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Henning Mankell (Betonung auf der ersten Silbe des Nachnamens) (* 3. Februar 1948 in Stockholm, aufgewachsen in Sveg, Härjedalen), ist ein schwedischer Theaterregisseur und Schriftsteller. Henning Mankell begann 1965 mit seiner Theaterlaufbahn (als Regieassistent am Riks-Theater) und dem Schriftstellerberuf. Seine Bücher befassen sich mit politischen und gesellschaftlichen Themen. 1979 veröffentlichte er seinen ersten Roman Das Gefangenenlager, das verschwand. Seit den 1980er Jahren verlegte er seine Wirkungsstätte immer mehr nach Mosambik, dort beteiligte er sich am Aufbau eines Theaters.

In seinem Roman Mörder ohne Gesicht schuf er die Figur des Kriminalkommissars Kurt Wallander. Seitdem ist eine äußerst erfolgreiche Serie von Kriminalromanen über den knorrigen Polizisten aus Ystad entstanden. Diese Romane stehen in der Tradition der von den Autoren Maj Sjöwall und Per Wahlöö verfassten Bücher über den Kriminalkommissar Martin Beck.

Henning Mankell erhielt zahlreiche Preise, unter anderen den Deutschen Jugendliteraturpreis (1993) und den Astrid-Lindgren-Preis. Mankell lebt mit seiner dritten Ehefrau Eva Bergman (Tochter des berühmten Regisseurs Ingmar Bergman) abwechselnd in Schweden und in Maputo, wo er als Regisseur zum kulturellen Aufbau der Stadt und des Landes beiträgt. Er hat mehrere Bücher veröffentlicht, die seine afrikanischen Erfahrungen verarbeiten.

Mankell hat deutsche Vorfahren. Er ist ein Ururenkel von Johann Hermann Mankel, der in Niederasphe, einem Ortsteil von Münchhausen, im hessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf geboren wurde und später nach Schweden auswanderte.

Kurt Wallander


Kurt Wallander ist die fiktive Hauptfigur der meisten Kriminalromane von Henning Mankell. Wallander ist ein Kriminalkommissar aus Ystad in Südschweden, wohnhaft in der Mariagatan 10. Die Figur durchläuft in allen Romanen, beginnend mit Mörder ohne Gesicht, eine kontinuierliche Entwicklung. Mankell verbindet auf diese Weise die Auflösung der Verbrechen mit der Biographie der Hauptfigur und zeigt einen Mann, der seit seiner Scheidung nicht nur zunehmend mit typischen Problemen einer Midlife Crisis konfrontiert ist: das Erwachsenwerden seiner Tochter Linda Wallander, Alkoholsucht, Diabetes, Gewichtsprobleme und Kampf mit der immer noch starken Libido trotz abnehmender äußerer Attraktivität. Wallander leidet ebenso an der seiner Ansicht nach (bzw. der des Autors) negativen Entwicklung der europäischen Gesellschaft und Zivilisation, die sich in den grausamen Verbrechen widerspiegelt. So fungiert die Figur auch in einer Vielzahl von Passagen in den Romanen als Sprachrohr des Autors, um seine Gesellschaftskritik zu formulieren. Mit ihren moralischen Ansprüchen, ihrer bis zum Aufreiben reichenden Disziplin und ihrem stets latenten Scheitern trotz erfolgreicher Aufklärung der Verbrechen besitzt die Figur des Kurt Wallander ein hohes Maß an Identifikationspotential. Sicherlich ein Aspekt, der den Erfolg der Wallander-Romane ausmacht.

In den Verfilmungen wird Wallander bisher von dem schwedischen Schauspieler Rolf Lassgård dargestellt, der auch in der jüngsten Verfilmung des Romans Mittsommermord die Hauptrolle spielt. Negativ zu bemerken ist jedoch, dass der Film (wie z. T. auch andere Wallander-Verfilmungen) sich nicht an das Buch hält und insbesondere der "Mittsommermord" sehr verzerrt ist und in ganz wesentlichen inhaltlichen Punkten von der Romanvorlage abweicht (z. B. im Motiv des/der Mörder(in)). Von Mittsommermord ist derzeit auch eine Verfilmung mit Paul Verhoeven in der Planungsphase. Fertig gestellt sind jedoch auch mittlerweile einige internationale Co-Produktionen, in denen der schwedische Schauspieler Krister Henriksson die Rolle des Kommissars Wallander übernommen hat. Den Auftakt bildete die Verfilmung von Vor dem Frost (Innan Frosten). Weitere Filme sind Tod in den Sternen (Byfånen) und Eiskalt wie der Tod (Bröderna). Beide Episoden schrieb Henning Mankell nur für das Fernsehen, diese Wallander-Krimis gibt es nicht als Roman. Die Serie wird ab Juni 2006 im deutschen Fernsehen gezeigt.

Die detailreiche Schilderung von Wallanders Heimat (Straßennamen und Gaststätten sind echt) hat Ystad und Schonen in den letzten Jahren einen touristischen Wallander-Boom vor allem aus den deutschsprachigen Ländern beschert.

Werke


  • Bergsprängaren (1973/1998)
  • Sandmåleren (1974)
  • Vettvillingen (1977)
  • Das Gefangenenlager, das verschwand (Fångvårdskolonin som försvann) (1979/1997)
  • Dödsbrickan (1980)
  • En seglares död (1981)
  • Daisy Sisters (1982/1999)
  • Apelsinträdet (1983)
  • Älskade syster (1983)
  • Sagan om Isidor (1984/1997)
  • Das Auge des Leoparden (Leopardens öga) (1990, dt. 2004)
  • Der Hund, der unterwegs zu einem Stern war (Hunden som sprang mot en stjärna) (1990, dt. 1992)
  • Die Schatten wachsen in der Dämmerung (Skuggorna växer i skymningen) (1991, dt. 1994)
  • Mörder ohne Gesicht (Mördare utan ansikte) (1991) Wallander #01
  • Ein Kater, schwarz wie die Nacht (Katten som älskade regn) (1992, dt. 2000)
  • Hunde von Riga (Hundarna i Riga) (1992) Wallander #02
  • Die weiße Löwin (Den vita lejoninnan) (1993) Wallander #03
  • Der Mann, der lächelte (Mannen som log) (1994, dt. 2001) Wallander #04
  • Der Chronist der Winde (Comédia infantil) (1995, dt. 2002)
  • Das Geheimnis des Feuers (Eldens hemlighet) (1995, dt. 1997)
  • Die falsche Fährte (Villospår) (1995, dt. 1999) Wallander #05
  • Der Junge, der im Schnee schlief (Pojken som sov med snö i sin säng) (1996, dt. 1998)
  • Die fünfte Frau (Den femte kvinnan) (1996, dt. 1998) Wallander #06
  • Mittsommermord (Steget efter) (1997, dt. 2000) Wallander #07
  • Die Brandmauer (Brandvägg) (1998, dt. 2001) Wallander #08
  • Berättelse på tidens strand (1998)
  • Die Reise ans Ende der Welt (Resan till världens ände) (1998)
  • Wallanders erster Fall und andere Erzählungen (Pyramiden) (1999, dt. 2002) Wallander #09
  • I sand och i lera (1999)
  • Labyrinten (2000)
  • Die Rückkehr des Tanzlehrers (Danslärerens återkomst) (2000, dt. 2002)
  • Die rote Antilope (Vindens son) (2000, dt. 2001)
  • Tea-Bag (Tea-Bag) (2001, dt. 2003)
  • Vor dem Frost (Innan frosten) (2002, dt. 2003) Linda Wallanders 1. Fall Wallander #10
  • Ich sterbe, aber die Erinnerung lebt (Jag dör, men minnet lever) (2003, dt. 2004)
  • Tiefe (Djup) (2004, dt. 2005)
  • Kennedys Hirn (Kennedys hjärna) (2005, dt. 2006)
  • Der Tod des Fotografen (2004, dt. Juli 2006)

Siehe auch


Literatur


  • Henning Heske: Die Globalisierung des Verbrechens. Über die Kriminalromane von Henning Mankell. In: ders.: Fausts Phiole. Über Poesie und Wissenschaft. Bernstein-Verlag, Bonn 2006. ISBN 3-9809762-3-8

Weblinks


Sonstige

Rezensionen

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