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Herbert Kaufmann (* 24. August 1920 in Köln, † 27. November 1976 in ebd.) war ein deutscher Journalist, Fotograf und Schriftsteller.

Leben


Herbert Kaufmann wuchs in Köln auf und besuchte dort ein Gymnasium. Nach dem Abitur absolvierte er 1938 eine Lehre als Industriekaufmann und war anschließend in der chemischen Industrie tätig.

Seit 1951 unternahm er ausgedehnte Reisen nach Afrika, die er vornehmlich mit dem Verkauf seiner zahlreichen Fotografien finanzierte. Er studierte an der Universität zu Köln Völkerkunde, Soziologie und Geografie. 1960 schloss er sein Studium mit der Promotion zum Dr. phil. ab. Das Thema seiner Doktorarbeit war der Kulturwandel bei den Tuareg in Adrar-n-Ifoghas (Mali). Seit 1962 arbeitete er als Auslandskorrespondent für mehrere bundesdeutsche Zeitungen und Rundfunksender in Nairobi.

Herbert Kaufmann war neben seiner journalistischen Tätigkeit Verfasser von Reise- und Expeditionsberichten, meist in der Form von Jugendbüchern, in denen er mehrfach seine persönlichen Erfahrungen mit den Tuareg verarbeitete. Auch für den Rundfunk, speziell für den Schulfunk, war er tätig. Seine Beiträge zeichneten sich durch Ironie aus, aber vor allem durch das Bemühen, in den 50er- und 60-er Jahren, die noch durch traditionelle, d. h. negative Afrikaklischees geprägt waren, zu einem realistischen Bild des afrikanischen Kontinents im deutschsprachigen Raum beizutragen. Die Romane waren meistens aus der Perspektive der Afrikaner geschrieben, und die europäischen Protagonisten traten nicht als weiße Helden auf. In seinem Roman Des Königs Krokodil (1960), das anlässlich der Entlassung vieler afrikanischer Staaten in die Unabhängigkeit erschien, ging er in einer für diese Zeit ungewohnte Weise auf kritische Distanz zu den europäischen Kolonialmächten und ihrer Vergangenheit in Afrika.

Auszeichnungen und Ehrungen


Kaufmanns Romanbiografie des westafrikanischen Herrscher Ja-Ja (19. Jahrhundert), Des Königs Krokodil, wurde 1962 u. d. T. The King`s Crocodile in englischer Sprache veröffentlicht und ist in Nigeria, Ja-Jas Heimat, immer noch erhältlich. Die preisgekrönte Liebesgeschichte Roter Mond und Heiße Zeit ist seit ihrem ersten Erscheinen ebenfalls immer wieder neu aufgelegt und in mehrere Sprachen übersetzt worden.

Werke


  • Afrika, Frankfurt am Main 1954
  • Der verlorene Karawanenweg, Graz u. a. 1955 (Roman)
  • Kongo zwischen gestern und morgen, Murnau 1956
  • Der Teufel tanzt im Ju-Ju-Busch, Graz u. a. 1956 (Roman)
  • Roter Mond und heiße Zeit, Graz u. a. 1957 (Roman über die Ifoghas-Tuareg)
  • Die Stadt unter dem Wüstensand, Graz u. a. 1957 (Roman)
  • Nigeria, Bonn 1958
  • Reiten durch Iforas, München 1958 (Reisebericht mit sehr schönen Bildern)
  • Sulei, der kleine Negerjunge, Köln u. a. 1958 (zusammen mit Gerty Kaufmann)
  • Belgisch Kongo und Ruanda-Urundi, Bonn 1959
  • Des Königs Krokodil, Köln u. a. 1959 (Roman)
  • Pfeile und Flöten, Graz u. a. 1960 (Roman)
  • Äthiopien, Bonn 1962
  • Dein neuer Nachbar in Afrika, Düsseldorf 1962
  • Afrikas Weg in die Gegenwart, Braunschweig 1963
  • Wirtschafts- und Sozialstruktur der Iforas-Tuareg, Köln 1964 (Phil. Diss.)
  • Tule Tiptops merkwürdige Reise, Graz u. a. 1977

Weblinks


Mann | Deutscher | Journalist | Autor | Geboren 1920 | Gestorben 1976

 

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