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Herculaneum
 

Herculaneum.jpg | Herculaneum2.jpg Herculaneum_Bootshäuser.jpg | -Herculaneum- Tote aus Bootshäusern.jpg Herculaneum (ital. Ercolano) war eine antike Stadt in Campanien, am Golf von Neapel gelegen, die wie Pompeji und Stabiae beim Ausbruch des Vesuv am 24. August 79 n. Chr. untergegangen ist. Die heutige Stadt heißt Ercolano.

Es wurde im Altertum ebenso wie in der Gegenwart von der großen Küstenstraße durchschnitten, die am Golf entlang von Neapolis nach Pompeji und Stabiae führte.

Über die Stadt in vorrömisch-samnitischer Zeit ist wenig bekannt. Nach einer Legende soll Herculaneum von Herakles bei seiner Rückkehr aus Iberien gegründet worden sein. Dies deutet, vom Mythos abgesehen, darauf hin, dass es dem Namen und dem Ursprung nach griechisch war; und in der Tat erscheint es bei seiner frühesten Erwähnung, die wir kennen, durch Theophrast (314 v. Chr.), unter dem Namen Herakleion.

Seit 307 v. Chr. gehörte Herculaneum zum römischen Einflussbereich und erhielt nach dem Bundesgenossenkrieg, wo es gleich Pompeji und Nola zu den Rebellen gehörte und von einem Legaten Sullas besiegt und erobert wurde (89 v. Chr.), die Verfassung eines Municipiums. So verlor es seine Unabhängigleit für immer und erhielt vielleicht eine Veteranenkolonie aus Sullas Heer. Herculaneum war kleiner als Pompeji; die Ausstattung der freigelegten Häuser deutet aber auf teilweise großen Wohlstand der Einwohner.

Herculaneum war in römischer Zeit eine kleine Hafenstadt, in dem der Handel keine große Rolle spielte und an dem der Seehandel weitgehend vorbeiging. Seine Wirtschaft beruhte hauptsächlich auf dem Fischfang und dem Ackerbau. Wegen seiner natürlichen Schönheit, mit dem prächtigen Blick über die Bucht von Neapel und seiner reinen Luft – die von vielen antiken Schriftstellern gepriesen wurde – wurde Herculaneum gerne als Sommerfrische gewählt. Viele reiche Römer bauten dort ihre Villen und lebten dort mit ihren Sklaven und Handwerkern.

Als am Abend des 24. August 79 n.Chr. der Vesuv Asche spuckte und die Erde bebte, versuchten viele Bewohner, die Stadt mit ihren Wertsachen zu verlassen. Wer es nicht schnell schaffte, starb, als um ein Uhr nachts ein pyroklastischer Strom alles Leben durch eine Temperatur von 400 Grad Celsius vernichtete. Eine 25 Meter hohe Schicht aus Asche, Lava, Bimsstein und Schlamm begruben die Stadt und versiegelte sie luftdicht.

Erst 1709 entdeckte ein Bauer beim Anlegen eines Brunnen die verschüttete Stadt. In den folgenden Jahrzehnten wurde Herculaneum wieder freigelegt, zuerst durch Stollenvortrieb, dann im offenen Tagebau. Ein regelrechter Herculaneum-Tourismus begann und führten zu einem Aufschwung des Klassizismus.

1738 begann die moderne Erforschung der Stadt, die mit Unterbrechungen bis heute andauert. War man früher davon ausgegangen, dass die meisten Einwohner sich über das nahe gelegene Meer retten konnten, sind in den letzten Jahren in den Bootshäusern am Strand Hunderte von Toten gefunden worden. Sie hatten sich dorthin geflüchtet, weil die gewölbten Decken mehr Schutz zu bieten schienen als sie holzgedeckten Wohnhäuser.

Neben zahlreichen z. T. gut (einschließlich ihrer Innenausstattung) erhaltenen Privathäusern sind auch einige öffentliche Bauten und vor den Toren der Stadt gelegene Villen freigelegt worden. An manchen Häusern sind noch römische Graffiti zu lesen, in Küchen wurde verkohlte Stücke von Brot Getreide und Eierschalen gefunden.

Die meisten der in Herculaneum ausgegrabenen antiken Kunstwerke befinden sich heute im Archäologischen Nationalmuseum in Neapel; dazu gehören u.a. die an verschiedenen Stellen gefundenen Fresken und die 70 großen Bronzeskulpturen aus der Villa dei Papiri. Diese einzigartige altrömische Bibliothek ist durch die Funde verkohlter Papyrusrollen mit Werken altgriechischer Philosophen bekannt geworden.

Bilder


Bild:Fußbodenherculaneum.jpg|Mosaikfußboden in den Therme Urbane Bild:Herculaneum_Geschäft.jpg|Originale Ladeneinrrichtung Bild:Herculaneum_Straße.jpg|Wohnhaus Bild:-Herculaneum- Läufer.jpg|Bronzestatue eines Läufers aus dem großen Gartenperistyl der Villa dei Papiri bei Herculaneum Image:Roman Road Surface at Herculaneum.jpg|Straßenpflaster in Herculaneum Image:Water Pipe In Herculaneum.jpg|Hauswasserleitung aus Blei in Herculaneum Image:Herculaneum Wall 1.Style.jpg|Wandmalerei im 1. Stil Image:Herculaneum Floor.jpg|Eingelegter Marmorfußboden

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Antike italische Stadt | Weltkulturerbe (Italien) | Römische Stadt | Archäologischer Fundplatz in Italien

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