Hemmingstedt ist eine Gemeinde im
Amt Kirchspielslandgemeinde Heide-Land im
Kreis Dithmarschen in
Schleswig-Holstein (Deutschland).
Geografie
Geografische Lage
Der Ort liegt er im Zentrum des Kreises
Dithmarschen zwischen den Städten
Heide (Kreisstadt) und
Meldorf an der
Bundesstraße 5. Die
Nordsee ist mit dem Auto in zehn Minuten zu erreichen. Verkehrsgünstig erweist sich auch die Anbindung Richtung
Hamburg mit der Autobahnzufahrt Heide-Süd/Hemmingstedt über die
A23. Das
Kirchspiel Hemmingstedt wurde
1323 erstmalig erwähnt.
Gemeindegliederung
Hemmingstedt, Braaken, Dellweg, Hohenheide, Norderwurth und Volkerswurth.
Geschichte
In der
Schlacht bei Hemmingstedt am
17. Februar 1500 schlugen Dithmarscher Bauern unter Führung von
Wulf Isebrand das dänische Heer unter
Johann, in Personalunion König von
Dänemark, Norwegen und Schweden, und seinem Bruder
Friedrich, Herzog von
Holstein. Zahlenmäßig waren sie unterlegen. Sie öffneten jedoch die
Siele, überfluteten das Land und nutzten ihre Spieße zum
Klotstockspringen. Dadurch konnten sie das kaum noch bewegungsfähige Heer immer wieder angreifen und letztlich den Sieg erringen.
Bauwerke
- In der Gemeinde befindet sich eine Kirche aus der Renaissancezeit sowie eine große Windmühle von 1858. Die Marienkirche wurde im 14. Jahrhundert mit Feld- und Ziegensteinen errichtet. Die Figur des gekreuzigten Jesus Christus stammt aus dem 15. Jahrhundert. Die älteste erhaltene protestantische Kanzel der Region und der mit manieristischen Stilelementen versehene Altar stammen von 1560. Die Kirche ist mit zahlreichen in den Jahren 1578/1579 angebrachten Geschlechterwappen geschmückt.
Wirtschaft
Hemmingstedt-raffinerie.JPG
In Hemmingstedt steht eine
Erdölraffinerie. Sie ist einer der größten Arbeitgeber im Kreis und Grund dafür, dass auf Hemmingstedt als eine der wenigen Dithmarscher Gemeinden im Zweiten Weltkrieg Bombenangriffe geflogen wurden, mit entsprechenden Auswirkungen auf das Stadtbild. In der Raffinerie, die ehemals der
DEA und seit der Fusion zu
Shell gehört, werden im Jahr etwa vier Millionen Tonnen Rohöl verarbeitet. Dabei entstehen unter anderem
Dieselkraftstoff, leichtes
Heizöl, Flugturbinenkraftstoff und Grundstoffe für die chemische Industrie (
Ethylen,
Benzol,
Ethylbenzol).
Kam das Öl ursprünglich aus dem Ölfeld zwischen Hemmingstedt und Heide, so kam später über den Hafen Brunsbüttel importiertes Öl hinzu. 1991 versiegte das Feld bei Hemmingstedt, mittlerweile kommt aber etwa ein Drittel des Rohstoffs aus dem im nahen Watt gelegenen Ölfeld Mittelplate.
Weblinks
Ort in Schleswig-Holstein