jahrhunderts erhalten, dessen bekanntestes das so genannte Remensnider-Haus von 1521 ist (Nr. 26). Der dreigeschossige Bau verfügt über reich beschnitzte Figurenknaggen. Direkt nebenan (Nr. 28) befindet sich ein 1532 entstandenes zweigeschossiges Giebelhaus mit Toreinfahrt. Es wurde 1961/62 restauriert.
Während das um 1550 errichtete Dielenhaus Brüderstraße Nr. 14 mit einer seitliche Utlucht versehen ist, zeichnet sich das um 1528 erstellte zweigeschossige Giebelhaus Nr. 18 durch Taubandknaggen aus. In der Elisabethstraße 2 steht das Kantorhaus, ein noch vor 1500 erbautes zweigeschossiges Fachwerk-Traufenhaus mit Ziegelausfachung im Zierverband. Das Obergeschoss kragt nach allen Seiten über gekehlten Knaggen vor, die zum Teil mit Wappen beschnitzt sind. Das Kantorhaus gehört zu den ältesten Fachwerkbauten Westfalens.
Erwähnenswert sind des weiteren Holland 21, 1554 bezeichnet, Holland 29, ein Giebelhaus in Ecklage, das im Kern wohl noch aus dem frühen 16. Jahrhundert stammt, Holland 39, ein zweigeschossiges Traufenhaus, datiert 1559; die Knaggen sind mit Taustäben verziert, in der Komturstraße 9 das kleine Fachwerkgiebelhaus, wohl um 1600 entstanden, in der Komturstraße 11 das Kleine Traufenhaus, wohl um 1600 errichtet und in der Lessingstraße 14ein Verputzter Fachwerkbau, wohl in erster Hälfte des 16. Jahrhunderts entstanden.
Bei dem ehemaligen Adelshof in der Löhrstraße 5 handelt es sich um ein 1648 errichtetes Traufenhaus, das in der Mitte des 18. Jahrhunderts mit einem Quaderputz und einem klassizistischen Portal versehen wurde. Das Alte Pastorat in der Löhrstraße 11 ist ein zweigeschossiges Dielenhaus mit Utlucht, das an der Frontseite verschiefert ist. Es stammt wohl noch aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts.
Erwähnenswert sind des weiteren am Neuen Markt 7 ein Giebelhaus von 1695, in der Radewiger Straße 23 ein Giebelhaus von 1638; im Kern wohl noch 16. Jahrhundert, in der Radewiger Straße 27 ein Traufenhaus mit beschnitzten Füllbrettern (1645 bezeichnet), in der Rennstraße 32 ein zweigeschossiges Fachwerkgiebelhaus (etwa 1550-1560 errichtet und 1979 restauriert) und in der Steinstraße 17 ein Fachwerkdielenhaus mit reichem Schnitzwerk, bezeichnet 1639.
In der Tribenstraße 8 steht ein kleines Traufenhaus mit Figurenknaggen, wohl zwischen 1500 und 1550 errichtet. Besonders schön ist auch die an die ehemaligen Stiftsfreiheit erinnernde Bebauung der Elisabethstraße 3-11 mit Fachwerkbauten des 17. und 18. Jahrhunderts. Auf dem Stiftberg, in unmittelbarer Nachbarschaft von Sankt Marien, sind noch einige Wohnbauten der Stiftsdamen erhalten, darunter Stiftberger Straße 33 (ehemalige Kurie der Dechantin de Vincke) - ein zweigeschossiges Traufenhaus mit Walmdach, wohl 18. Jahrhundert. Über dem Eingang befindet sich ein barockes Wappen
Neben den oben genannten Fachwerkbauten blieb auch eine Reihe von Steinbauten erhalten. In der Hämelinger Straße 4 findet sich ein spätgotisches massives Giebelhaus mit kombiniertem Dreieck- und Staffelgiebel, ähnlich Frühherrenstraße 11, das in der Mitte des 16. Jahrhunderts entstanden sein dürfte. In der Höckerstraße 4, eingerahmt von gründerzeitlichen Bauten, liegt das (Bürgermeisterhaus), ein zweigeschossiger Bau mit spätgotischem Treppengiebel nach münsterschem Vorbild. Es wurde 1538 errichtet. Das Haus, dessen Erdgeschosszone durch Ladenbeinbauten verändert wurde, erinnert stark an das nur wenige Jahre ältere Crüwellhaus in Bielefeld.
In der Frühherrenstraße 11 steht ein verputzter Massivbau mit kombiniertem Dreiecks- und Staffelgiebel, wohl 1591 erbaut. In jüngster Zeit erfolgte eine durchgreifende Restaurierung (2004-2005), bei der die völlig verbaute Diele und die ursprüngliche Fenstereinteilung wiederhergestellt wurden. Außerdem wurde das Äußere mit einem neuen Putz versehen. Das Wulfert-Haus am Neuen Markt 2 ist ein zweigeschossiges Giebelhaus; 1560 erbaut. Der Giebel präsentiert sich in Formen der so genannten Lipperenaissance; 1977-1979 restauriert. Im Zuge dieser Maßnahmen wurde der Fronterker in Anlehnung an vergleichbare Vorbilder rekonstruiert. Erwähnenswert in der Radewiger Straße 33 ist das 1610 bezeichnete Giebelhaus. Die Fassade wurde im 19. Jahrhundert im Stil der Neorenaissance umgebaut. In der Radewiger Straße 35 steht ein Steinbau mit spitzbogigem Tor und Fachwerkobergeschoss von 1555.
In den Jahren 2004 und 2005 wurde das schmucklose Viertel an der Goebenstraße unweit des Bahnhofs zwischen der Schillerstraße und der Luisenstraße komplett neu gestaltet. Nachdem bis dahin die Bundespost in den vormaligen Gebäuden des bedeutenden, aber nicht mehr bestehenden Herforder Textilunternehmens Elsbach ein kurzes Gastspiel gegeben hatte, wurde das unter Denkmalschutz stehende Kerngebäude zum heutigen Elsbachhaus restauriert. Hier fand neben verschiedenen Firmen (u. a. die Telefongesellschaft teleos) eine Einkaufspassage mit Restaurant Platz. Kleinere später auf dem Areal errichtete Nebengebäude wurden abgerissen. Auf dem Gelände des ehemaligen Posthofes wurde ein Parkhaus errichtet.
Auf der anderen Straßenseite befindet sich auf dem früheren Betriebsgelände des zur Herforder Ahlersgruppe gehörenden Textilunternehmens, der Firma Ahlers Goldress, das Museum MARTa Herford. Es wurde nach einem Entwurf des Architekten Frank Gehry, der auch das Museo Guggenheim in Bilbao konstruierte, erbaut und im Mai 2005 eröffnet.
Die Goebenstraße selbst ist ebenfalls umgebaut worden. So befindet sich auf der Kreuzung Schillerstr./Goebenstr. nun ein Kreisverkehrsplatz mit «La Palla» in der Mitte, einer von Luciano Fabro erstellten Edelstahlkugel mit einem Durchmesser von 350 cm. Über den Verlauf der Goebenstraße von der Luisenstraße an um «La Palla» herum hat Luciano Fabro einen Auszug aus Rainer Maria Rilke Gedicht «Der Ball» auf ein metallenes Band mit 95 Zentimetern großen Buchstaben modelliert.
Im Zuge des Umbaus des Viertel wurde auch die Neue Musikschule Herford in der unmittelbaren Nachbarschaft gebaut und Restaurationen wie «Rubens» haben sich etabiliert.
Der 22,5 m hohe Bismarckturm auf quadratischer Grundfläche wurde im Jahre 1906 aus Sandsteinquadern auf dem Stuckenberg östlich der Stadt errichtet. Über eine Innentreppe erreicht man die überdachte Aussichtsplattform in 18 m Höhe, von der eine Eisentreppe zur oberen Aussichtsplattform in 22 m Höhe führt. Von hier ergibt sich ein beeindruckender Ausblick auf Herford und das Ravensberger Land.
Am nächsten kommt man mit dem Auto von der Straße von Herford Richtung A 2 (Vlothoer Straße) an den Turm heran. Den Wagen stellt man am besten am Kreisverkehrsplatz direkt am Ortsausgang ab. Der Straße nach Vlotho folgend, sieht man nach kurzer Zeit einen Wegweiser mit der Aufschrift «Bismarckturm». Die Wege im Stadtpark führen kreuz und quer. Wer sich jedoch bergauf begibt ist immer richtig. Vor Ort befindet sich eine weitläufige Wiese mit neugebauter Schutzhütte.
Der Wilhelmsplatz ist Teil der Herforder Wallanlagen, die die Herforder Innenstadt weitgehend als Fußweg umgeben. Auf dem Wilhelmsplatz steht das einzige Widukindsdenkmal Deutschlands. Widukind, auch Wittekind (730-807), war ein berühmter Herzog der Sachsen, der zum Sinnbild des Widerstands gegen Karl den Großen in den Sachsenkriegen wurde.
Der 4,5 Hektar große Aawiesenpark wurde 1957 aus einem alten Friedhof entwickelt. 1987 wurde zusätzlich ein ehemaliges Gärtnereigelände dem Terrain hinzugefügt. Der Park weist heute ausgedehnte Wiesenflächen und einen großen Spielplatz vor. Es wurde ein Teich mit Schilfbeständen angelegt, über den eine Brücke führt. Der Schützenhofpark schließt sich an den StadtPark-Schützenhof an. Er geht im Norden in den Luttenberg über. der Weddigenuferpark am Bergertor besitzt eine Gedankstätte für die Kriegs- und Naziopfer. Die kleine Parkanlage desHinckley-Rosengartenswurde auf der ehemaligen Trasse der Herforder Kleinbahn und des Kleinbahnhofs Bergertor angelegt. Sehenswert ist auch der Tierpark mit heimischen Tieren.
Im alten Herforder Stadtgebiet (ohne eingemeindete Stadtteile) gibt es die folgenden Friedhöfe: Städtischer Hauptfriedhof "Ewiger Frieden" zwischen der Mindener Straße und der Eimterstraße, der größte Herforder Friedhof, Städtischer "Alter Friedhof" an der Friedhofstraße/Hermannstraße, Städtischer "Alter Friedhof" (alter Teil) an der Hermannstraße. Dieser Teil wird nicht mehr belegt. Er geht als Park in den Aawiesenpark über.
Weitere Friedhöfe sind der Erika-Friedhof der ev.-luth. Marienkirchengemeinde Stiftberg an der Vlothoer Straße, der Marien-Friedhof der ev.-luth. Marienkirchengemeinde Stiftberg an der Marienstraße und der Israelische Friedhof an der Friedhofstraße.
In den 1969 eingemeindeten Stadtteilen befinden sich folgend Friedhöfe: Städtischer Friedhof Schwarzenmoor/Falkendiek an der Mindener Straße, Städtischer Friedhof Diebrock an der Hausheider Straße, Städtischer Friedhof Eickum an der Diebrocker Straße, Städtischer Friedhof Elverdissen an der Hillewalser Straße, Städtischer Friedhof Laar an der Laarer Straße und Städtischer Friedhof Stedefreund an der Bielefelder Straße.
In der Nähe der Autobahnanschlussstelle Herford Ost befindet sich der private Tierfriedhof Schwarzenmoor.
Erwähnenswert ist der Stiftberg mit Langenberg und Luttenberg. Auf dem Luttenberg fand im 10. Jahrhundert die Herforder Marienvision statt. Einen Besuch wert ist auch der Stuckenberg mit Bismarckturm. Dabei handelt es sich um ein ausgedehntes Waldgebiet im Osten der Stadt mit Blick auf Herford, das in den Bad Salzufler Obernberg übergeht.
Freizeiteinrichtungen in Herford sind das H2O, eines der bestbesuchten Freizeitbäder der Region mit großer Saunalandschaft, das Sportzentrum Im Kleine Felde mit überdachtem Eisstadion und Freibad, das Freibad Herford-Elverdissen, die 2 Großdiskotheken und Deutschlands größte Indoor-Spielanlage.
Im in den 1990er Jahren neu geschaffenen Sportpark Waldfrieden wurden auf einem ehemaligen britischen Militärgelände mehrere Sportvereine (aber auch Wohnungen) angesiedelt. U. a. befinden sich dort der Tennisclub Herford, die Turngemeinde Herford, der Herforder Verein für Luftfahrt, die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und ein Motorrad-Veteranen-Club. Erwähnenswert ist auch das Jahnstadion mit Plätzen für 18.400 Zuschauer.
Die Männer-Kegelmannschaft der Turngemeinde Herford (TGH) spielt in der 1. Bundesliga auf Scheren-Kegelbahnen. Die 2. TGH-Mannschaft spielt ab der Saison 2006/2007 in der 2. Kegelbundesliga.
Eine große Rolle spielt in Herford der Reitsport. Der Reit- und Fahrverein "von Lützow" ist mit derzeit (Anfang 2006) 721 Mitgliedern der mitgliederstärkste Reitverein Nordrhein-Westfalens. Außerdem gibt es drei weitere Reitvereine in der Stadt. Seit 1999 findet in Herford alle zwei Jahre das internationale Jugendreitturnier German Friendships statt. Bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul errang der Herforder Unternehmer Wolfgang Brinkmann auf dem Pferd "Pedro" zusammen mit Ludger Beerbaum, Franke Sloothaak, und Dirk Hafemeister die Goldmedaille im Mannschafts-Springreiten.
Die Frauenmannschaft des Herforder Sportvereins Borussia Friedenstal spielt ab der Saison 2006/2007 in der 2. Frauenfußball-Bundesliga. Herford ist Landesleistungsstützpunkt im Mädchenfußball.
Der Herforder Eishokey-Verein (HEV) spielt ab der Saison 2006/2007 in der Verbandsliga. In der Herforder Eissporthalle "Im kleinen Felde" wird außerdem der Eiskunstlauf betrieben.
Sehr populär ist in Herford auch das Radfahren mit einigen bundesweit bekannten Sportlern im Straßen, Querfeldein- und Kunstradfahren, die Mitglied in einem der beiden Radsportvereine sind. Jedes Jahr am 1. Mai findet im Bereich der Wiesestraße ein Straßenrennen statt. Ein weiteres Straßenrennen wird während des Hoekerfestes durchgeführt. An Silvester (im Jahre 2006 ausnahmsweise am 30. Dezember) wird im Stadtteil Eickum am Elisabethsee ein Crossrennen ausgerichtet. Im Jahre 2008 findet in Herford die Deutsche Meisterschaft im Querfeldeinradsport statt.
Die Turngemeinde Herford (TGH) ist der älteste und mit 4.000 Mitgliedern größte Sportverein der Stadt. In dem Verein werden auch andere Sportarten, wie z. B. Badminton, Basketball, Fechten, Judo, Kegeln, Leichtathletik, (Nordic) Walking, Schwimmen, Tischtennis und Volleyball betrieben.
In kleinen Teilen auf Herforder Gebiet befindet sich ein Golfplatz, der von der Wippermann Golfanlage Heerhof betrieben wird, fast direkt an der Ausfahrt/Abfahrt Nr. 30 der BAB A2 (Herford-Ost). Der weitaus größere Teil liegt im Vlothoer Stadtteil Exter. Der Golfplatz des Herforder Golfclubs befindet sich komplett auf dem Gebiet der Nachbarstadt Vlotho und zwar etwa 3 km in nordöstlicher Richtung, nahe der Ausfahrt/Abfahrt Nr. 31 der BAB A2 (Vlotho-Exter). Auf der Maiwiese befindet sich ein Minigolfplatz.
In der Stadt sind u. a. noch folgende weitere Mannschaftssportarten vertreten, von denen aber keine Mannschaft auf Bundesebene spielt: Männerfußball, Handball, Tennis, Tischtennis und Basketball. Außerdem werden folgende Sportarten in Vereinen betrieben: Angelsport, Boxen, Kanusport, Motorsport, Schach, Schießsport, Segelflug, Squash und Tanzen.
Im März/April findet die Oster-Kirmes auf der Kiewiese statt, im Mai das Jazz-Festival "Its Jazztime" mit dem Auftritt mehrerer Jazzbands in verschiedenen Kneipen. Weitere Veranstaltungen im Mai sind das Schützenfest Herford-Radewig in der Radewig und der Radewiger Feldmark, das Schützenfest der Schützengesellschaft zu Herford von 1832 in der Altstadt und im StadtPark-Schützenhof und das Schützenfest Herford-Elverdissen in Elverdissen.
Im Juni wird die Visions-Kirmes veranstaltet. Die Herforder Vision geht auf die älteste Marienerscheinung nördlich der Alpen zurück. Sie findet jedes Jahr in der Woche um den Jahrestag 16. Juni auf der Kiewiese statt. Im Juli treten auf der Sommerbühne auf dem Rathausplatz an vier Abenden i. A. Popgruppen auf. Von Juli bis September wird der Orgelsommer mit Orgelkonzerte in acht Kirchen an acht Sonntagen aufgeführt. Im August findet seit 1973 das Hoekerfest (Herforder Stadtfest) mit vielen Innenstadtveranstaltungen statt, im Oktober der Citykirmes im Bereich Alter Markt/Münsterkirchplatz/Rathausplatz.
Veranstaltungen im Herbst sind die Ausstellung Herbstzeitlos in der ehemaligen Güterhalle des Bahnhofs und das Weinfest auf dem Gänsemarkt. Im Dezember wird das Radewiger Kohlfest ausgerichtet. Es erinnert an die Wiedereröffnung der Radewiger St. Jakobikirche am Donnerstag nach dem 1. Advent im Jahre 1590. Ebenfalls im Dezember findet der Weihnachtsmarkt Weihnachtslicht in der Innenstadt statt.
Im Mehrzweckbau Markthalle am Rathausplatz finden der Wochenmarkt sowie Konzerte, Festveranstaltungen, Vorträge und andere Veranstaltungen statt. Die von der Deutschen Bahn nicht mehr benötigte Güterhalle des Alten Güterbahnhofes wurde von der Stadt gekauft und steht allen Interessenten u. a. für Ausstellungen zur Verfügung. Im Großen und kleinen Saal sowie weiteren Räumen des StadtPark-Schützenhof an der Stiftbergstraße finden Konzerte, Festveranstaltungen, Vorträge und andere Veranstaltungen statt.
Das Forum MARTa an der Goebenstraße steht für Kulturveranstaltungen (Musik, Vorträge, Diskussionen, Filme und Ausstellungen), Empfänge, Kongresse und Events der Wirtschaft sowie Produktpräsentationen zur Verfügung. Auf dem Herforder Festplatz Kiewiese an der Wiesestraße finden Zirkus- und Kirmesveranstaltungen sowie Messen statt.
In Herford und Umgebung wohnen viele Schausteller. Zur Berufsgruppe gehören im weiteren Sinne alle Vertreter zirzensischer Künste. Die Stadt ist Sitz des Mitteldeutschen Schaustellervereins von 1895 Herford e. V. Am 13. Januar 1950 wurde in Herford der Deutsche Schaustellerbund e. V. (DSB) gegründet, der heute seinen Sitz in Berlin hat. Von 1950 bis 1957 war Herford Sitz der Hauptgeschäftsstelle des DSB. Sie wurde 1957 nach Bonn verlegt. Bereits zweimal fand in Herford der Bundesdelegiertentag des DSB statt, das letzte Mal im Januar 2005. Damit ist Herford die kleinste Stadt, in der der Bundesdelegiertentag jemals stattgefunden hat.
Herford ist eine alte Handelsstadt. Aus diesem Grunde wurde das 1973 geschaffenen Stadtfest "Hoekerfest" (von hökern = handel) genannt. Herford ist Einkaufsstadt für einen Einkaufsbereich mit ca. 150.000 Einwohnern.
In den 1960er Jahren wurde eine für die Größe der Stadt lange Fußgängerzone vom Lübbertor über den Neuen Markt, den Alten Markt und den Gänsemarkt bis zum Steintor geschaffen. Allerdings schlossen in den letzten Jahren viele Geschäfte wie zum Beispiel der Kaufhof im Herzen der Fußgängerzone. Seit 2005 ist der Neue Markt in einer Richtung befahrbar und es sind ein paar Parkbuchten für Kurzzeitparker eingerichtet worden.
Der Wochenmarkt, der dreimal wöchentlich stattfindet, wird in der Markthalle und teilweise auf dem davor liegenden Rathausplatz abgehalten. Darüber hinaus wird die Markt- und Mehrzweckhalle mit zwei Sälen auch für diverse Verantstaltungen und Feierlichkeiten (Konzerte, Festveranstaltungen, Vorträge) genutzt.
Inzwischen ist Herford auch wegen der Fabrikverkäufe der drei Bekleidungsunternehmen Ahlers, Brinkmann (Bugatti) und Leineweber (Brax) bekannt. Die Verkäufe finden mehrmals in der Woche innerhalb der Firmengelände statt. Die Schokoladenfabrik Weinrich betreibt am Gänsemarkt einen Laden, in dem direkt ab Fabrik Bruchschokolade und Restposten verkauft werden.
Das Parkhaus "Altstadt" bietet Platz für 589 Pkw. Im Parkhaus "Neustadt", in dem sich auch das Lokalradio 94.9 Herford befindet, sind 438 Parkplätze vorhanden. Im Parkhaus "Radewig" am Bahnhof, das auch von Bahnreisenden genutzt werden kann, hat 444 Parkplätze. Im Parkhaus MARTa-Areal stehen 456 Parkplätze zur Verfügung. Weitere öffentliche Parkplätze befinden sich u. a. auf dem Rathausplatz, am Amtsgericht, am Technischen Rathaus, am "Faulen Steg", am Wilhelmsplatz und vor dem Stadttheater sowie am Wochenende bzw. nach Dienstschluss in der Tiefgarage der Sparkasse "Auf der Freiheit", auf den Mitarbeiterparkplätzen am Rathaus, am technischen Rathaus, an der Sparkasse/Volksbank "Am Pulverturm" und bei Eon Westfalen-Weser an der Bielefelder Straße.
Seit wenigen Jahren existiert im Herforder Stadtzentrum der stark umstrittene Parkleitring entlang des Innenstadtrings - Berliner Straße, Auf der Freiheit, Wittekindstraße, Hermannstraße, Rennstraße, Johannisstraße, Bergertorstraße -, welcher die Autofahrer über vorhandende Parkplätze informiert. Dieses Projekt stieß bei den Bürgern - ähnlich wie auch das Projekt MARTa Herford - größtenteils auf Ablehnung.
An der Vlothoer Straße in der Nähe der Autobahnanschlussstelle Herford Ost befindet sich die Autobahnmeisterei Herford. An der Ahmser Straße in der Nähe der Autobahnanschlussstelle Herford/Bad Salzuflen ist die Autobahnpolizei stationiert.
Der Herforder Bahnhof ist der zweite wichtige Umsteigepunkt im Herforder Nahverkehr. Am vorgelagerten Busbahnhof halten wichtige Buslinien, der zentrale Umsteigepunkt im Stadtbusnetz befindet sich jedoch am Alten Markt.
Herford ist nach Bielefeld der zweitgrößte Eisenbahnknotenpunkt im Regionalverkehr Ostwestfalens mit stündlich 10 ankommenden und abfahrenden Zügen. Das ergibt täglich 188 Züge. In der Fahrplanperiode vom 28. Mai bis 9. Dezember 2006 verkehren in Herford folgende Züge:
Von Herford fahren tagsüber alle zwei Stunden InterCity-Züge von und nach Köln und Leipzig. Weitere Direktverbindungen gibt es morgens nach Oberstdorf. Montagmorgens fährt ein InterCity über Köln nach Mittenwald. Morgens, abends und nachts halten in Herford 5 ICE. Sie fahren nach Köln, Frankfurt am Main, Basel und Berlin.
Der Bahnhof Herford ist Knoten des NRW-Schienennahverkehrs. Stündlich etwa zur Minute 30 treffen sich dort die Züge der RB 61 und 72 sowie zweistündlich im Wechsel der RE 70 und 78. Die Züge der RE 6 und RB 71 fahren zwischen zehn Minuten vor und zehn Minuten nach der vollen Stunde ab.
Regionalzüge fahren tagsüber im Stundentakt nach Düsseldorf (RE 6), Minden (RE 6), Paderborn (RB 72), Bad Bentheim (RB 61), Rahden (RB 71) und Bielefeld (RB 61), (RE 70/RE 78) sowie (RB 71). Der RB 71 fährt als RB 73 weiter nach Lemgo. Zweistündlich verkehren Züge nach Braunschweig (RE 70) und Minden (RE 78). Somit gibt es stündlich vier Nahverkehrsverbindungen nach Bielefeld.
Für die Organisation des Busverkehrs in den Kreisen Herford und Minden-Lübbecke sind die Minden-Herforder-Verkehrs-Service GmbH (MHS) und die Minden-Herforder Verkehrsgesellschaft (MHV) zuständig.
Das Herforder Stadtbussystem besteht aus sechs Linien (S1 bis S6). Die Busse treffen sich am Alten Markt, der ZOB am Bahnhof wird von 2 Stadtbus- und Regionalbuslinien bedient. Regionalbusse fahren u. a. nach Bünde, Löhne, Vlotho, Bad Salzuflen, Spenge, Milse (Stadtbahn) und Schildesche. Eine Nachtbuslinie bedient an Wochenenden und vor Feiertagen Bielefeld (Ringlokschuppen und Jahnplatz).
Tages- und Wochenzeitungen sind Neue Westfälische, Herforder Kreisblatt (Regionale Ausgabe vom Westfalen-Blatt) und Herforder Wochenanzeiger. Herford ist Sitz des britischen Soldatensenders BFBS und des Lokalradios 94.9 Radio Herford (Verbreitungsgebiet: Kreis Herford).
In Herford-Schwarzenmoor befand sich bis 1993 ein gegen Erde isolierter selbststrahlender Sendemast des Westdeutschen Rundfunks (WDR) von dem aus ein Programm des WDR auf Mittelwelle verbreitet wurde. Außerdem trug dieser Mast eine Sendeantenne für UKW zur Verbreitung des Programms von Radio Herford und des BFBS. Dieser Mast wurde durch eine Neukonstruktion zur Abstrahlung von Radioprogrammen im UKW-Bereich ersetzt, die als Antennenträger einen freistehenden Stahlfachwerkturm verwendet.
In der Hammersmith-Kaserne an der Vlothoer Straße ist ein Fernmelderegiment stationiert. In der Harewood-Kaserne an der Mindener Straße gibt es eine Logistik-Einheit.
Zurzeit leisten in Herford 870 Soldaten ihren Dienst. Mit Zivilpersonal und Familien leben 2.200 Briten in der Stadt.
siehe auch: ausländische Militärbasen in Deutschland
Folgende Persönlichkeiten wurden in Herford geboren:
Folgende Persönlichkeiten sind keine gebürtigen Herforder, haben aber in der Stadt gewirkt:
Ort in Nordrhein-Westfalen | Kreis Herford | Reichsstadt
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