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Hendrik Witbooi (* 1824 in Pella / Südafrika, † 29. Oktober 1905 in den Karrasbergen / Südwest - Afrika) war in Nachfolge seines Vaters Moses Witbooi seit Ende 1888 "Kapitein" des mit den Nama verwandten Orlam-Stammes der Witbooi.

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Er hatte eine für die damaligen Verhältnisse ausgezeichnete christliche Bildung bei den den Stamm betreuenden Missionaren erfahren und galt - um einmal den damaligen Sprachgebrauch beispielhaft zu verdeutlichen - als " der Vorzeige-Neger" von Südwestafrika. Gleichwohl entwickelte Hendrik Witbooi - sehr zum Leidwesen seiner Vaters - sehr eigene Vorstellungen über seine zukünftige Häuptlingsrolle und übte sich darin sehr frühzeitig durch eine eigenmächtige Abspaltung vom Hauptstamm. Von besonderer Bedeutung war in diesem Zusammenhang die von Hendrik Witbooi behauptete göttliche Vision im Jahre 1880: nach diesem Erlebnis hatte er sich völlig verändert, war auch für seinen Missionar nicht mehr erreichbar und sein Handeln wurde zunehmend von religiösen Wahnvorstellungen bestimmt. Dennoch gelang ihm eine bemerkenswerte Leistung - nämlich der Friedensschluss mit den seit vielen Jahren verfeindeten Herero (1892), um gemeinsam mit ihnen gegen die deutschen Kolonialherren vorzugehen. Infolge dieses Bündnisses wurden die Witbooi bereits 1893 in einen sehr verlustreichen Kampf mit der deutschen Schutztruppe verwickelt (bei Hornkranz) und mussten sich in einer weiteren Schlacht 1894 "ehrenhaft" (d. h. unter Behalt ihrer Waffen und dem Zugeständnis einer begrenzten Autonomie) ergeben. Hendrik Witbooi nahm dieses Ereignis zum Anlass, mit der deutschen Kolonialmacht 1894 einen Schutz- und Freundschaftspakt zu schließen, der u.a. auch die Pflicht zur militärischen Beistandsleistung beinhaltete.

Dieser Verpflichtung entsprechend kämpfte Hendrik Witbooi bei dem Aufstand der Ost-Herero (Mbanderu) von 1896 - zusammen mit den von Samuel Maharero geführten Herero - auf deutscher Seite und leistete der deutschen Schutztruppe sogar in der Schlacht am Waterberg (1904) wirkungsvolle Schützenhilfe. Erst, nachdem die Witbooi der Vorgehensweise der Deutschen gegen die Herero widersprochen hatten und deshalb entwaffnet und als Arbeitssklaven nach Deutsch-Ostafrika verschifft worden waren, kündigte Hendrik Witbooi den Beistandspakt mit den Deutschen, verkündete ihnen am 3. Oktober 1904 offiziell den Krieg und leitete damit den sog. Namaaufstand (1904–1908) ein. Hendrik Witbooi fiel bereits 1905 bei Kämpfen mit der Schutztruppe. Sein Sohn Isaak Witbooi ergab sich den Deutschen; der Widerstandskampf wurde jedoch von Jakob Morenga (Herero-Nama-Mischling) und dem Häuptling der Fransmann-Nama, Simon Kopper, bis zu deren Tod 1907 und 1908 fortgeführt.

Hendrik Witbooi wird im heutigen Namibia hoch verehrt; sein Bildnis ziert alle namibischen Banknoten.

Literatur


  • Wolfgang Reinhard (Hg.): Hendrik Wibooi: Afrika den Afrikanern, Berlin, Bonn, 1982
  • Martin Selber: Hendrik Witbooi-Nidar- Freiheitskampf in Südwestafrika. Rowohlt, 1979, ISBN 3-499-20215-8

Weblinks


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