Helsinki (finn. Liste der IPA-Zeichen: schwed. Helsingfors [) ist die Hauptstadt von Finnland und der finnischen Landschaft Uusimaa. Helsinki ist gleichzeitig die größte Stadt Finnlands. Im Großraum Helsinki wohnen etwa 1,233 Millionen Einwohner, was gut ein Viertel der Gesamtbevölkerung Finnlands ausmacht. In Helsinki haben das Parlament, die Regierung, fünf Universitäten (Universität Helsinki, Musikhochschule Sibelius-Akademie, Kunsthochschule und zwei Handelshochschulen) sowie ein evangelisch-lutherischer, ein römisch-katholischer, ein finnisch-orthodoxer und ein russisch-orthodoxer Bischof ihren Sitz. Helsinki hat 6,2% schwedischsprachige Einwohner und ist offiziell zweisprachig.
Helsinki besteht aus 54 Stadtteilen (finn. kaupunginosa). Parallel zu den Stadtteilen gibt es auch eine Gliederung in 33 Stadtbezirke (peruspiiri), welche ihrerseits in sieben Großbezirke (suurpiiri) eingeteilt werden. Die praktische Bedeutung dieser Verwaltungseinheiten ist jedoch begrenzt, daher kommt es auch, dass die im Alltag benutzten Bezeichnungen der verschiedenen Gebiete von den offiziellen des Öfteren abweichen.
Die 54 Stadtteile Helsinkis nach Großbezirken:
| Südlicher Großbezirk: Eira, Etu-Töölö, Kaartinkaupunki, Kaivopuisto, Kamppi, Katajanokka, Kluuvi, Kruununhaka, Länsisatama, Lauttasaari, Punavuori, Suomenlinna, Taka-Töölö, Ullanlinna |
| Westlicher Großbezirk: Haaga, Kaarela, Konala, Laakso, Meilahti, Munkkiniemi, Pitäjänmäki, Ruskeasuo |
| Zentraler Großbezirk: Alppiharju, Hermanni, Kallio, Käpylä, Koskela, Kumpula, Pasila, Sörnäinen, Toukola, Vallila, Vanhakaupunki |
| Nördlicher Großbezirk: Oulunkylä, Pakila, Tuomarinkylä |
| Nordöstlicher Großbezirk: Malmi, Pukinmäki, Suurmetsä, Suutarila, Tapaninkylä, Viikki, |
| Südöstlicher Großbezirk: Herttoniemi, Kulosaari, Laajasalo, Mustikkamaa–Korkeasaari, Santahamina, Tammisalo, Ulkosaaret, Vartiosaari, Villinki |
| Östlicher Großbezirk: Mellunkylä, Vartiokylä, Vuosaari |
Entfernungen zu anderen Kommunen im Ballungsgebiet Helsinki:
Helsinki wurde 1550 auf Befehl des Königs von Schweden Gustav I. Wasa am Flüsschen Vantaanjoki gegründet, um einen Konkurrenzhafen zum von Russland beherrschten Reval (Tallin) zu schaffen. Das Gebiet des ursprünglichen Helsinki wird heute Vanhakaupunki ("Altstadt") genannt, auch wenn sich von den damaligen Bauten praktisch nichts erhalten hat.
Helsingfors_(Helsinki)_Le_Quai_(1890-1900).jpg
Ursprünglich war Helsinki eine mittelalterlich anmutende Stadt mit eng zusammenstehenden Holzhäusern. Weil Helsinki aber für die Schifffahrt ungünstig lag, blieb seine Bedeutung lange Zeit sehr begrenzt. Das änderte sich auch nicht, als der schwedische Statthalter Per Brahe 1640 (andere Quelle: unter der Königin Christine von Schweden 1642) die Stadt näher an das Meer verlegen ließ. Im Jahr 1710 raffte die Pest ein Drittel der Bewohner hin. 1728 brannte die Stadt größtenteils ab. Am 4. September 1742 fand hier die Kapitulation Schwedens unter Löwenhaupt statt; 1749 wurde die Festung Suomenlinna (schwed. Sveaborg) angelegt.
Am 2. März 1808 wurde Helsinki von Russland unter General Friedrich Wilhelm von Buxhoevden besetzt und ein Jahr darauf durch eine Feuersbrunst abermals fast ganz zerstört. Der Stadtbrand zerstörte mit 70 Holzhäusern fast zwei Drittel der Stadt, außerdem dezimierten Seuchen die Bevölkerungszahl immer wieder. Der Stadtbrand hatte für die Stadt eine keineswegs unangenehme Folge: Sie wurde völlig neu geplant und großzügig angelegt. Am 8. April 1812 wurde Helsinki Hauptstadt von Finnland, als nach der Eroberung durch die Russen der Zar sich eine Hauptstadt für das Großfürstentum wünschte, die näher zu Sankt Petersburg (und damit zu Russland) lag. Die alte Hauptstadt Turku (schwed. Åbo) unterlag dabei eindeutig.
Seit 1815 wurde der Grund zum späteren Umfang der Stadt gelegt; seit 1819 war sie Sitz des finnischen Senats und damit endgültig Hauptstadt des Großfürstentums.
Seit 1918 ist Helsinki Hauptstadt der unabhängigen Republik Finnland.
Die Bombenangriffe im Winterkrieg richteten in Helsinki Zerstörungen an. Nach dem Zweiten Weltkrieg gewann Helsinki schnell an internationaler Bedeutung. 1952 war die Stadt Austragungsort der Olympischen Spiele und 1975 wurde hier der Grundstein für die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) gelegt.
Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 31. Dezember 1940):
| 1700 bis 1925 |
| Partei | 1996 | 2000 | 2004 | - bgcolor=#DDEEFF | Konservative | 24 | 25 | 25 | - bgcolor=#DDEEFF | Sozialdemokraten | 21 | 18 | 21 | - bgcolor=#DDEEFF | Grüne | 16 | 21 | 17 | - bgcolor=#DDEEFF | Linker Flügel | 6 | 7 | 8 | - bgcolor=#DDEEFF | Schwedische Volkspartei | 8 | 6 | 6 | - bgcolor=#DDEEFF | Zentrumspartei | 3 | 4 | 4 | - bgcolor=#DDEEFF | Christdemokraten | 2 | 3 | 2 | - bgcolor=#DDEEFF | Wahre Finnen | - | - | 1 | - bgcolor=#DDEEFF | Kommunisten | 0 | 0 | 1 | - bgcolor=#DDEEFF | Unabhängige | 0 | 1 | 0 |
|---|
Wie in allen finnischen Städten ist auch in Helsinki der Stadtrat die höchste Entscheidungsinstanz bei lokalen Angelegenheiten. Dazu zählen Stadtplanung, Schulen, Gesundheitswesen und öffentlicher Verkehr. Der aus 85 Mitgliedern bestehende Rat wird auf vier Jahre gewählt.
Traditionell stellt die konservative Koalitionspartei die stärkste Fraktion im Stadtrat, gefolgt von den Sozialdemokraten. Bei der Wahl im Jahre 2000 gelang es jedoch der Grünen Liga, die in Helsinki finnlandweit am stärksten ist, den zweiten Platz einzunehmen. Derzeit fallen 75 % der Sitze auf diese drei Parteien.
Der Linke Flügel und die schwedische Volkspartei haben beide 7–8 % der Sitze. Obwohl eine der drei größten Parteien des Landes, hat die finnische Zentrumspartei wie in den meisten anderen Großstädten nur eine geringe Bedeutung.
Deutsche Partnerstadt von Helsinki ist Berlin.
Helsinki-dom.jpg Dass Helsinki geistiges, wissenschaftliches und kulturelles Zentrum Finnlands ist, ist nicht zuletzt an der Vielzahl von Bibliotheken und Museen zu erkennen, die es hier gibt: rund 80 Museen, knapp 60 Ausleihstellen der Stadtbibliothek, drei Symphonieorchester, die Finnische Nationaloper mit Ballett, das Nationaltheater, das Schwedische Theater und weitere Theaterensembles. Ende August, Anfang September ist Helsinki Schauplatz der Helsingfors Biennale. Konzerte, Ausstellungen, Oper und Ballett von internationalem Rang werden dann veranstaltet. Im Fünfjahreszyklus findet zu Ehren von Jean Sibelius der Internationale Violinwettbewerb statt.
Helsinki gilt als Hochburg des Klassizismus. Ein Beispiel hierfür ist der zentrale Senatsplatz (Senaatintori) mit dem zwischen 1830 und 1852 im Empirestil erbauten Dom, dem alten Senatsgebäude und der Universität, alles Werke des Architekten Carl Ludwig Engel, der sich Sankt Petersburg zum Vorbild nahm.
Man findet hier aber auch modernere Architektur, so z. B. den im Jugendstil gehaltenen Hauptbahnhof Helsinki, das Parlamentsgebäude, das Konzerthaus Finlandia oder die in den Felsen gesprengte moderne Temppeliaukio-Kirche. Das Olympiastadion ist eines der funktionalistischen Bauwerke der Stadt. Ebenfalls sehenswert ist die Uspenski-Kathedrale. Sie ist die größte orthodoxe Kathedrale Nordeuropas.
Für die musikgeschichtlich Interessierten lohnt sich die Besichtigung des Sibelius-Denkmals, das zu Ehren des Komponisten Jean Sibelius aus über 600 Stahlröhren errichtet wurde. Es steht im Sibelius-Park im Stadtteil Taka-Töölö. Es wurde von der Bildhauerin Eila Hiltunen geschweißt und im Jahr 1967 enthüllt. Der Park erhielt seinen Namen im Jahre 1945 aus Anlass des 80. Geburtstags des Komponisten Jean Sibelius.
Ein beliebter Treffpunkt der Bevölkerung ist der Südhafen mit dem Marktplatz Kauppatori. Dort steht auch eine der bekanntesten Statuen der Stadt, Havis Amanda. Seurasaari.jpg ]] Als Hauptattraktion Helsinkis gilt jedoch dessen landschaftliche Lage an der Schärenküste mit vielen vorgelagerten Inseln. Auf einer der Inseln, Korkeasaari, liegt der Zoo der Stadt.
Auf mehreren der Stadt vorgelagerten Inseln befinden sich die Festungsanlagen Suomenlinna aus dem 18. Jahrhundert, die Weltkulturerbe der UNESCO sind. Siehe auch: Helsinki-Slang
Helsinki ist Industriestandort für die Maschinen-, Textil-, Tabak-, Porzellan- und Zuckerindustrie. Der Hafen exportiert finnische Erzeugnisse in alle Welt, außerdem ist er Ankerplatz für die vielen Fischer, die die gefangenen Ostseeheringe („Silakka“) jeden Morgen am Kai direkt vom Schiff aus verkaufen.
In Vantaa befindet sich der internationale Flughafen Helsinki-Vantaa. In Helsinki selbst gibt es einen Flughafen für die allgemeine Luftfahrt (Flughafen Helsinki-Malmi). Außerdem ist Helsinki Hauptknotenpunkt des finnischen Eisenbahnverkehrs (Finnische Staatseisenbahn) und hat den größten Busbahnhof des Landes (unterirdisch im 2005 eröffneten Kampin keskus).
Der städtische Personennahverkehr wird neben der U-Bahn Helsinki mit der Straßenbahn Helsinki und Bussen durchgeführt. Im Regionalverkehr besteht neben der S-Bahn Helsinki ein leistungsfähiges Netz von Regionalbussen.
Helsinki ist nördlicher Endpunkt der E67 „Via Baltica“.
Die weiteren Hochschulen sind:
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