Eine Herdenzephalitis ist eine an wenigstens einer Stelle (lat. fokus = Herd) auftretende Entzündung des Gehirns. Diese wird zumeist durch Bakterien, seltener durch Pilze oder andere Erreger hervorgerufen und daher auch als septische Herdenzephalitis bezeichnet.
Für die Entstehung einer Herdenzephalitis müssen Erreger in das Gehirn gelangen. Dafür gibt es verschiedenen Wege:
Das Risiko erhöht sich bei einer Abschwächung der Immunität, wie sie durch angeborene oder erworbene Faktoren (Polytrauma, akute Infektionskrankheit, Tumor, AIDS) bedingt sein kann.
Die körpereigene Abwehr (Immunität) führt zu einem Krampf im schwanz des hochgradig infizierten Gewebes und zur Abgrenzung gegen das umgebende Gewebe. Dadurch entsteht ein Abszess. Bei diesem Vorgang kommt es zur Volumenzunahme (Raumforderung), die aufgrund der knöchern begrenzten Schädelhöhle rasch zur Drucksteigerung mit schweren Komplikationen führen kann.
Durch Verschleppung von infizierten Thromben kommt es zu einer Kombination aus ischämischem Schlaganfall und gleichzeitiger Entzündung. Der Verlauf ist oft durch die Infektion des nicht mehr durchbluteten Hirngewebes (dort mangels Durchblutung nur minimale Immunität) sowie Einblutungen in den Infarkt in vielen Fällen ungünstig.
Ausgangspunkt ist fast immer eine bakterielle Entzündung der Herzinnenwand (Endokard) und dort besonders der Herzklappen (Endokarditis).
Bei Vorkommen von Bakterien im fließenden Blut (Septikämie) kann es zur Erregerstreuung in das Gehirn kommen. Dies ist nur im Rahmen einer schweren entzündlichen Allgemeinerkrankung oder zumeist Sepsis möglich. Die weitere Entwicklung wird überwiegend durch die zugrunde liegende Infektion bestimmt.
Zunächst ist eine bildgebende Untersuchung erforderlich, die zumeist mittels kontrastmittelgestützter Computertomographie erfolgt. Hier sind in den meisten Fällen der entzündliche Herd, das umgebende Ödem sowie eine Anreicherung des Kontrastmittels zu erkennen.
Für die weitere Therapie ist schliesslich der Nachweis des Erregers von großer Bedeutung. Dies ist durch mikrobiologische Untersuchungen von Liquor (s. Liquorpunktion oder Blutkulturen oder möglichst des Herdes (nach neurochirurgischer Sanierung oder zumindest Punktion) möglich. Bedeutsam ist neben der Kenntnis des Erregers auch dessen Empfindlichkeit gegenüber Medikamenten (Antibiogramm).
Danach muss gegebenenfalls der Ursprung der Erreger gesucht werden. Hierfür sind häufig eine Computertomographie des Brust- und Bauchraumes (mit Kontrastmittel) oder der Nasennebenhöhlen notwendig. Ferner hat die Echokardiographie eine hohe Bedeutung.
Diese Vorgehen ist jedoch nicht immer möglich, z. B. wenn der Fokus in einer besonders wichtigen Hirnregion liegt (z. B. Sprachzentrum oder Hirnstamm). Dann ist nur eine medikamentöse Behandlung (s. u.) möglich, die dann aber unter Umständen wesentlich länger erfolgen muss.
Bei Verdacht auf eine Infektion mit Pilzen muss entsprechend zusätzlich mit einem Antimykotikum (z. B. Amphotericin B) behandelt werden.
Die Behandlung einer Sepsis ist zumeist nur auf einer Intensivstation möglich.
Die häufigste Komplikation ist die Raumforderung mit Erhöhung des Hirndrucks. Hierbei können erneut neurochirurgische Interventionen erforderlich werden, insbesondere eine Liquordrainage oder in Einzelfällen eine Kraniektomie.
Weitere Komplikationen sind Entzündungen der Gefässwände (Vaskulitis) sowie Hirninfarkte sowohl durch Gefässverschluss als auch durch Einblutung.
Die weitere Entwicklung des Patienten hängt zuerst von den Voraussetzungen des Patienten ab:
Weiterhin ist die medizinische Versorgung wichtig:
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