| Hennastrauch | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Lawsonia inermis Blanco1.108.png | ||||||||||||
| : | Rosenähnliche (Rosidae) |
| : | Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige (Rosopsida) |
| : | Myrtenartige (Myrtales) |
| : | Weiderichgewächse (Lythraceae) |
| : | Lawsonia |
| : | Hennastrauch |
Der Hennastrauch (Lawsonia inermis, Synonyme: Lawsonia alba (L.) Lam., Lawsonia spinosa L.) ist die einzige Pflanzenart in der der Lawsonia aus der Familie der Weiderichgewächse (Lythraceae). Sie kommt in weiten Teilen Asiens, Afrikas und in Australien vor. Aus den Blättern des Strauches wird Henna hergestellt und hauptsächlich zur Färbung der Haare benutzt. Die naturheilkundliche Anwendung der Pflanze gegen Infektionen und die Schlafkrankheit wurde inzwischen wissenschaftlich untermauert.
Es ist ein laubabwerfender Strauch oder kleiner Baum mit steifen, breit ausladenden Zweigen, der Wuchshöhen von 1,5 bis 8 Metern erreicht. Zum Teil befinden sich an kleineren Ästen Kurztriebe mit Stacheln, meist ist der Hennastrauch "wehrlos" (lat. inermis). Die dünne Rinde hat eine weißliche bis gräulich-braune Farbe.
Die eiförmigen bis elliptischen, silbrig-grünen Laubblätter sind an beiden Enden zugespitzt und bis zu fünf Zentimeter lang. Sie sind ledrig, glatt und ganzrandig, und sitzen gegenständig auf kurzen Stielen.
Henna-Blüten sind nur wenige Millimeter klein und stehen in großen sympodial verzweigten Rispen. Sie duften mehr oder weniger stark. Die vier Sepalen geben den Blüten ein zerknittertes Aussehen. Ihre Farbe ist je nach Varietät unterschiedlich: weißlich, gelb, rosa (Lawsonia inermis var. rubra) und rötlich (Lawsonia inermis var. miniata). Die Kelchblätter sind gelb. Die acht Staubgefäße hängen paarweise lang über die Sepalen hinaus. Der Stempel weist eine blaßgrüne Farbe auf.
Die kugelförmigen Kapselfrüchte sind erbsengroß, haben eine purpurschwarze bis blauschwarze Farbe und enthalten in einer einzigen großen Zelle zahlreiche pyramidenförmige weiche Samen.
Der Strauch wird gern als Gartenhecke angebaut. Der Duft der Blüten wird seit Jahrtausenden im Orient geschätzt und in Parfums verwendet ("Mohammeds liebster Duft")Kirsten Albrecht Llamas: Tropical Flowering Plants: A Guide to Identification and Cultivation. Timber-Press, 2003. ISBN 0-88192-585-3. S. 249.N. P. Manandhar: Plants and People of Nepal. Timber Press, 2002. ISBN 0-88192-527-6. S. 286.S. C. Dey: Fragrant Flowers for Homes and Gardens, Trade and Industry. Abhinav Publications, 1997. ISBN 8170173353. S. 15..
Seit Stars wie Madonna es in den späten 1990er Jahren in Mode brachten, wird es auch zum Einfärben der Oberhaut verwendet, um sogenannte Henna-Tattoos zu erzeugen. Die zu kosmetischen und rituellen Zwecken aufgebrachten Bemalungen mit Henna sind schon seit dem Altertum bekannt. So wurden in Ägypten Mumien mit Henna-Bemalungen gefunden. In Indien, dem Vorderen Orient und Nordafrika wird Henna auch heute noch bei Festtagen und Festlichkeiten wie Hochzeit und Beschneidung zu filigranen Körperverzierungen an Händen und Füßen benutzt (siehe Mehndi). Man kann auch keratinhaltige Stoffe wie Wolle oder Seide damit einfärben.
Henna färbt nicht direkt als Farbstoff. Die rotbraune Farbe entsteht erst durch Fermentation, das heißt durch einen Gärungsprozess, bei dem durch Bakterien und Enzyme (Fermente) bestimmte Stoffe chemisch umgewandelt werden. Dazu müssen die Blätter des Hennastrauches pulverisiert und mit warmem Wasser angerührt werden. Im Verlauf von mehreren, in der Regel sechs bis acht Stunden geht Henna dann mit eiweißhaltigen Stoffen, wie Haut, Haaren, Wolle oder Seide eine dauerhafte Verbindung ein. Den Farbentstehungsprozeß nennt man in der Fachsprache "Aufziehen". Zusätze wie Wein oder Tee variieren den Farbton des Hennas. In den Ländern Nordafrikas und des Nahen Ostens, wo Henna seit undenklichen Zeiten angewendet wird, mischt man dem Henna Indigo bei, um eine schwarze Färbung zu erzielen.
Den meisten hier in Deutschland auf dem Markt erhältlichen Hennaprodukten sind moderne chemische Farbstoffe beigesetzt, um eine schnelle und sichere Färbung zu erreichen. Diese sind für die allergieauslösende Wirkung der meisten im Handel befindlichen Hennaprodukte verantwortlich. Dies gilt natürlich nicht für kontrollierte Bioprodukte.
Extrakte der Hennablätter, insbesondere der getrockneten Blätter, sind in Laborversuchen wirksam gegen Staphylococcus aureusF. Aqil et al.: Effect of certain bioactive plant extracts on clinical isolates of beta-lactamase producing methicillin resistant Staphylococcus aureus. J Basic Microbiol. 45/2/2005. S. 106-14. PMID 15812867, Escherichia coli und Pseudomonas aeruginosaO. A. Habbal et al.: In-vitro antimicrobial activity of Lawsonia inermis Linn (henna). A pilot study on the Omani henna. Saudi Med J. 26/1/2005. S. 69-72. PMID 15756356, sowie gegen TrypanosomenT. Okpekon et al.: Antiparasitic activities of medicinal plants used in Ivory Coast. J Ethnopharmacol. 90/1/2004. S. 91-7. PMID 14698515. Dagegen kann die Anwendung von Henna bei Personen mit einem angeborenen G6PD-Mangel zu lebensbedrohlicher Hämolyse führenA. N. Kok et al.: Henna (Lawsonia inermis Linn.) induced haemolytic anaemia in siblings. Int J Clin Pract. 58/5/2004. S. 530-2. PMID 15206514.
Henna wird manchmal von Drogenhändlern missbraucht, um Haschisch zu strecken.
Nutzpflanze | Weiderichgewächse
حناء | Henna | Henna | Henna | حنا | Henna | Henné | חינה | 헤나 | Henna | Хна | Henna
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Hennastrauch".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world