Eine geologische Verwerfungszone, die sich leicht landeinwärts entlang des Öresundes zieht und die Stadt in einen höher- und einen tiefergelegenen Teil teilt, dominiert das Stadtbild. Die Verwerfungskante trägt die Bezeichnung landborgen. Die historische Altstadt liegt hauptsächlich in dem tiefgelegenen Teil. In den Einschnitten der Bruchzone haben sich natürliche Verbindungen zwischen dem Stadtzentrum und den Bereichen oberhalb des Hangs gebildet.
Durch Landgewinnung wurde in der Vergangenheit weiteres Bauland geschaffen.
Der Ort trägt auch den Beinamen „Perle am Sund“ (Sundets pärla bzw. Pärlan vid Sundet).
In der Nähe der Burg entstanden drei Kirchen und im 12. Jahrhundert wurde die einfache Festung durch ein Schloss aus Sandstein ersetzt. Der dominierende Teil des Schlosses war ein runder Turm mit Wänden, die vier Meter dick waren. Die Stadt wuchs, indem sich immer mehr Menschen zwischen der Burg und dem Ufer des Öresundes ansiedelten. Im 14. Jahrhundert wurde der Sandsteinturm durch einen Turm aus Ziegeln, der von nun an den Namen Kärnan trug, ersetzt. Zu dieser Zeit war Helsingborg eine der bedeutendsten Städte in Dänemark. Die Festung zählte zu den stärksten im Norden und auch die Neugebaute Marienkirche gehörte zu den größten in Dänemark.
1332 wurde Helsingborg durch den schwedischen König Magnus Eriksson erobert, doch da der Sieg vom dänischen König Waldemar IV. nicht anerkannt wurde, kaufte Magnus Schonen und damit auch Helsingborg für 34.000 Silbermark. 1360 startete Waldemar einen Feldzug zur Rückeroberung Schonens den er mit Hilfe der Hanse gewinnen konnte.
Im 15. und 16. Jahrhundert nahm die Bedeutung von Helsingborg ab, da im benachbarten Helsingør die moderne Festung, Schloss Kronborg, entstanden war. Unter den dänisch-schwedischen Kriegen des 17. und 18. Jahrhunderts erlitt die Stadt große Schäden. Oftmals war die Bevölkerung zur Flucht gezwungen und die Gebäude wurden zerstört oder abgebrannt. So war die Stadt bis 1658, als sie durch den Frieden von Roskilde an Schweden ging, unter dänischer Herrschaft. Im Schonischen Krieg zwischen 1675 und 1679 wurde Helsingborg zwei Mal von Dänemark erobert. Aus diesem Grund entschloss sich der schwedische König Karl XI. zum Abriss der Stadtmauern und des größten Teiles des Schlosses. Einzig bestehen blieb der Turm Kärnan.
Im Verlauf des Großen Nordischen Krieges landete 1709 ein starkes dänisches Heer unter Rantzau südlich von Helsingborg. Dem Generalgouverneur von Schonen, Magnus Stenbock, gelang am 28. Februar 1710 ein Sieg über diese Armee. Aus diesem Grund errichtete man 1901 auf dem Platz Stortorget ein Reiterstandbild des Gouverneurs. Für die Bevölkerung der Stadt waren die vielen Kriege verheerend. Die Massengräber vergifteten das Wasser, so dass 1711 die Pest ausbrach, die ein Jahr später überwunden war. 1770 hatte Helsingborg gerade einmal 300 Einwohner.
Im 19. Jahrhundert begann sich die Stadt zu erholen. Vor allem viele neue Industriebetriebe und die Abschaffung des Zolles für die Passage des Öresundes 1857 führten zu einem starken Bevölkerungswachstum. Im Jahr 1884 hatte Helsingborg 14.279 Einwohner. 1892 entstand die erste Fährverbindung nach Helsingør mit Dampfschiffen. Der Hafen wurde bedeutend für den Export von Getreide und anderen Gütern. Mehrer Industrielle, die oft gleichzeitig Ämter in der Gemeinde oder im schwedischen Reichstag innehatten, trieben die Entwicklung der Stadt voran. Heute wächst die Bevölkerung der gesamten Gemeinde um durchschnittlich 1000 Personen pro Jahr.
Die Architektur der zentralen Stadtteile wird heute durch Gebäude aus dem späten 19. Jahrhundert und frühen 20. Jahrhundert dominiert. Deutlich sind die Einflüsse von Jugendstil, Neurenaissance und Nationalromantik. Im Gegensatz zu anderen schwedischen Städten bestehen die Gebäude fast ausschließlich aus Stein. Eines der wenigen Holzhäuser ist die ehemalige Fährstation von 1899 am Platz Hamntorget.
Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts baute man die Häuser vorwiegend als Fachwerkhaus. Im Zusammenhang mit der neuen Blüte der Stadt wurden viele der alten Bauten durch eine protzigere Architektur ersetzt. Mit der Errichtung des Zentralhafens 1832 wuchs der Ort auch in den Öresund hinein. Auf der neu gewonnenen Landfläche entstand die heutige Hauptverkehrsachse, Drottninggatan/Järnvägsgatan, als Ersatz für die eher bescheidene Storgatan. An den neuen Straßen wurden monumentale Bauten angelegt und beim Platz Stortorget, wo beide Straßen aufeinander treffen, baute man 1897 ein Rathaus im neugotischen Stil, das als Zeichen für die gestiegene Bedeutung der Stadt gelten sollte.
Helsingborg.jpg An der Straße Järnvägsgatan wurde 1865 der Hauptbahnhof errichtet, der zusammen mit dem Hafen eine Grundlage für viele neue Industriebetriebe darstellte. Im Anschluss an diese Betriebe entstanden Arbeiterquartiere, die zusammen den Stadtteil Söder bildeten. Hier baute man die Gustav-Aldof-Kirche und den Platz Nya torg (heute Gustaf Adolfs torg genannt) als zweites Stadtzentrum.
Im 19. Jahrhundert wurden auch die Befestigungsanlagen östlich des Schlosses abgerissen. Hier entstanden vor allem Gebäude für verschiedene Institutionen wie das Handelsgymnasium von 1863, das Lazarett von 1878, die Armenpflegestation von 1888 und die Nicolaischule von 1898. Mit diesen Bauten etablierte sich der Stadtteil Olympia mit Villen im Jugendstil. Mit Hilfe einer Spende des Industriellen Henry Dunker konnte die Stadt 1927 einen Wettbewerb für ein neues Konzerthaus starten. Diesen Wettbewerb gewann der Architekt Sven Markelius. Sein siegender Vorschlag war ein Funktionsgebäude mit weißem Putz, das 1932 fertig gestellt war und heute das beste Beispiel für funktionelle Architektur in Schweden ist.
Helsingborgs konserthus entre.jpg Durch die andauernden Expansion Helsingborgs sind in der Stadt alle Baustile der letzten zwei Jahrhunderte vertreten. Auch das schwedische Millionenprogramm hat hier in den Stadtteilen Dalhem, Fredriksdal und Adolfsberg seine Spuren hinterlassen. Genauso blieb Helsingborg nicht verschont von der großen Abrisswelle der 1970-er Jahre. Viele ältere Gebäude im Zentrum der Stadt mussten neuen Ziegelbauten weichen. Zwei dieser modernen Bauten sind das Firmengebäude von Skandia und die SEB-Bank.
Das größte Projekt der neusten Zeit sind die Bauten, die 1999 für die Architekturhaustellung H99 am Nordhafen im neuen Funktionsstil errichtet wurden.
Die meisten Parks entstanden zum Ende des 19. Jahrhunderts im Zusammenhang mit der kräftigen Expansion Helsingborgs. Sie waren als grünes Gegengewicht zu den neuen Gebäuden gedacht. Eine der ältesten Anlagen ist der Öresundpark, der 1877 entlang eines natürlichen Einschnittes angelegt wurde. 1903 wurde das ehemalige Burggelände um den Turm Kärnan zu einem Park mit dem Namen Slotthagen umgestaltet.
Helsingborg ist eine der wenigen Städte in Schweden, wo man ansprechende Badestrände vorfindet, die nur zehn Minuten Fußweg vom Zentrum entfernt sind. Im Sommer sieht man oft Leute, die die Stadt in Badesachen durchstreifen. Der stadtnächste Badeplatz heißt Tropical Beach mit Palmen und Sonnenstühlen. Er wurde mit der Ausstellung H99 angelegt.
Nördlich des Nordhafens gibt es einen Strand mit großer Liegewiese und Badesteg, der auch für Personen geeignet ist, die keinen Sand mögen. Ganz im Norden der Stadt liegt der "Wikingerstrand" (Vikingstrand), der behindertengerecht eingerichtet ist. Südlich von Helsingborg ist das Ufer des Öresundes recht seicht, was dazu führt, dass die hier liegenden Strände Råå vallar und Örby ängar von Familien mit Kleinkindern bevorzugt werden. Zwischen diesen Stränden und dem Hafengelände liegt Helsingborgs FKK-Strand, Knähakens bad.
Sehenswert sind auch das Rathaus (erbaut 1857) und die Freitreppe am Stortorget sowie die Marienkirche aus dem 12. Jahrhundert.
Das Hotel im Stadtteil Ramlösa, der hauptsächlich durch das hier gewonnene Mineralwasser bekannt ist, ist das größte skandinavische Gebäude aus Holz. Das umliegende parkartige Wohngebiet war lange ein Treffpunkt für die soziale Oberschicht Schonens.
Rund 3 km nördlich der Stadt liegt das von Parkanlagen umgebene Schloss Sofiero, ehemalige Sommerresidenz der königlichen Familie.
Weiterhin gibt es ein städtisches Schulmuseum und ein Museum für Medizingeschichte im früheren Kinderkrankenhaus. In der Straße Carl Krooks gata liegt das Sportmuseum, wo man einen Einblick in die lange Sportgeschichte Helsingborgs erhält. Schwedens größtes Museum für Druckkunst liegt in Helsingborg und zeigt Exponate von der Zeit Gutenbergs bis zur Neuzeit. Außerhalb der Stadt befindet sich das Bereitschaftsmuseum, das in seinen unterirdischen Räumen von 1940 über die Bedingungen berichtet, die für Schweden im Zweiten Weltkrieg galten.
Der einzige Rockclub der Stadt heißt The Tivoli und befindet sich im alten Fährgebäude. Hier finden regelmäßig Lifekonzerte mit aktuellen Bands statt.
Das Stadttheater Helsingborgs war bei seiner Gründung 1921 das erste seiner Art in Schweden. Das Gebäude liegt dem Konzerthaus gegenüber und beherbergt eine große und eine kleine Bühne. Verschiedene Theatervorstellungen finden auch in Dunkers kulturhus statt. Im Sommer ist ein Besuch im Freilufttheater des Parks Fredriksdalsparken beliebt. Die Vorstellungen sind in ganz Schweden bekannt, da sie auch im Fernsehen gezeigt werden.
Nachtclubs und Pubs konzentrieren sich im Stadtzentrum, aber auch im Stadtteil Söder gibt es nächtliche Musikveranstaltungen.
Einige große, zum Teil international bekannte, in Helsingborg ansässige Unternehmen sind ABB, der Handelsunternehmen ICA, der Möbelkonzern IKEA, das Pharmaunternehmen Pfizer, SKF Multitec AB und Unilever Bestfoods.
Auch wenn die Verbindung Helsingborg–Helsingør seit der Einweihung der Öresundverbindung im Jahr 2000 deutlich an Bedeutung verloren hat, ist sie immer noch eine der am dichtesten befahrenen Fährrouten der Welt. Die Fahrtzeit auf dieser mit 4,9 km kürzesten Verbindung zwischen Schweden und Dänemark beträgt rund 20 Minuten.
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